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Dahme-Spreewald Anwohner kämpfen für Erhalt der Kapelle
Lokales Dahme-Spreewald Anwohner kämpfen für Erhalt der Kapelle
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04:35 21.05.2016
Die Friedhofskapelle in Boddinsfelde soll abgerissen werden. Ist sie noch zu retten? Quelle: Andrea Müller
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Broddinsfelde

Die alte Friedhofskapelle in Brusendorf-Boddinsfelde soll im Juni abgerissen werden. Denkmalpflegerisch sei sie erhaltenswert, heißt es vom Landes-Denkmalamt. Deswegen wollen sich nun Anwohner sprichwörtlich im letzten Moment stark machen, dass das Gebäude erhalten bleibt.

Besonders Katrin Labrenz und ihrer Familie liegt sehr viel an der Erhaltung der kleinen Kapelle. Das hat verschiedene Gründe. Sie bewirtschaftet seit 2006 den Gutshof. Die Familie hat ihn damals vor dem endgültigen Verfall gerettet und betreibt dort heute einen Reiterhof. Die Kapelle gehört zum Ensemble, einst geschaffen vom bekannten Architekten Max Taut. Zum anderen sind ihre Schwiegereltern jetzt in einem Alter, in dem man sich so seine Gedanken über die Zukunft macht. „Sie würden gern hier einmal ihre letzte Ruhe finden“, so Labrenz. Schließlich haben sie die letzten Jahre trotz des hohen Alters mit zugepackt beim Aufbau des Gutshofes. Auch wollen die Labrenz’ nicht auf gewisse Weise ein zweites Mal Opfer des neuen Flughafens BER werden.

Katrin Labrenz hat mit ihrer Familie den Gutshof saniert. Sie möchte, dass auch die Kapelle, die zur Anlage gehört, erhalten bleibt. Quelle: Andrea Müller

Vor acht Jahren mussten sie wegen ihm ihren Reiterhof in Selchow verlassen und in Boddinsfelde von vorn anfangen. Jetzt soll die Friedhofskapelle als Ausgleichsmaßnahme für den BER abgerissen werden. Klingt merkwürdig, ist aber so. Antje Gierschick, Geschäftsführerin des BADC – ein Unternehmen, das die Ausgleichsmaßnahmen koordiniert – erklärt es. „Für versiegelte Flächen, wie sie beim Bau des BER entstanden, müssen anderswo Flächen entsiegelt werden“, sagt sie. Gierschick macht aber sofort klar, dass bei der Friedhofskapelle die letzten Messen noch nicht gesungen sind. „Ich stoppe das erst einmal“, verspricht sie auf MAZ-Anfrage. Doch allein in ihren Händen liegt die Rettung der Kapelle nicht. „Die Stadt muss mit ins Boot geholt werden“, erklärt Gierschick. Sie sei ja diejenige gewesen, die den Abriss überhaupt in Auftrag gegeben hat.

Grundlage dafür war ein Beschluss des Ortsbeirates Brusendorf im Jahr 2004, mit dem der Friedhof stillgelegt wurde und mit ihm die Friedhofskapelle. „Die Boddinsfelder sind damals nicht gefragt worden“, so Frank Kausch, der auch bei der Sitzung der Mittenwalder Stadtverordneten Anfang Mai noch einmal einen Anlauf genommen hatte, Mitstreiter für die Rettung von Friedhof und Kapelle zu finden. Doch das war von Bauamtsleiter Kleemann abgeschmettert worden: „Der Auftrag ist ausgelöst, da ist nichts mehr zu machen.“

BADC und Stadt Mittenwalde wollen sich des Themas annehmen

Die amtierende Bürgermeisterin Hedda Dommisch (parteilos) will nun Anfang der Woche noch einmal mit Kleemann sprechen. Ebenso mit Antje Gierschick. Maja Buße (CDU) möchte sich der Sache ebenfalls annehmen. Katrin Labrenz und Frank Kausch wollen noch einmal mit BADC und Stadt Mittenwalde verhandeln.

Voraussetzung für die Rettung wäre, eine andere Fläche zu finden, die entsiegelt werden kann. „Die wird doch wohl zu finden sein“, so Kausch. Fraglich ist auch, wer die Unterhaltskosten für die Kapelle übernimmt. Die ist zwar Mitte der 90er Jahre saniert worden, aber am Dach müssten Reparaturen vorgenommen werden.

Von Andrea Müller

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