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Dahme-Spreewald Asterix war schuld
Lokales Dahme-Spreewald Asterix war schuld
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01:00 06.11.2014
„Wage es, weise zu sein“, steht auf einem Schild vor dem Haus von Ralf Irmscher in Münchehofe. Quelle: Karen Grunow
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Münchehofe

 Und in der Pause werden dann römische Spezialitäten gereicht, denn der Legat versucht, seinen Zuhörern das Alte Rom in jeder Hinsicht schmackhaft zu machen.

Interesse für Alltag in Rom

Hin und wieder ist dann Jens Roggenfeld dabei. Der Bestenseer ist auch ein Römer, einer, der sich auf die militärischen Finessen der großen Strategen versteht. Irmscher hingegen interessiert vor allem der Alltag der Menschen im Römischen Reich zur Kaiserzeit, die Organisation des gigantischen Imperiums, das unter Kaiser Trajan den gesamten Mittelmeerraum, die iberische Halbinsel, den Nahen Osten, das heutige Frankreich, Belgien und England beherrschte. Wie es funktionierte, dieses Riesenreich zu regieren, fasziniere ihn ungemein, schwärmt Irmscher vom „Vorläufer der EU“. „Wenn ich in den Wintermonaten ab und an als Legat Vorträge halte, dann will ich auch mit Vorurteilen aufräumen“, erklärt Irmscher. Um jene Ära zu verstehen, liest er die Autoren und Philosophen jener Zeit. Und Theodor Mommsens „Römische Geschichte“, das vor mehr als 150Jahren erschienen und bis heute ein Standardwerk ist.

Schuld ist ein Asterix-Comic

Schuld an Irmschers Römer-Leidenschaft allerdings war ein Asterix-Comic. „Die goldene Sichel“ bekam der damals noch kleine Ralf Irmscher in den 1960er-Jahren von seinem ab und an in Westberlin arbeitenden Vater mitgebracht. Neben dem cleveren frechen Gallier faszinierten ihn vor allem die Schilderungen römischer Lebensart. Als die Mauer fiel, war für Irmscher klar, dass er nach Rom muss.
Die erste große Reise der Familie führte in diese Stadt und gleich zum Colosseum. Die Konstruktion dieses Bauwerks und des Pantheons, um die Jahre 80 und 120 entstanden, interessiert ihn, die Technik hat es ihm angetan. Mit der Bauweise der Römer haben er und die Mitglieder des Vereins Freilichtmuseum Germanische Siedlung Klein Köris sich zuletzt in diesem Jahr besonders intensiv befasst. Zum großen Sommerfest des Vereins in der Germanischen Siedlung konnten die Besucher das antike Handwerk kennen lernen.

Neugierig nach Klein Köris

Zwar – um historisch korrekt zu bleiben – haben es die Römer der echten XIV. Legion nie wirklich bis ins Schenkenländchen geschafft, zumindest aber bis an die Elbe. Und Römer und Germanen sind sich nicht nur als Erzfeinde auf den Schlachtfeldern begegnet. Es gab enge Handelsbeziehungen und so einige Germanen, die – mehr oder weniger freiwillig – für die Römer kämpften. Einen solchen Soldaten traf Ralf Irmscher als er zum ersten Mal die Germanische Siedlung besuchte. Gerade erst war er von Berlin nach Münchehofe gekommen, 1999 war das. Er las von dem aktiven Verein und fuhr neugierig nach Klein Köris.

Alljährliches Sommerfest

„Mitten bei den Germanen stand ein Auxiliarkrieger“, erinnert sich Irmscher. Jens Roggenland hatte sich derart kostümiert. Noch einer. Irmscher macht fortan also „mit bei den Germanen, aber nur als Römer“. Gerade ist der Verein dabei, Kontakte zu Gladiatoren aus Berlin aufzubauen, schon mehrfach reisten weitere Römer aus Meißen nach Klein Köris. Alljährlich zum Sommerfest des Vereins wird es deshalb nun um Gegenüberstellungen beider Kulturen gehen. Bauen, Kosmetik und Hygiene sind etwa die thematischen Schwerpunkte im kommenden Jahr. So wird den Germanen zugeschrieben, die Seife erfunden zu haben, derweil die Römer sich noch mit Öl reinigten.

Eine der großen römischen Thermenanlagen in Bulgarien war Irmschers erste Begegnung mit antiken Ruinen, seit der Wende bereist er immer wieder solche faszinierenden Orte. In seinem Haus in Münchehofe lebt nicht nur er als Legat, sondern auch ein kleiner Cäsar. Irmschers fünfjähriger Enkelsohn hat sich von der Begeisterung für die Römer anstecken lassen und kämpft gern mit seinem Plastikschwert. Irgendwann darf er bestimmt auch mal in Irmschers Asterix-Sammlung stöbern. Den Comic, der ihm einst sein ungewöhnliches Hobby bescherte, hat er natürlich immer noch.

Von Karen Grunow

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