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Dahme-Spreewald Auf den Spuren der Geschichte
Lokales Dahme-Spreewald Auf den Spuren der Geschichte
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07:00 01.02.2016
Altpfarrer Rainer Borrmann beschäftigte sich vor einem großen Interessentenkreis mit der Geschichte von Großziethen. Quelle: Uta Schmidt
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Großziethen

In diesem Jahr feiern die Großziethener das 800-jährige Bestehen ihrer alten Feldsteinkirche. Ein Jubiläum, das Kirchgemeinde und Dorfgemeinschaft mit einem Festjahr und zahlreichen Veranstaltungen begehen. Zum Auftakt gab es vor wenigen Tagen ein Konzert mit gregorianischem Chorgesang. Am Samstag ließ Rainer Borrmann in einem Vortrag die Ortsgeschichte Revue passieren.

„Zwar gibt es keine Dokumente aus dem Mittelalter, die zum Beispiel den Baubeginn der Kirche belegen, aber anhand von Vergleichen mit anderen Gotteshäusern der Region ist es möglich, die Bauzeit auf die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts einzugrenzen“, sagte der ehemalige Gemeindepfarrer von Berlin-Steglitz und Britz, der sich seit seinem Ruhestand vor 20 Jahren intensiv mit der Entwicklung von Kirche und Dorf Großziethen beschäftigt. Der Name „Großziethen“ stamme aus dem Slawischen und bedeute so viel wie „ Getreidefeld“. Auch die hufeisenförmige Anlage des Dorfangers deute auf eine slawische Siedlung hin. Nach der Übernahme Brandenburgs nach 1150 durch Albrecht den Bären hätten „junge Unternehmer aus dem Süden und dem Westen in der dünn besiedelten Gegend gute Aufstiegschancen gesehen“, so Borrmann. Aus den Ehen zwischen Deutschen und Wenden seien die ersten Brandenburger entstanden. Während Großziethen Wohnort der deutschen Bevölkerung war, gründeten Wenden Kleinziethen.

Borrmanns kurzweilige Geschichtsstunde gab einen informativen Einblick in den Aufbau einer mittelalterlichen Siedlung mit Kirche, Kirchhof, Schmiede, Dorfteich, Dorfbackofen, Mühle. All das war auch in Großziethen vorhanden. Der Dorfteich wurde später zugeschüttet und bietet heute dem Spielplatz Raum. Ein Dorfkrug befand sich in unmittelbarer Nähe der Kirche am Friedhofsweg, der Dorfbackofen aus Feuerschutzgründen am Dorfausgang im Osten.

Vor allem aber die wechselvolle Geschichte des nach Osten hin ausgerichteten Gotteshauses zog die Zuhörer in ihren Bann. Mit Turm, Schiff, Chor und Apsis sei es typisch für Kirchenbauten im frühen Mittelalter gewesen, erklärte der Alt-Pfarrer. „Nach 1250 wurden keine Apsiden mehr gebaut. Besonders auffällig ist zudem die sorgfältige Bauausführung des Mauerwerks. Die Feldsteine wurden an fünf Seiten behauen“. Das alles deute auf die Arbeit von erfahrenen Steinmetzen hin. Damit hätten romanische Kirchen über Jahrhunderte ihre Widerstandsfähigkeit und Haltbarkeit bewahrt. „Unsere Kirche in der heutigen Form mit dem Turm aus Ziegelsteinen aus dem Jahr 1877 zeigt keinen eindeutigen Baustil mehr. Viele Epochen sind an ihr zu erkennen, wie die Jahresringe bei einem Baum“, meinte der ehemalige Pfarrer. Er wird am 6. Februar ab 16Uhr in einem zweiten Teil von der „Geschichte Großziethens“ berichten.

Die Kirchengemeinde hat heute mehr als 1700 Mitglieder. Das Interesse an der Geschichte von Kirche und Dorf sei groß, sagte Pfarrer Richard Horn. Weil er selbst erst im November das Pfarramt übernahm, verfolge auch er die Vorträge mit Spannung. Anlässlich des Jubiläums haben die Großziethener Christen einen Jubiläumssekt mit goldenem Etikett und einen Kalender kreiert. Die ersten 200 Flaschen des Festgetränks wurden bereits verkauft. Eine weitere Lieferung wird erwartet.

Von Uta Schmidt

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