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Dahme-Spreewald Arbeit als Schlüssel
Lokales Dahme-Spreewald Arbeit als Schlüssel
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05:21 17.01.2017
Bisher wurden 85 Flüchtlinge in Dahme-Spreewald in Jobs vermittelt, teilweise fanden sich keine deutschen Interessenten. Quelle: Privat
Königs Wusterhausen

Im Landkreis Dahme-Spreewald sollen Flüchtlinge und Asylbewerber frühzeitig eine Ausbildung und Arbeit bekommen, damit sie sich besser in die deutsche Gesellschaft integrieren. In Lübben wurde dazu am Montag eine Kooperationsvereinbarung mit dem Jobcenter, der Arbeitsagentur und der Arbeiterwohlfahrt zur Durchführung des Projekts „LDS integriert“ unterzeichnet. Laut Landrat Stephan Loge (SPD) ist es die erste Kooperation dieser Art im Land Brandenburg. Projektleiterin ist Swantje Rosenboom von der Zeuthener Flüchtlingsinitiative „Willkommen im nördlichen Dahmeland“, die sich bereits auf lokaler Ebene um die Vermittlung von Flüchtlingen kümmert.

Projektleiterin Swantje Rosenboom von der Zeuthener Flüchtlingsinitiative „Willkommen im nördlichen Dahmeland“. Quelle: Frank Pawlowski

Loge betonte, dass es bei der Betreuung der einheimischen Arbeitslosen keine Abstriche geben werde. Das Flüchtlingsprojekt solle mit dazu beitragen, die 1500 offenen Stellen im Landkreis zu besetzen. Arbeitsagentur und Jobcenter betreuen derzeit 788 Geflüchtete in Dahme-Spreewald, 85 sind den Angaben zufolge erfolgreich in eine Beschäftigung vermittelt worden.

Festanstellung bei Firmen der Region

Swantje Rosenboom berichtete von einigen Beispielen. So hat ein 30 Jahre alter Syrer, der in seiner Heimat zehn Jahre als Elektroschweißer gearbeitet hat, nun Aussicht auf eine Festanstellung bei der Caloperm GmbH in Niederlehme, wenn er den Sprachtest besteht. Ein 24-Jähriger aus Eritrea ging nur sechs Jahre zur Schule, hat keine Abschlüsse. Er machte seine Sache bei Caloperm aber so gut, dass er einen unbefristeten Vertrag als Monteur und Helfer bekam. „Wäre er in Deutschland groß geworden, hätte er Abitur gemacht“, sagte Rosenboom.

Ebenfalls einen Job bekommen hat ein 29 Jahre alter Iraner, der bei den Teheraner Verkehrsbetrieben arbeitete. Der Elektroingenieur wurde nach dem Praktikum bei der Zeuthener Deutzer GmbH fest angestellt. Ein Syrer bekommt einen Job als Elektriker bei der Thomas Kunicke GmbH in Wildau, er wird auf Montage in Deutschland unterwegs sein. „Die Firma sucht seit Jahren vergeblich Interessenten dafür“, sagte Swantje Rosenboom.

Hein-Wilhelm Müller , Chef der Arbeitsagentur Cottbus, Landrat Stephan Loge (SPD), Ina Rodenberg, Geschäftsführerin des Jobcenters Dahme-Spreewald, und Jens Lehmann, Geschäftsführer der Awo Brandenburg-Süd (v.l.), unterschrieben am Montag in Lübben die Kooperationsvereinbarung für das Projekt „LDS integriert“. Quelle: Frank Pawlowski

Netzwerk soll helfen

Sie wird gemeinsam mit vier ehrenamtlichen Helfern im „LDS integriert“-Projekt die Flüchtlinge bei der Ausbildungs- und Arbeitssuche unterstützen. Das Netzwerk von Flüchtlingsinitiativen soll dabei helfen. Wenn beispielsweise ein Hinweis zu einem Flüchtling mit einer bestimmten Qualifikation kommt, fragt Swantje Rosenboom bei Firmen nach, ob dafür eine Stelle frei ist. Sie und ihre Mitstreiter helfen, die bürokratischen Hürden zu bewältigen, informieren Firmen über Möglichleiten der Unterstützung durch Jobcenter und Arbeitsagentur. „Man muss den Arbeitgebern die Ängste nehmen. Auch kulturell ist es nicht so schwierig, wie sie denken.“

Ehrenamtliche Helfer werden noch gesucht

Es werden noch zwei ehrenamtliche Helfer gesucht, die „Erfahrung mit Verwaltungsprozessen“ haben, wie Swantje Rosenboom sagte. Sie verschwieg nicht, dass es auch schlechte Beispiele gibt. So komme es vor, dass ein Flüchtling nicht zur Arbeit erscheint. Und ein Iraner bekam eine Schweißerausbildung, wollte im Beruf aber nicht arbeiten. Zugleich seien jungen Flüchtlinge, die eine Ausbildung machen, sehr stark motiviert. „Und zwar viel mehr, als es Firmen von anderen Azubis manchmal kennen.“

Büro am Kirchplatz in Königs Wusterhausen

Die Awo stellt für das Projekt, das zunächst für ein Jahr befristet ist, ein Büro am Kirchplatz in Königs Wusterhausen zur Verfügung. Es wird an zwei Tagen in der Woche besetzt sein. Der Kreistag hatte im Dezember ein Integrationskonzept beschlossen, das Maßnahmen zur besseren Eingliederung von Flüchtlingen vorsieht. Außerdem wurde erstmals eine hauptamtliche Migrationsbeauftragte berufen.

Von Frank Pawlowski

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