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Aus Protest: Massenaustritt bei der Feuerwehr

Senzig (Dahm-Spreewald) Aus Protest: Massenaustritt bei der Feuerwehr

Senzig hat keine einsatzbereite Feuerwehr mehr. Nach dem Austritt von 16  Kameraden wurde sie abgemeldet. Grund ist ein Streit mit den Feuerwehrleuten aus Königs Wustenhausen um Einsätze. Eine Lösung ist nicht in Sicht. Der Bürgermeister will den Landesfeuerwehrverband um Hilfe bitten.

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Bis auf Weiteres geschlossen: Die Senziger Feuerwehr ist nach Massenaustritten von Kameraden nicht mehr einsatzbereit.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Senzig. Im mit 3360 Einwohnern viertgrößten Königs Wusterhausener Ortsteil Senzig gibt es keine einsatzbereite freiwillige Feuerwehr mehr. Nach einem Massenaustritt von 16 Kameraden wurde sie vorerst abgemeldet. Bürgermeister Lutz Franzke (SPD) versicherte im Stadtrat, dass der Brandschutz in Senzig durch andere Feuerwehren der Stadt dennoch gewährleistet sei.

Folgen sind noch nicht absehbar

Wenige Monate vor dem 95. Jubiläum im kommenden Januar ist das die größte Krise in der Geschichte der Senziger Feuerwehr. „Das kam noch nicht vor“, sagte Ortswehrführer Sebastian Kanschur am Mittwoch der MAZ. Die Hälfte der sechsköpfigen Wehrführung schmiss ebenfalls hin, darunter sind der Jugend- und der Gerätewart. Derzeit sei nur „eine Hand voll“ der einst 29 aktiven Einsatzkräften verfügbar, sagte Kanschur. Der Aderlass ist gewaltig, die Folgen sind noch nicht absehbar. „Einige Kameraden waren mehr als 20 Jahre dabei, etliche von denen, die jetzt gegangen sind, wollen nicht mehr wieder kommen.“

Bürgermeister Lutz Franzke (l) und Ortswehrführer Sebastian Kanschur präsentiertenm vor zwei Jahre die Pläne für den Feuerwehr-Neubau

Bürgermeister Lutz Franzke (l.) und Ortswehrführer Sebastian Kanschur präsentiertenm vor zwei Jahre die Pläne für den Feuerwehr-Neubau. Franzke sagte diese Woche im Stadtrat, das Gerätehaus werde trotzdem gebaut.

Quelle: Franziska Mohr

Grund ist laut Kanschur ein seit anderthalb Jahren schwelender Streit um die Einsätze. Laut der neuen Vorschrift der Stadt werden die Ortswehren nur noch bei Bränden mit alarmiert. Zu Hilfeleistungen wie bei umgestürzten Bäumen oder Überschwemmungen rücken die hauptamtlichen Königs Wusterhausener Feuerwehrleute aus. In Senzig macht das laut Kanschur 70 bis 80 Prozent der Einsätze aus. „Da wir im Jahr nur knapp 30 Einsätze haben, bleibt für uns kaum noch etwas übrig.“

Kameraden fühlen sich nicht mehr gebraucht

Die Senziger wollten deshalb erreichen, dass sie wie früher bei allen Feuerwehr-Notrufen wieder mit alarmiert werden. Doch das lehne die Stadt ab. „Die Motivation ist bei den Kameraden nicht mehr da, weil sie sich nicht mehr gebraucht fühlen“, so Kanschur. Die zahlreichen jüngsten Sturmschäden in Senzig wurden von anderen Feuerwehrleuten beseitigt. Kanschur betonte die Bereitschaft, eine gemeinsame Lösung zu finden, auch die Jugendlichen im Ort sollten nicht verprellt werden. In der Senziger Jugendfeuerwehr sind vier Mädchen und 14 Jungen aktiv.

Bürgermeister will Streitschlichter einsetzen

Stadtbrandmeister Sandro Viehöfer wollte sich gegenüber der MAZ nicht äußern. Bürgermeister Lutz Franzke will den Streit nun mit Hilfe des Landesfeuerwehrverbandes schlichten. Das geplante neue Gerätehaus in Senzig soll dennoch gebaut werden, sagte er im Stadtrat.

Stadt kann auf Freiwillige nicht verzichten

Die Stadtverwaltung teilte mit: „Die Stadt Königs Wusterhausen und die Stadtwehrführung sind sich bewusst, dass sie bei großen Einsätzen nicht auf die wertvolle Unterstützung der ehrenamtlichen Feuerwehrleute verzichten

Standbrandmeister Sandro Viehöfer

Standbrandmeister Sandro Viehöfer.

Quelle: Franziska Mohr

kann. Ohne die ehrenamtlichen Kameraden der Ortsteile wäre die Schlagkraft der Feuerwehren aus Königs Wusterhausen nicht in ihrer heutigen Stärke gegeben.“

Brandschutz in Senzig ist sichergestellt

Brandschutz und Hilfeleistung seien im Ortsteil Senzig gewährleistet. Zeitkritische Einsätze würden sofort durch die hauptamtlichen Kräfte und mindestens eine weitere Ortsfeuerwehr bearbeitet. Die Jugendarbeit sei durch den Stadtjugendwart ebenfalls sichergestellt.

Von Frank Pawlowski

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