Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Dahme-Spreewald Aufstand gegen Wiesenhof
Lokales Dahme-Spreewald Aufstand gegen Wiesenhof
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 13.09.2017
Teilnehmer der Demonstration Samstagmittag am Bahnhof Königs Wusterhausen. Von hier ging’s nach Niederlehme. Quelle: Frank Pawlowski
Königs Wusterhausen

Rund 700 Menschen zogen Samstagmittag von Königs Wusterhausen zum Wiesenhof-Schlachthof in Niederlehme, um gegen die geplante Erweiterung der täglichen Schlachtkapazität auf bis zu 240 000 Hühner zu protestieren. Auf einer Kundgebung unweit des Betriebsgeländes am Möllenberg sprachen sich mehrere Redner gegen Massentierhaltung aus. Auf der Bühne ergriff auch die Niederlehmerin Kerstin Rist von der Bürgerinitiative „KW stinkt’s“ das Wort.

Kerstin Rist von der BI „KW stinkt’s“ spricht auf der Bühne in Niederlehme. Neben ihr steht Bürgermeisterkandidatin Gudrun Eichler (Linke, Grüne). Quelle: Frank Pawlowski

Sie prangerte vor allem an, dass Wiesenhof ohne Genehmigung bereits mehr Tiere schlachte und sprach von „lokalem Staatsversagen“. Die Behörden hätten das toleriert. Rist forderte, das Genehmigungsverfahren für die höheren Schlachtzahlen auszusetzen. Die Bühne war in einer Seitenstraße neben einer Autotechnik-Firma aufgestellt, der Schlachthof liegt in Sichtweite gegenüber. Direkt davor durfte die Veranstaltung nicht stattfinden. Die Polizei schirmte das Firmengelände ab. Eine Hundertschaft war nach Niederlehme beordert worden. Doch befürchtete Zwischenfälle wie im März, als sich Demonstranten vor dem Wiesenhof-Tor an Betonfässer ketteten, blieben aus. Nach und nach fuhren Polizeiwagen wieder davon. Die Veranstaltung verlief bis zum Ende um halb sieben friedlich.

Für mehr kleinbäuerliche Strukturen

Unter den Teilnehmern waren viele Familien mit Kindern. Einige Demonstranten hatten Hühnerkostüme an. Bunte Luftballons schwebten in der Luft, zahlreiche Plakate und Transparente wurden hochgehalten. Die parteilose Bürgermeisterkandidatin Gudrun Eichler (für Linke, Grüne) kam mit dem Fahrrad. „Ich will keine Arbeitsplätze abschaffen. In kleinbäuerlichen Strukturen wird es davon viel mehr geben können“, sagte sie.

Uschi und Gerd Helmers kamen aus Niedersachsen nach Königs Wusterhausen. Sie waren zum ersten Mal im Dahmeland. Quelle: Frank Pawlowski

Aus Wietzen bei Hannover waren Mitglieder einer Bürgerinitiative nach Königs Wusterhausen gekommen, die ebenfalls gegen einen Megaschlachthof kämpft. Vorsitzende Uschi Helmers und ihr Mann Gerd berichteten, dass die Mastställe in der Umgebung des Schlachthofes ein großes Problem seien: „Wir werben dafür, dass die Landwirte die Finger davon lassen.“ Der Demonstrationszug setzte sich um halb zwei von der Storkower Straße am Bahnhof in Richtung Niederlehme in Bewegung. „Hopp, hopp, hopp, Agrarfabriken stopp“, riefen die Teilnehmer, als sie in den Kirchsteig einbogen. Thomas Winkelkotte aus Strausberg trug ein Schild mit der Aufschrift „Fleischexport schafft Fluchtursachen“.

Sandra Riebioldt und Willi Wegner von der BI Prignitzer gegen Industriemast. Quelle: Frank Pawlowski

Er versucht, sich weitgehend selbst zu versorgen. Sandra Rieboldt und Willi Wegner kämpfen in der Initiative „Prignitzer gegen Industriemast“ gegen eine geplante Hühnermastanlage für 320 000 Tiere: „Wir brauchen das nicht.“ Niederlehmes Ortsvorsteherin Ina Engel beobachtete die Kundgebung kopfschüttelnd kurz von Weitem. Sie ist Wiesenhof-Befürworterin, war erleichtert über den friedlichen Verlauf.

Die Demonstration in Königs Wusterhauen war der Abschluss der bundesweiten Aktionstour „Wir haben es satt“ gegen Konzernmacht, Landraub und Tierfabriken.

Von Frank Pawlowski

Feuerwehrsportler aus Dahme-Spreewald kämpften am Sonnabend in Krummensee um den Kreispokal. Sie gingen in zwei von fünf Disziplinen an den Start. Die Mannschaften aus dem Südkreis sind traditionell eine Macht, aber auch der Norden schlug sich nicht schlecht. Die Zeuthener gewannen in ihrer Paradedisziplin.

12.09.2017

Trotz des Regens kamen am Samstagmittag mehrere hundert Menschen nach Königs Wusterhausen, um gegen Massentierhaltung im Allgemeinen und den Wiesenhof-Schlachthof im Speziellen zu demonstrieren. Der Tierfabrik in Niederlehme statten sie am Nachmittag einen Besuch ab.

21.03.2018

Im Vergleich zu 2015 ist im vergangenen Jahr die Zahl der Patienten in Berliner und Brandenburger Krankenhäusern weiter gestiegen. Auch die Kliniken in Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming verzeichnen höhere Zahlen.

09.09.2017