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Asyl: Brandbrief für Woidke aus Schönefeld

Streit um Messehallen in Selchow Asyl: Brandbrief für Woidke aus Schönefeld

„Das Maß ist voll“: Die Lokalpolitiker in Schönefeld (Dahme-Spreewald) wollen weiter verhindern, dass in den Messehallen im Ortsteil Selchow Flüchtlinge untergebracht werden. Es ging bereits ein Brandbrief an den Landrat. Jetzt haben die Schönefelder erneut ein Schreiben aufgesetzt – diesmal an den Ministerpräsidenten.

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In Schönefeld sorgt die geplante Aufnahme von Flüchtlingen für Verdruss und Ärger in der Gemeinde.
 

Quelle: dpad

Schönefeld.  “Das Maß ist voll“: Nachdem sich die Schönefelder Gemeindevertreter in der vergangenen Woche einmütig in einen offenen Brief an Landrat Stephan Loge (SPD) zur massiven Unterbringung von Flüchtlingen in ihrer Gemeinde geäußert hatten (die MAZ berichtete), bestimmte das Thema „Asyl“ erneut weite Teile der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend.

Demonstrativ unterzeichneten die Vorsitzenden aller fünf Fraktionen – Hans-Georg Springer (CDU), Rainer Block (SPD/FDP), Robert Rust (AfE), Wolfgang Katzer (Die Linke) und Christian Hentschel (Bürgerinitiative Schönefeld/Bündnis 90/Die Grünen) – sowie Bürgermeister Udo Haase (parteilos) und der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Olaf Damm (CDU), einen dreiseitigen Brief an Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). D

arin sprechen sie sich gegen weitere Überlegungen zur Errichtung von Gemeinschafts- und Notunterkünften aus, vor allem gegen die Pläne des Landes Berlin, Flüchtlinge in den Messehallen in Selchow unterzubringen.

Die Fraktionsvorsitzenden, der Bürgermeister und der Vorsitzende der Gemeindevertretung mit dem Brief

Die Fraktionsvorsitzenden, der Bürgermeister und der Vorsitzende der Gemeindevertretung mit dem Brief.

Quelle: Schmidt

In dem Brief verweisen sie erneut auf die erfolgreiche Integration der Menschen in der Gemeinschaftsunterkunft Waßmannsdorf und die Belastung durch die Notunterkünfte in Großziethen und das Berliner Hotel Leonardo direkt an der Gemeindegrenze. Nun sei die „Belastungsgrenze“ für die Gemeinde erreicht. Die Fraktionen appellieren deshalb an Woidke, weiteren Überlegungen zu Notunterkünften in der Gemeinde eine „deutliche Absage“ zu erteilen. Er solle mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin Kontakt aufnehmen, um bessere Lösungen als die Unterbringung von Flüchtlingen in Selchow zu finden. In diesem 200-Seelen-Ort ohne jegliche Infrastruktur direkt neben der südlichen Startbahn des BER möchten sie „keine LaGeSo-Zustände“. Weder Integration noch Versorgung oder Betreuung wären dort möglich. „Unsere Erfahrungen aus Waßmannsdorf haben gezeigt, dass erfolgreiche Integration Zeit und ein hohes Maß an ehrenamtlicher Tätigkeit erfordert. Beides steht uns nicht oder nur begrenzt zur Verfügung“, heißt es. Die Konzentration von Flüchtlingen an wenigen Orten würde zudem Ängste schüren.

 „Deutliche Worte sind jetzt nötig. Wir wollen nichts dem Zufall überlassen“, sagte Olaf Damm. Die Pressemitteilung über die Absicht Berlins zur Unterbringung von Asylbewerbern in Selchow habe dem Fass den Boden ausgeschlagen. Das Schreiben aller Fraktionen an Woidke sei ein deutliches Zeichen, dass sich die Gemeinde mit der Thematik intensiv auseinandersetzt und sich weiter engagieren möchte. Bereits der Offene Brief an den Landrat Loge habe für Aufsehen gesorgt und gezeigt, dass sich eine Gemeindevertretung einstimmig äußern könne.

 Bürgermeister Haase (parteilos) kündigte an, dass am Montag eine Beratung zum Thema mit dem Landrat geplant sei.

Von Uta Schmidt

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