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Dahme-Spreewald Aus der Sicht von Touristen
Lokales Dahme-Spreewald Aus der Sicht von Touristen
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00:36 16.08.2015
An der Infotafel auf dem Bahnsteig laufen die meisten achtlos vorbei.
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Jüterbog

Wo geht’s denn hier zum Zentrum? Etwas ratlos steht vielleicht manch ein Tagestourist auf dem Jüterboger Bahnhof, der nun einmal leider eine ganze Ecke von der historischen Altstadt entfernt liegt. Welche Fragen Ortsfremden bei ihrem Besuch in Jüterbog durch den Kopf gehen könnten, damit beschäftigen sich derzeit die Mitglieder des Wirtschaftsförderungs- und Stadtmarketingausschusses. Ziel sind zufriedene Touristen, die gern wiederkehren und noch andere mitbringen.

Aus diesem Blickwinkel fielen den Ausschussmitgliedern schon am Dienstagabend bei ihrem ersten „Perspektivwechsel“ auf dem Jüterboger Bahnhof und vor dem Rathaus eine Menge Kleinigkeiten auf, die zwar nicht sonderlich dramatisch klingen, aber in der Summe die Stimmung von Besuchern trüben könnten. Abgesehen von dem maroden Bahnhofsgebäude, das inzwischen in Privatbesitz ist, gibt es vieles, was geändert werden sollte. Überfrachtete Infotafeln mit zu kleiner Schrift, fehlende Toiletten, kein übersichtlicher Stadtplan, unangenehme Gerüche im Durchgang zu den Bahnsteigen und nach Jüterbog II, verwirrende Richtungsschilder und sich widersprechende Angaben sind längst nicht alles. Wochenendausflügler, und das wird schon seit langem beklagt, können nicht auf eine Busverbindung, zum Beispiel nach Kloster Zinna, hoffen, obwohl die Rufbusse inzwischen immer öfter angefordert werden. Das ist aber nur bis Freitagnachmittag möglich. Den Taxiruf testete der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Falk Kubitza (SPD) persönlich – ohne Erfolg. Es ging einfach niemand ran. Vielleicht verständlich, wenn man weiß, dass einige Taxiunternehmer in den umliegenden Dörfern wohnen und eine einzige Fahrt vom Bahnhof in die Stadt nicht lohnen würde.

Die nun begonnene Bestandsaufnahme soll fortgesetzt werden. Ein „Perspektivwechsel“ ist vor der nächsten Sitzung für das Kulturquartier Mönchenkloster und die Nikolaikirche geplant. Um alle Mängel abzustellen, wird mindestens ein Jahr gebraucht, wie Kathrin Burghardt, seit Juni im Rathaus für das Stadtmarketing zuständig, ankündigte. Voraussichtlich im Oktober will sie die Vorhaben im Einzelnen vorstellen. „Es ist nicht mit einem Plakat getan“, erklärte sie den längerfristigen Zeitplan.

Was machbar ist, solle dennoch schnellstmöglich geändert werden, regte der Ausschussvorsitzende Hendrik Papenroth (Für Jüterbog) an. Er bezog sich dabei unter anderem auf die mangelhafte Sauberkeit auf dem Bahnhofsvorplatz. Karin Mayer (CDU) betonte, wie wichtig Partner bei den gewünschten Verbesserungen sind. „Nicht nur die Stadt, auch Geschäftsleute und Gastwirte sind verantwortlich und sollten einbezogen werden“, sagte sie. Es ist bereits daran gedacht, die Taxifahrer zu schulen und eventuell eine zentrale Service-Nummer einzurichten. Zumindest sollten die Rufnummern nach Erreichbarkeit sortiert werden.

Die Ausschussmitglieder begrüßten, dass die Probleme nicht nur dargestellt werden, sondern nun systematisch gelöst werden sollen. Darüber hinaus wollen einige Stadtverordnete ihren Einfluss in anderen Gremien geltend machen. Jörg Podzuweit (SPD), der als sachkundiger Einwohner im Ausschuss mitarbeitet, will sich beispielsweise als Vorsitzender des Nahverkehrsbeirates dafür einsetzen, dass die Rufbusbestellung künftig auch am Wochenende möglich ist. Er sprach sich außerdem dafür aus, die etwas teurere Variante des Mobilitätskonzeptes einzuführen. Dann gäbe es auch an den Wochenenden Busverbindungen zum und vom Bahnhof aus. Doch diese Entscheidung müssten die drei der Arbeitsgemeinschaft Niederer Fläming angehörenden Kommunen gemeinsam fällen.

All diese Bemühungen sind gleichzeitig Teil einer Marketingstrategie, die Ende 2016 fertig sein soll. Derzeit findet eine Bestandsaufnahme statt, bei der touristische Stärken und Schwächen der Stadt aufgelistet, Zahlen und Daten gesammelt werden. Auch hierbei ist die Stadt auf Partner angewiesen, unter anderem auf die evangelische Kirchengemeinde.

Von Martina Burghardt

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