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Dahme-Spreewald Aus für Erdgasprojekt in Märkisch Buchholz
Lokales Dahme-Spreewald Aus für Erdgasprojekt in Märkisch Buchholz
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00:51 25.04.2018
Für die einmal geplante Gasaufbereitungsanlage gab es einen großen Architekturwettbewerb – und in der Folge viele Ideen. Quelle: Engie
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Märkisch Buchholz

Seit fünf Jahren werden in Märkisch Buchholz hitzige Debatten über eine mögliche Erdgasförderung im Ort geführt. Diese Debatten gehören nun der Vergangenheit an. Die Firma Neptune Energy Deutschland wird sich von dem Projekt zurückziehen. Das teilte die Unternehmensführung am Dienstag in einem knappen Statement mit.

Grund für den Ausstieg aus dem Projekt sind laut Neptune jüngste Wirtschaftlichkeitsberechnungen. „Die in regelmäßigen Abständen durchzuführenden Projektprüfungen haben gezeigt, dass die Erdgasförderung in Märkisch Buchholz aktuell nicht wirtschaftlich zu betreiben ist“, wird Neptune-Geschäftsführer Arno Spies in der Mitteilung zitiert.

Paukenschlag für Märkisch Buchholz und Umgebung

Das Erdgasfeld unter Märkisch Buchholz ist schon seit Jahrzehnten bekannt. Es war aber der Energiekonzern Gaz de France Suez, der Anfang 2013 erstmals ernsthaftes Interesse an der Förderung von Erdgas in der Region signalisierte. Seither bereitete das Unternehmen, das später unter dem Namen Engie agierte, das Erdgasfeld vor, stellte Untersuchungen an und startete zahlreiche langwierige Genehmigungsverfahren. Im vorigen Jahr wurde allerdings der zuständige Unternehmensteil von Engie an die britische Firma Neptune Oil and Gas verkauft. Der neue Eigentümer bewertet die Möglichkeiten in Märkisch Buchholz offenbar anders als die früheren Gesellschafter.

Für Märkisch Buchholz und die Umlandgemeinden ist das ein Paukenschlag. Seit sich Gaz de France erstmals für das Erdgasfeld interessierte und eine Förderung in Aussicht stellte, kochten die Gemüter bei dem Thema hoch. Es gab Befürworter des Projekts, aber vor allem erbitterte Gegner. Die politischen Auseinandersetzungen gipfelten schließlich in einem Abwahlverfahren gegen die Bürgermeisterin Bianca Luban.

Bürgerinitiative veranstaltet Freudenfest

Im Ort hatte man ihr vorgeworfen, das Projekt über Gebühr zu fördern. Angesichts des Rückzugs von Neptune sagt Luban nun, sie sehe das Aus des Projekts leidenschaftslos. „Für uns stand immer fest, dass es unklar ist, ob irgendwann einmal Erdgas in Märkisch Buchholz gefördert wird, und ob die Firma überhaupt die nötigen gesetzlichen Bedingungen erfüllt. Deshalb werde ich dem nicht nachtrauern“, sagt sie. Bedauerlich sei lediglich, dass aufgrund der langen politischen Auseinandersetzungen ein Riss durch den Ort gehe. Luban: „Der lässt sich auch nicht mehr kitten.“

Ähnliche Töne schlägt auch Ralf Irmscher an. Als Sprecher der Bürgerinitiative Bürger in Bewegung hatte er von Beginn an den Sinn des Projektes in Zweifel gestellt. „Natürlich ist die Nachricht jetzt für uns fantastisch, weil sie bedeutet, dass das Unternehmen auch unsere Landschaftsschutzgebiete in Ruhe lässt“, sagt er. Die Bürgerinitiative will am Samstagnachmittag spontan ein Freudenfest in Märkisch Buchholz veranstalten. „Aber dass das Thema soviel Unmut und Missgunst hervorgebracht hat, ist schade“, so Irmscher weiter.

Was jetzt mit dem Gasfeld passiert, lässt das Unternehmen Neptune derweil offen. Bis auf kleine Proben wurde dort bisher kein Erdgas gefördert, von vier alten Bohrlöchern ist bereits eines verschlossen, ein weiteres verplombt. Die beiden restlichen Bohrlöcher sind aber noch aktiv. In welcher Form und in welchem Zeitraum diese verschlossen werden, sagte man bei Neptune nicht.

Von Oliver Fischer

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