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Dahme-Spreewald Aus dem Alltag eines Berufstauchers
Lokales Dahme-Spreewald Aus dem Alltag eines Berufstauchers
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10:16 14.03.2018
Unter Wasser: Dennis Steinberg sieht beim Tauchen selten weiter als ein paar Zentimeter – und muss sich bei der Arbeit dann auf seinen Tastsinn verlassen. Quelle: Privat
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Dahmeland-Fläming

Wenn Dennis Steinberg abtaucht, wird es düster. Seinen 25 000 Euro teuren Hightech-Taucheranzug und ihn umgibt dann nur noch Schlamm und Modder und Brackwasser. „Sobald ich unter Wasser bin, ist es dunkel. Da brauchst du keine Lampe mehr anzuschalten. Da ist es vorbei mit Licht und du siehst nur noch mit den Händen.“

Tauchen in Kanälen, Klärwerken und Baugruben

Steinberg ist gelernter Berufstaucher – seine eigene Firma sitzt in Zossen. Sein Arbeitsplatz aber sind die Talsperren und Kanäle, die Klärwerke und Baugruben des Landes. In Deutschland dauert die Ausbildung zwei Jahre. Voraussetzung ist ein Gesellenbrief aus einem anderen Handwerk.

Denn Berufstaucher sind Alleskönner. Dennis Steinberg darf, kann und macht unter Wasser alle Arbeiten. Er schweißt, brennt, filmt, birgt Leichen und sucht verlorene Eheringe – und das bis zu 50 Meter tief. „Viele Feuerwehr- und Polizeitaucher dürfen nur bis zu 21 Meter runter. Bei allem, was tiefer liegt, werden wir gerufen.“

Gerade bei Arbeiten in Baugruben sieht der 41-Jährige mit den breiten Schultern und dem trockenen Humor fast nichts. Der aufgewühlte Schlamm färbt das Wasser zu einer betongrauen Suppe. Der Blick durch das kleine Fenster in seinem Helm ist da überflüssig. Luft zum atmen bekommt Steinberg durch die Nabelschnur. Der lange Schlauch reicht vom Helm bis zu einem Kompressor mit Speicherflaschen an der Wasserfläche. Auf dem Rücken nimmt Steinberg nur eine Reserveflasche mit Druckluft hinab in die Tiefe – für Notfälle.

In voller Montur: Ein Hightech-Trockenanzug kostet Dennis Steinberg (Mitte) rund 25 000 Euro. Seine Arbeitsgeräte sind da noch nicht eingerechnet. Quelle: Privat

Arbeiten mit der Kettensäge – unter Wasser

Gleichzeitig hält Steinberg über die Nabelschnur Kontakt mit den Kollegen an Land. Spricht er in sein Mikrofon, schalten die Helfer im Trockenen den Strom für seine hydraulische Unterwasser-Kettensäge an. Gibt er den Befehl, lassen sie ein Blech hinab, das er an die Kaimauer schweißt.

Ist die Sicht mäßig, wird Dennis Steinberg pragmatisch: „Wenn ich ein Blech auf ein Leck schweiße, muss es halten und dicht sein“, sagt er. Könnte sich ein Fachmann hinterher die Nähte ansehen, würde er wohl die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Doch der muss seine Arbeit auch nicht 50 Meter tief in einem Trockentauchanzug abliefern.

„Nicht jedermanns Sache“ – Dennis Steinberg muss auch nach Leichen suchen

Für Dennis Steinberg gehört das zum Alltag. Der Zossener hat in seiner Taucherkarriere so viel erlebt, wie andere in drei Arbeitsleben zusammen. Im Tollensesee in Neubrandenburg hat er einmal einen 1,5 Tonnen schweren Versuchstorpedo geborgen, den die Wehrmacht kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges auf der Teststrecke im See versenkte. Und für die Polizei spürte er drei Leichen auf. Eine Arbeit, die „nicht jedermanns Sache ist“, sagt Steinberg. „Aber dafür wurden wir ausgebildet.“

Der Fund von Tresoren in der Spree wirkt da beinahe banal. Das Wasser- und Schifffahrtsamt befreit die Flüsse in regelmäßigen Abständen von Müll und Schlick. Stoßen die Bagger auf Undefinierbares, das nicht zu bergen ist, muss Steinberg hinab. Die beiden Tresore, die er zwischen all den Mopeds und Fahrrädern am Grund der Spree fand, waren verschlossen und wurden als mögliches Diebesgut an die Polizei übergeben. „Aber natürlich hat jeder Berufstaucher den Traum, einmal irgendwo in einem Tümpel einen Schatz zu finden“, sagt Steinberg.

Hinab ins Wasser: Durch die Nabelschnur (blauer Schlauch) wird Dennis Steinberg mit Luft versorgt. Außerdem hält der Zossener so Kontakt mit seinen Kollegen an Land. Quelle: Privat

Die Suche nach dem Ehering

Und dann gibt’s da noch die Anekdote mit dem Ehering. Ein Privatmann hatte den Ring beim Baden verloren und engagierte Steinberg und einen Kollegen. Zwei Tage lang suchten sie mit Metalldetektoren den Grund ab. Neben Coladosen und Autoschlüsseln fanden sie den Ring tatsächlich – trotz geringer Erfolgsaussichten. „Das war wie ein Sechser im Lotto – vier Wochen hintereinander“.

Steinberg taucht leidenschaftlich gern – ein Traumberuf ist sein Job trotzdem nicht immer.„Ja, ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, sagt Steinberg. „Aber wenn ich im Winter tauchen gehe, ist es minus acht Grad draußen. Ich bin dann für zwei, drei Stunden unter Wasser, arbeite und muss mich hinterher manchmal vor einem Transporter umziehen. Das muss man wirklich wollen.“

Ein Highlight: Bald geht’s ins Bergwerk

Doch es gibt Highlights, immer wieder. Demnächst soll er in ein geflutetes Bergwerk hinabtauchen und den Zustand der Schächte überprüfen und dokumentieren.„Die sind das letzte Mal im Jahr 1492 durch einen Mensch begangen worden“, erzählt Steinberg und der Stolz in seiner Stimme ist nicht zu überhören. Für Steinberg, dessen Hobby seit 15 Jahren das Höhlentauchen ist, bedeutet so ein Auftrag in perfekten Bedingungen die Welt. „Was ich mache, ist fast wie ein Monopol“, sagt er. „Das können die wenigsten“.

Alles gut: Dennis Steinberg hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Ein Traumjob ist das Tauchen – vor allem im Winter – nicht immer. Quelle: Privat

Von Ansgar Nehls

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