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Dahme-Spreewald Asylfrage: „So was ist doch unmenschlich“
Lokales Dahme-Spreewald Asylfrage: „So was ist doch unmenschlich“
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10:58 30.12.2015
Dirk Knuth ist der Vorsitzende des Mittenwalder Ortsbeirates. Quelle: Andrea Müller
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Mittenwalde

Auch in Mittenwalde ist die Unterbringung von Flüchtlingen seit Monaten ein immer wiederkehrendes Thema. Eine klare Meinung dazu hat auch der Vorsitzende des Ortsbeirates, Dirk Knuth (CDU).


MAZ:
Vor wenigen Tagen bei der Stadtverordnetenversammlung in Mittenwalde machten Sie sich ordentlich Luft über Ihren Unmut in Sachen Flüchtlingspolitik des Landkreises. Was stinkt Ihnen so?

Dirk Knuth: Wir kümmern uns seit einem Jahr um eine Unterkunft für Flüchtlinge. Es ist noch gar nicht lange her, als sich Herr Klinkmüller als Vizelandrat bei uns bedankt hat für unsere Initiative, die wir mit dem Standort Wasserwerk auf den Weg gebracht haben. Und jetzt: Weitere Unterkünfte für Flüchtlinge in Schenkendorf und Gallun.

Kann es sein, dass die Kommunikation zwischen Stadt und Landkreis nicht stimmt?

Knuth: Wir hatten schon öfter Gespräche mit dem Landkreis. Immer wurde uns zugesichert, wenn wir den Standort voranbringen, dann werde es keine weiteren Unterkünfte hier geben. Es hat mich sehr geärgert, dass hinter unserem Rücken eine „Wagenburg“ geplant wird. So was ist doch unmenschlich. Die Leute werden dort für Monate oder gar ein Jahr nach jetzigen Planungen untergebracht. Auch wenn geholfen werden muss, geht das so nicht und das sehen viele Mittenwalder so.

Was konkret befürchten Sie mit den neuen Plänen des Kreises?

Knuth: Dass unsere Infrastruktur dafür nicht ausreicht. Dass zum Beispiel die Kita-Plätze nicht reichen, zu viele Kinder in den Schulklassen sind und die gesundheitlichen Einrichtungen überlastet werden.

Was wünschen Sie sich vom Kreis?

Knuth: Der Landkreis soll eine verlässliche Zahl nennen, mit wie viel Leuten wir in Mittenwalde zu rechnen haben. Deswegen haben wir im Ortsbeirat besprochen, dass unser Rathaus künftig freitags die aktuellen Zahlen und Geschehnisse abfragen soll und wir sofort darüber informiert werden. Wir wollen nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Wir als Ortsbeirat möchten die Bürger informieren können.

Aber das weiß der Landrat doch selbst nicht?

Knuth: Ich verstehe in dieser Hinsicht den Landrat nicht. In Mittenwalde waren wir uns einig – und zwar alle von SPD, Linke, CDU – etwas zusammen zu gestalten und zwar einen Standort für 120 Personen am Wasserwerk, nicht weit weg vom Rathaus, in der Nähe der Feuerwehr, den Einkaufsmöglichkeiten, mit Busanbindung. Das war ein erreichbares Ziel und wir hatten viele Mittenwalder hinter uns.

Das ist jetzt nicht mehr so?

Knuth: Nein, nicht nur die Bürger stehen nicht mehr dahinter, sondern auch bei den Stadtverordneten herrscht geteilte Meinung. Der Landrat kann nicht regieren wie ein König, er sollte die Bürger mit einbeziehen bei der Entscheidung. Wie stehen wir da, wenn die Gerüchteküche brodelt und wir über nichts Bescheid wissen. Das ist schlecht, denn uns gehen die Leute verloren, die bereit waren mitzuziehen. Es ist immer besser, die Leute mitzunehmen, statt sie gegen sich aufzubringen.

Jeden Tag kommen neue Flüchtlinge, die brauchen ein Dach über dem Kopf...?

Knuth: Das wollten wir bauen. Am Wasserwerk! Jetzt liegt der Ball beim Landrat. Er soll mit den Stadtverordneten und den Bürgern reden und sagen, wie es weitergeht in Mittenwalde.

Aber das wird dauern. Wann könnte die Unterkunft fertig sein?

Knuth: Wir wollten bis Dezember den Bebauungsplan über die Bühne bringen, um so schnell wie möglich bauen zu können. Ich denke Ende 2016 könnte es fertig sein, spätestens Anfang 2017.

Es gibt von der Gruppe „Hand in Hand“ eine Petition, mit der gefordert wird, dass nicht mehr als 120 Leute nach Mittenwalde gebracht werden. Unterstützen Sie diese?

Knuth: Die Forderung kam vom Ortsbeirat Mittenwalde. Die Infrastruktur lässt einfach nicht mehr Asylsuchende für Mittenwalde zu.

























Von Andrea Müller

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