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Armin Schönbach will in Dresden ausstellen

Kunst aus Eichwalde Armin Schönbach will in Dresden ausstellen

Armin Schönbach aus Eichwalde, der sich als Künstler „Hans der Fährmann“ einen Namen gemacht hat, bereitet derzeit mit der Künstlergruppe 2010 eine Ausstellung in der Dresdner Frauenkirche vor. Im Mittelpunkt der Gemeinschaftsausstellung sollen figürliche Darstellungen stehen

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„Hans der Fährmann“ in seinem Atelier in Eichwalde. Er ist Mitbegründer der Künstlergruppe 2010.

Quelle: Uta Schmidt

Eichwalde. Mehr als 70 Jahre nach der Zerstörung Dresdens durch Bomben lässt den Eichwalder Armin Schönbach das Schicksal seiner Heimatstadt an der Elbe immer noch nicht los. „Dresdner Fastnacht“ nennt der unter dem Namen „Hans der Fährmann“ bekannte Künstler vier Gedenkblätter, die im vergangenen Jahr in seinem Atelier entstanden sind. „Als Sechsjähriger habe ich den barbarischen Bombenangriff auf Dresden am 13. Februar 1945 unmittelbar miterlebt. Vier Angehörige, darunter meine Lieblingstante, verloren dabei ihr Leben. Nachforschungen nach ihrem Schicksal blieben ergebnislos“, erklärt Schönbach seine Motivation. Hauptmotiv der vier Grafiken sind drei Köpfe, über denen der Tod schwebt und die von der Zerstörung gezeichnet sind.

Hintergrund

Armin Schönbach wurde 1938 in Dresden geboren. Nach dem Studium der Volkswirtschaft, Philosophie und Soziologie promovierte er über die Deutsche Romantik und arbeite bis 1990 als Wissenschaftler.

In den 1970er Jahren beschäftigte er sich intensiv mit der bildenden Kunst und hatte 1978 eine erste Personalausstellung in Berlin.

Seit 1990 arbeitet „Hans der Fährmann“ im Atelier in Eichwalde. Er ist seit 1996 Mitglied der Künstlergilde Deutschland.

Noch bis Ende Juni sind diese berührenden Arbeiten in einer Ausstellung im Potsdamer Parteihaus der Linken, Alleestraße 3, zu sehen. Sie trägt den Titel „Lebenszeit – das Wichtigste“ und zeigt eine Auswahl von 45 Grafiken des 1938 geborenen Künstlers. Der Schaffensprozess dieser einprägsamen Werke wird durch eine Kombination aus der Schwarz- und Weißlinientechnik geprägt. Ein Verfahren, das in der bildenden Kunst nur selten angewandt werde, so Schönbach. Ohne die sprichwörtlichen Grautöne aufzugreifen, benutzt der Grafiker diese Technik, um seine politischen Aussagen auf den Punkt zu bringen. „Ich beziehe mehr denn je Position zu gesellschaftlichen Themen. Frage zum Beispiel nach den Grenzen der repräsentativen Demokratie, den Chancen von Volksabstimmungen, der wenig beachteten Lebensleistung von Ostdeutschen und stelle fest, dass Interessen breiter Bevölkerungsschichten nicht mehr berücksichtigt werden“, so Schönbach.

Betrachtung von Zeit und Lebenswegen

Sein künstlerisches Schaffen erschöpft sich derzeit aber nicht nur im Aufgreifen von politischen Themen, sondern auch in der Betrachtung von Zeit und Lebenswegen. Die Lebenszeit sei das Wichtigste aller Güter. Zeit sei nicht Geld, sondern Gnade, meint „Hans der Fährmann“. Im vergangenen Jahr entstanden zwei verschiedene Fassungen zu diesem Sujet mit dem Titel „Gleichgewicht, Jugend und Alter“. Motive seiner oft farbenintensiven Gemälde setzt der Maler ebenso gern in Grafiken um.

Der Eichwalder Maler ist Mitbegründer der Künstlergruppe 2010, die sich jetzt schon auf einen Höhepunkt im kommenden Jahr vorbereitet: eine Ausstellung in der Dresdner Frauenkirche. Unter dem Titel „Der andere Blick“ wollen die sechs Künstler der Gruppe in der Gemeinschaftsausstellung vor allem figürliche Darstellungen präsentieren. „Hans der Fährmann“ ist vor allem mit seinen Grafiken über die Dresdner Bombennacht dabei.

„Kunstwelt“ zur Wiedervereinigung

Im Jahre 2010 hatten Frank Beutel aus Zeuthen, Schönbach und Ute Weckend aus Eichwalde, Günter Böhme aus Schulzendorf sowie Sigrun Pfitzenreuter aus Wildau erstmals als Künstlergruppe eine gemeinsame Ausstellung konzipiert. „Kunstwelt“ wurde anlässlich des 20. Jahrestages der Wiedervereinigung gezeigt.

Die gemeinsamen Wurzeln sehen sie in der klassischen Moderne, vor allem auch in den Kunstauffassungen, wie sie in der Dresdner und Berliner Malschule sowie im Bauhaus Dessau im 20. Jahrhundert vertreten sind. Bewusst würden die Künstler die menschliche Figur unter den verschiedenen Aspekten hervorheben, weil sie kunstgeschichtlich zur „Königsklasse der Malerei“ gehören würden, so Schönbach. Gemeinsames Anliegen der Künstlergruppe sei eine realitätsbezogene Herangehensweise an die Darstellung von Natur und Mensch, verbunden mit Sozialkritik.

Info: www.kuenstlergruppe-2010.de

Von Uta Schmidt

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