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Dahme-Spreewald Astroteilchenphysik wird eigener Forschungsbereich
Lokales Dahme-Spreewald Astroteilchenphysik wird eigener Forschungsbereich
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18:44 12.01.2019
In Berlin-Adlershof betreibt Desy diesen Prototyp eines mittleren Teleskop-Typs. Quelle: DESY
Zeuthen

Der Forschungsstandort Zeuthen ist 2019 weiter auf Erfolgskurs: Nachdem das Deutsche Elektronen-Synchrotron (Desy) im Frühjahr 2018 die Weichen für die Campus-Erweiterung am Zeuthener See gestellt hat, baut das Forschungszentrum seine Aktivitäten zur Erforschung des Kosmos weiter aus. Zum Jahreswechsel hat Desy den neuen Forschungsbereich Astroteilchenphysik eingerichtet.

Bislang zählte das Forschungsfeld zur Teilchenphysik. Desy hat damit jetzt vier eigenständige Forschungsbereiche: den Beschleuniger, die Forschung mit Photonen, die Teilchenphysik und die Astroteilchenphysik. Was auf den ersten Blick wie ein rein formaler Verwaltungsakt aussieht, ist weit mehr als das, erläutert Christian Stegmann.

„Höhepunkt in der Entwicklung des Instituts“

Der 53-jährige Astroteilchenphysiker ist nicht nur der Leiter des Desy-Standorts in Zeuthen. Seit dem 1. Januar ist er auch der neue Bereichsleiter des ausgegründeten Forschungsbereichs. „Ein eigener Forschungsbereich mit einem Direktor in Zeuthen dokumentiert den Stellenwert der Astroteilchenphysik im wissenschaftlichen Programm von Desy und die wichtige Rolle des Standorts in Zeuthen für die Wissenschaftslandschaft in Berlin und Brandenburg“, erläutert Stegmann, der von einem „Höhepunkt in der Entwicklung des Instituts Zeuthen“ spricht.

Der Leiter des Desy-Standorts, Christian Stegmann, vor einem Modellteleskop: Mit den Observatorien messen die Physiker in Zeuthen weltweit Gammastrahlen. Quelle: Josefine Sack

Spätestens mit dieser Entscheidung dürfte die Zukunft des Standorts im Süden Berlins ein für alle Mal gesichert sein. Das war nicht immer so. Seit den 1940er Jahren wird auf dem Campus am Zeuthener See geforscht. Der heutige Desy-Standort ging nach der Wiedervereinigung aus dem „Institut für Hochenergiephysik“ der DDR hervor. Heute zählt das Institut an der Platanenallee zu den größten Wissenschaftseinrichtungen in Brandenburg und betreibt die erste und einzige Beschleunigeranlage in Brandenburg.

Forscher messen hochenergetische Prozesse

In der Vergangenheit hat sich der Zeuthener Wissenschaftsstandort zu einem national und international anerkannten Zentrum für Astroteilchenphysik entwickelt. So waren die Physiker im August 2017 dabei, als 40 Observatorien die Verschmelzung zweier Neutronensterne beobachtet haben. „Wir wurden erstmals Zeugen, wie dabei chemische Elemente, einschließlich Gold und Platin, erzeugt wurden“, berichtet Stegmann.

Die Desy-Mitarbeiter in Zeuthen sind an Astroteilchen-Experimenten weltweit beteiligt. Quelle: DESY

Darüber hinaus ist der Desy-Standort eine der treibenden Kräfte bei der Entwicklung des mehrere hundert Millionen schweren Großprojekts der Gammastrahlen-Astronomie „Cherenkov Telescope Array“ (CTA). Im Mittelpunkt steht dabei die Schaffung eines Observatoriums auf der Insel La Palma und im Süden Chiles. Mehr als 100 Teleskope messen Gammastrahlen – Lichtteilchen, die eine Milliarde Mal mehr Energie haben als sichtbares Licht.

Illustration des zukünftigen CTA Observatoriums in Chile und La Palma. Quelle: DESY/Milde Science Communication

Desy holt Datenzentrum nach Zeuthen

Im Rahmen des CTA-Projekts gelang es den Desy-Physikern, sich gegen Konkurrenten aus Italien, Frankreich und Polen durchzusetzen und das neue Datenzentrum auf dem Campus am Zeuthener See zu etablieren. „Ohne die Mitarbeiter des Instituts wäre das alles nicht möglich gewesen“, sagt Stegmann rückblickend.

In den kommenden Jahren wird es nun darum gehen, die Infrastruktur auf dem Campus moderner zu gestalten und den Standort auch optisch als Zentrum für die weltweite Astroteilchenphysik auszubauen. Derzeit läuft der Architekturwettbewerb. Im März sollen die Konzepte zur Campusentwicklung erstmals in einer öffentlichen Ausstellung präsentiert werden. Christian Stegmann hofft, dass noch in diesem Jahr mit der Baufeldfreimachung begonnen werden kann. Die Grundsteinlegung ist für 2020 geplant.

Von Josefine Sack

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