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Arbeitsgruppe legt Bericht vor

Umstrittene Seezugänge in Zernsdorf Arbeitsgruppe legt Bericht vor

Noch zu Beginn des Jahres drohte der erbitterte Streit um die Seezugänge in Zernsdorf den Ort zu spalten. Auf der Januar-Sitzung beschloss der Ortsbeirat eine Arbeitsgruppe zu bilden, die jetzt nach zahlreichen Ortsbegehungen ihren Abschlussbericht vorlegte. Darin werden Ziele festgelegt, um die Attraktivität des am Wasserl liegenden Ortes zu erhöhen.

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Ortsvorsteher Uwe Borck mit Anliegerin Ingrid Lizau am öffentlichen Seezugang im Vorderkietz.

Quelle: Franziska Mohr

Zernsdorf. „In Bezug auf die Seezugänge sind wir im Ort in den vergangenen zwölf Monaten ein gehöriges Stück vorangekommen“, freut sich der Zernsdorfer Ortsvorsteher Uwe Borck (SPD) und legt einen dreiseitigen Abschlussbericht der im Januar im Ortsbeirat beschlossenen Arbeitsgruppe „Seezugänge“ auf den Tisch. Außerdem verweist er speziell zu diesem Thema auf eine 18-seitige, mit zahlreichen Bildern versehene persönliche Recherche der Zernsdorfer Priska Wollein und Uta Pews.

„Mit diesen Dokumenten hat der Ortsbeirat jetzt eine solide Arbeitsgrundlage für die nächsten Jahre“, sagt Borck. Schließlich drohte dem Ort noch im Dezember vorigen Jahres nach den erbitterten Diskussionen über das Für und Wider des seit etwa 40 Jahren geschlossenen Löschwasserzugangs der Feuerwehr an der Friedensaue die offene Spaltung (die MAZ berichtete). Das Grundanliegen der neunköpfigen Arbeitsgruppe mit dem inzwischen verstorbenen Wilfried Biallas, Ortsvorsteher Uwe Borck sowie Berit Hecht, Marlies Hecker, Manfred Jauert, Cathrin Meixner, Karin Schwitalla, Stefan Wichard und Priska Wollein ist, dass möglichst viele Zernsdorfer und ihre Gäste die idyllische Seenlage des Ortes auch tatsächlich erleben können.

Nach zahlreichen Ortsbegehungen kam das Gremium zu dem Schluss, dass langfristig ein öffentlicher, naturnaher Uferwanderweg entlang der beiden Zernsdorfer Seen entstehen soll, so dass Spaziergänger perspektivisch auch den Lankensee einschließlich des Kablower Ortsteils umrunden können. Diese Uferflächen befinden sich derzeit aber meist in Privatbesitz, so dass eine zeitnahe Öffnung als unrealistisch bewertet wird. Von großer Bedeutung ist dem Gremium zufolge aber, dass bei Verkäufen beziehungsweise Neuverpachtungen die Kommune das Vorkaufsrecht von mindestens zehn Meter Uferbreite in Anspruch nimmt.

Kurz- und mittelfristig empfiehlt die Arbeitsgruppe, sich auf die jetzt machbaren, längeren zusammenhängenden Abschnitte entlang des Ufers zu konzentrieren. Das betrifft beispielsweise das neue Quartier „Wohnen am See“ mit der geplanten Marina sowie der Querung des Bootshausareals direkt am Ufer. Möglicherweise könnte das Bootshaus sogar als Wasser-Wanderstützpunkt ausgebaut werden. Außerdem sollte der Seezugang im Vorderkietz als Bootsanlegestelle für Besucher der Ortsmitte sowie als Picknickplatz gestaltet werden. „Ich wohne seit über 50 Jahren hier und habe kein Problem mit dem öffentlichen Seezugang“, sagt die dortige Anliegerin Ingrid Lizau.

Zu klären ist auch eine Verbindung auf dem Schwemmland zwischen dem Vorder- und dem Hinterkietz. Die Arbeitsgruppe empfiehlt zu prüfen, ob sich das dort befindliche alte Gerätehaus der Feuerwehr für eine Bootsvermietung eignet. Wünschenswert wäre auch, dass der Wasserzugang hinter dem neuen Feuerwehr-Gerätehaus in der Karl-Marx-Straße mit einem Steg sowie einer Slipanlage für die Wasserrettung und für private Bootsbesitzer aufgewertet wird. Empfohlen wird der Aufbau eines Info- und Leitsystems zu Badestellen, Wanderwegen, Restaurants und Sehenswürdigkeiten in Zernsdorf. „Die Umsetzung dieses Konzeptes ist eine Aufgabe von Jahren oder gar Jahrzehnten“, warnt Ortsvorsteher Borck vor verfrühten Hoffnungen. Zumal es finanziell bisher nicht untersetzt sei. Borck hofft, dass die Stadt dafür Fonds für Ausgleichsmaßnahmen anzapfen kann. „Ohne Sponsoren wird es aber nicht gehen“, ist sich Borck schon heute sicher.

Von Franziska Mohr

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