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Aus dem Nähkästchen des DDR-Fernsehens

Klaus Feldmann in Königs Wusterhausen Aus dem Nähkästchen des DDR-Fernsehens

Über Pannen und Patzer in 40 Jahren Rundfunk und Fernsehen der DDR plauderte Ex-Nachrichtensprecher Klaus Feldmann am Sonntagvormittag auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen. Gemeinsam mit den Gästen schwelgte er in Erinnerungen und erzählte, wie es ihn zum Fernsehen verschlug, von wo er vielen Menschen aus der „Aktuellen Kamera“ ein Begriff ist.

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Klaus Feldmann las auf dem Funkerberg aus seinem Buch und erzählte Anekdoten aus vielen Fernsehjahren.

Quelle: Uta Schmidt

Königs Wusterhausen. Einen vergnüglichen Ausflug in vier Jahrzehnte Rundfunk- und Fernsehgeschichte der DDR genossen am Sonntagvormittag Gäste im Sender- und Funktechnik-Museums auf dem Funkerberg. Die Fachgruppe DFF-Adlershof im Förderverein Sender Königs Wusterhausen hatte Sprecher-Urgestein Klaus Feldmann eingeladen, der bei einer Matinee-Veranstaltung im denkmalgeschützten Kulturraum des Senderhauses unter dem Motto „Das waren die Nachrichten“ aus seiner Biografie las und über Erlebnisse in DDR-Studios aus dem Nähkästchen plauderte. Dabei spannte er den Bogen von seiner Ausbildung zum Sprecherkind beim Mitteldeutschen Rundfunk in Leipzig bis zur Wendezeit, die er als Pressesprecher bei der Gewerkschaft erlebt hat.

„Ich bin Berliner mit sächsischem Migrationshintergrund“, so Feldmann zur Einstimmung, in der er sein Bemühen schilderte, die deutsche Sprache dialekt- und fehlerfrei zu beherrschen. „Zum Üben habe ich mich ins Bad eingeschlossen, wo ich die Texte laut gelesen habe“, so der 1936 geborene Leipziger. In den Nachkriegsjahren las Feldmann im Rundfunk Liedertexte vor, die Kinder und Eltern mangels gedruckter Liederbücher mitschreiben konnten. Dazu sang der Rundfunkkinderchor. Seine professionelle Laufbahn begann 1957, als der an der Rundfunkschule in Weimar ausgebildete Journalist beim Deutschlandsender zum Nachrichtensprecher ausgebildet wurde.

Das Einmaleins des Nachrichtensprechens

Feldmann plauderte amüsant über Tricks und Techniken des Nachrichtensprechens, ließ dabei aber auch Pannen, Patzer und Versprecher nicht aus, die ihm trotz großer Routine immer wieder passiert seien. Dazu gehörte der Satz „In den Morgenstullen stellenweise Nebel“. „Da hilft nur einfach weitersprechen. Entschuldigungen machen alles nur noch schlimmer.“

Der mit Lesungen viel beschäftigte Senior lebt heute in Marzahn und hat fünf Enkelkinder. Er blickt auf ein erfülltes Berufsleben zurück: „Ich wollte nie etwas anderes machen als Nachrichten und habe es geliebt, Nachrichten zu schreiben und zu sprechen. Das ist ein spannendes Feld, weil man sich intensiv mit der deutschen Sprache beschäftigen muss.“ Verlockende Angebote wie die Moderation der legendären Fernsehsendung „Ein Kessel Buntes“ habe er abgelehnt. Lediglich einmal begab er sich auf das Feld der Unterhaltung. Für die Sendung „Die Nacht der Prominenten“ verwandelte sich die Sprecherikone mit Turban zum Dompteur der Elefantengruppe des Zirkus Aeros. „Diesen Auftritt werde ich nie vergessen“, sagt Feldmann.

Vertrautes Gesicht der „Aktuellen Kamera“

Von 1961 bis zu einer Krankheit 1989 war Klaus Feldmann eine der bekanntesten Stimmen der Nachrichtensendung „Aktuelle Kamera“. Und damit nicht nur Mitarbeitern des DDR-Fernsehfunks, sondern auch für tausende Zuschauer ein vertrautes Gesicht. Besucher der Matinee-Veranstaltung nutzten die Wiederbegegnung für Fragen und den Austausch von gemeinsamen Erlebnissen. Hanna Christian-Janowitz war die erste DFF-Kamerafrau und ist heute Mitglied der Fachgruppe im Förderverein. „Es kam schon vor, dass ich hinter der Kamera stand und Klaus Feldmann die Nachrichten sprach“, erinnerte sie sich. Ulrike Dressel aus Dresden wollte sich eigentlich nur das Funktechnik-Museum anschauen und landete spontan in der Feldmannschen-Matinee, die ihr gut gefiel. Hans-Jürgen Rother aus Wildau nutzte die Chance, Klaus Feldmann einmal live zu sehen. „Mich interessiert sein Lebensweg, ich wusste gar nicht, dass er schon als Kind im Rundfunk zu hören war.“

Nach der Lesung hatten die Gäste die Möglichkeit, sich im „Spitzhaus“ die Sonderausstellung zur Geschichte des DDR-Fernsehens- „Es gab nicht nur den Schwarzen Kanal“ – anzusehen.

Von Uta Schmidt

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