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Auftakt der „Schlossgespräche“

Königs Wusterhausen Auftakt der „Schlossgespräche“

Mit Ulrich Matthes startete in Königs Wusterhausen die neue Veranstaltungsreihe „Schlossgespräche“. Im voll besetzten Saal der Kavalierhäuser sprach er über seine Kindheit, seinen Beruf und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

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Ulrich Matthes im Gespräch mit Angela Elis.

Quelle: Heidrun Voigt

Königs Wusterhausen. Um es vorwegzunehmen: Der Auftakt der „Schlossgespräche“ am Donnerstagabend in den Kavalierhäusern in Königs Wusterhausen war in jeder Hinsicht gelungen. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt, Philipp Niedrichs Gitarreneinlagen poetisch – und der Star des Abends, Ulrich Matthes, beantwortete offen und unverstellt die Fragen von Moderatorin Angela Elis.

Elis stellte den Schauspieler in ihrer Anmoderation kurz vor: seit 2004 Ensemblemitglied am Deutschen Theater Berlin, zweimal Schauspieler des Jahres, Grimme-Preis und Goldene Kamera für den Tatort „Im Schmerz geboren“, 2015 mit dem Preis der Deutschen Fernsehakademie geehrt und seit vier Jahren Direktor der Sektion „Darstellende Kunst“ der Akademie der Künste in Berlin. Elis bemerkte, dass wenig Privates über Matthes zu lesen sei. „Wie war es in Berlin aufzuwachsen?“, fragte sie.

Schwierige Schauspiel-Anfänge

Ulrich Matthes erzählte, dass er seiner Familie sehr viel zu verdanken habe; sein Vater ein prominenter Journalist beim Tagesspiegel war. „Meine Eltern waren sehr liberal. Sie haben mich und meinen Bruder dazu erzogen, eine eigene Meinung zu haben und diese auch als Kind äußern zu dürfen.“ Auch seine Liebe zur Sprache verdanke er seinem Elternhaus. Matthes outete sich als leidenschaftlicher Zeitungsleser, der „den Wirtschaftsteil überblättert“.

„Die Anfänge als Schauspieler waren nicht so toll“, gestand Matthes. Er sagte, dass neben dem Talent Fleiß und Disziplin wichtige Tugenden in seinem Beruf seien und er es nicht verstehe, wenn Kollegen unvorbereitet zur Probe kämen. Angela Elis kam auch zu den Themen des Tages, etwa Obamas Satz „Die Deutschen sollten Merkel mehr Wert schätzen“. „Das bezog sich auf Trump und den Aufstieg der Rechtspopulisten in Europa“, entgegnete Matthes. Er habe sich abgewöhnt, ein Werteurteil über Leute nach ihrer Parteizugehörigkeit zu fällen, sondern schaue sich den Menschen an. Seine Toleranz höre allerdings bei der AfD auf. „Mit der Bundeskanzlerin habe ich schon Bouletten gegessen und es war sehr nett. Sie hat Humor und nimmt sich nicht so wichtig“, verriet der Schauspieler und erzählte, dass er mit Angela Merkel schon öfter über Theateraufführungen diskutiert habe. Im Gespräch mit dem Publikum war unter anderem Matthes Rolle als Goebbels in „Der Untergang“ ein Thema.

Die Veranstaltungsreihe ist ein Projekt der Stadt Königs Wusterhausen und der Deutschen Gesellschaft, die sich der Förderung politischer, kultureller und sozialer Beziehungen widmet. Im Frühjahr findet das nächste „Schlossgespräch“ statt.

Von Heidrun Voigt

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