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Anwohner wollen Pflaster erhalten

Zeuthen Anwohner wollen Pflaster erhalten

Die Diskussion über den Straßenausbau im Miersdorfer Hochland geht in die nächste Runde. Nach Einwänden von Anwohnern, die das dortige Kopfsteinpflaster behalten wollen, soll es nun eine weitere Informationsveranstaltung geben. Der Ortsentwicklungsausschuss hat seine Entscheidung zum Ausbau vertagt.

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An der Großen Zeuthener Allee soll das Straßenpflaster erhalten bleiben.

Quelle: Uta Schmidt

Zeuthen. Bis zum Jahr 2020 soll der Straßenausbau im Wohngebiet Miersdorfer „Hochland“ abgeschlossen sein. Die Pläne für etwa 15 Straßenzüge im Bereich der Ringstraßen, Am Höllengrund, Am Pulverberg, Am Kurpark, Am Staatsforst, der Kurpromenade und anderer Straßen, von denen insgesamt mehr als 1500 Anlieger betroffen sind, wurden in den vergangenen Wochen bei drei Einwohnerversammlungen ausführlich diskutiert. Kürzlich tagte auch der Ortsentwicklungsausschuss der Gemeinde Zeuthen, um eine Empfehlung zu den Ausbaumodalitäten an die Gemeindevertreter auf den Weg zu bringen. Nach zweistündiger Debatte im Beisein von mehr als 50 betroffenen Einwohnern entschieden sich die Ausschussmitglieder für eine Vertagung dieser Empfehlung. Die Debatte geht in eine neue Runde.

Anwohner sollen in Entscheidung einbezogen werden

Eine weitere Einwohnerversammlung soll anberaumt werden, bei der Gemeindeverwaltung und Projektplaner den betroffenen Anliegern mehrere Ausbauvarianten mit den Kostenschätzungen vorstellen. Anschließend können die Betroffenen rund um Pulverberg und Kurpark sowie im Bereich der Ringstraßen ihre Ausbauwünsche äußern. Erst danach werde die Gemeindevertretung eine Entscheidung treffen, so die Ausschussmitglieder in der vergangenen Woche.

Hintergrund

Ein Drittel des 60 Kilometer langen Straßennetzes in Zeuthen war im Jahr 2009 noch unbefestigt. Deshalb entschied sich die Gemeinde für ein Straßenausbauprogramm. Ein Schwerpunkt ist der Straßenbau im „Hochland“.

Eine Anwohnerinitiative aus den Ringstraßen stellte Bürgern einen Überblick von fünf Gestaltungsvarianten beim Straßenausbau im „Hochland“ vor, mit Straßenbreiten bis zu 4,5 Metern.

223 Anlieger der Ringstraßen beteiligten sich an einer Umfrage. 76 Prozent der Beteiligten votierten für einen zurückhaltenden Ausbau.

Anlieger in den drei Hochland-Bereichen werden mit einem Kostenanteil von 40 bis 60 Prozent herangezogen.

Beispielrechnung: Auf den Eigentümer eines 800 Quadratmeter großen Grundstücks, das mit einem zweigeschossigen Haus bebaut ist, kommen Kosten bis zu 5400 Euro zu, zuzüglich 80 Euro je Quadratmeter für die Grundstückzufahrt.

Vorerst ganz vom Tisch sind die Pläne für den Straßenbau im Teilbereich 3 (rund um Korso- und Kurpromenade, Große Zeuthener Allee und am Höllengrund), wo sich massiver Widerstand der Anlieger zum Ausbau der breiten Straßenzüge abgezeichnet hat. Die Mehrheit plädiere für die Reparatur der beiden Pflasterstraßen Große Zeuthener Allee und an der Kurpromenade, fasste eine Einwohnerin ihre Eindrücke zusammen. Allein 54 der 64 Anlieger in der Kurpromenade hätten sich bei einer Befragung dafür ausgesprochen, die bereits ausgebaute Straße so zu erhalten wie sie sei. Mängel wie Absenkungen könnten durch Reparaturen beseitigt werden. Asphaltierung oder Betonierung der beiden großen Straßenzüge würden die Anwohner aber generell ablehnen. Pflasterstraßen gehörten zum Ortsbild von Zeuthen, hieß es. Dieser Meinung schloss sich Jonas Reif (Grüne) an, der per Änderungsantrag das Aussetzen der Ausbaupläne für diese Straßenzüge erreichen wollte. Ein Nachdenken sollte allerdings über den Gehwegbau und der Beleuchtung erfolgen. „Es geht nicht darum, Beschlüsse an den Bürgern vorbei durchzuprügeln. Dann diskutieren wir eben weiter“, so auch Ausschussvorsitzender Jörgen Hassler (SPD).

Diskussion über Straßenbreiten

In einer Einwohnversammlung sollen demnächst die Anlieger von zwei Hochland-Teilabschnitten über die Vor- und Nachteile verschiedener Ausbaubreiten und Materialien sowie unterschiedliche Kosten informiert werden. Im Fokus steht dabei dann auch der Wunsch der Bewohner der „Hochland-Ringe“ nach einer Einbahnstraßen-Regelung und einer Straßenbreite von drei bis 3,5 Metern. Geringere Straßenbreiten führten nach Auskunft der Planer aber nur zu geringfügigen Kosteneinsparungen, stattdessen würden sie die Haltbarkeit der Straßen verringern und das Parkproblem verstärken. Diese empfehlen Ausbaubreiten für asphaltierte Straßen zwischen von 4 und 4,75 Metern Breite, auf denen sich Fußgänger und Kraftfahrzeuge gleichberechtigt – in einer Tempo-30 Zone – begegnen können. Die Kosten für Anlieger wurden je nach Straßenbereite und Ausstattung der Straßen zwischen etwa 3,80 Euro und 5,87 Euro je Quadratmeter errechnet. Das gesamte Straßenbauprojekt, das im nächsten Jahr starten soll, wird mit 6,3 Millionen Euro beziffert.

Von Uta Schmidt

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