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Aus für Lokalmatador „Captain Delta“

Band hört auf Aus für Lokalmatador „Captain Delta“

In der Region Königs Wusterhausen waren sie gut bekannt – doch nun hören die Musiker von „Captain Delta“ nach 14 Jahren auf. Auslöser der Trennung ist kein Streit, sondern die berufliche Orientierung der Mitglieder. Einige wollen nach dem Ende ihrer Ausbildung Musik nur noch als Ausgleich zum Job betreiben. Zum Abschluss gibt es noch ein Mini-Album.

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Sie bleiben freundschaftlich verbunden, eine Band sind sie nicht mehr – die Musiker von „Captain Delta“.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Königs Wusterhausen. Als „Captain Delta“ noch „Kusumu“ waren und der Region mit ihrem „Schrummelpop” einheizten, arbeitete die Band auf Stefan Raabs Bundesvision Song Contest hin. Die jungen Musiker wollten als Brandenburgs Vertreter auf die Bühne. Dazu kam es aber nicht. Doch fällt Raabs Name an diesem Vormittag, als die Band ihr letztes gemeinsames Interview gibt. Abends hat der Moderator seinen letzten TV-Auftritt. Ein Zufall, den man nicht besser hätte absprechen können. Sie gehen, er geht. Was bleibt?

Mit der Trennung von „Captain Delta“, hervorgegangen aus „Kusumu“, Schülern des Schiller-Gymnasiums Königs Wusterhausen, tritt eine Band ab, die viele mit ihren Songs berührt und begleitet hat. Von Schrummelpop bis handfestem Rock, vielgestaltig durch Elektro- oder Punkelemente, als Bergfunkretter, als Uhrwerkspiraten, mit deutschen Texten und ehrlichen Botschaften wie der, sich selbst treu zu bleiben.

Ironischerweise mussten sich Sven Schenk, Robin Wulff, Helen Wagner und Peter Meixner dieser Botschaft 2015 selbst stellen, weil sich ihr Leben durch Studienabschluss und Berufswahl zuletzt veränderte und das gemeinsame Arbeiten an neuen Liedern zeitlich und inhaltlich erschwerte. „Ich habe gemerkt, dass Musik nicht mehr die oberste Priorität ist. Und wenn dem so ist, brauche ich kein Rockstar zu werden”, erklärt Schlagzeuger Peter Meixner, gebürtiger Zernsdorfer. Er lebt und arbeitet jetzt in Berlin. Bassistin Helen Wagner empfand die Proben im zurückliegenden Jahr als „fast unternehmerische Prozesse”, die mit Druck verbunden waren. „Ich möchte ohne Zwänge Musik machen”, sagt sie. Alle wissen, wovon sie spricht. „Unsere Musik war zuletzt mehr vom Kopf als vom Bauch geprägt, das ist keine Basis für gute Songs”, sagt Robin Wulff. Die Arbeit an den fünf Liedern des letzten „Captain-Delta“-Mini-Albums, einer sogenannten EP (Extended Play), sei „unfassbar kraftraubend” gewesen, urteilt der Gitarrist. Von dem fehlenden Live-Set, einem Konzertablauf, nicht zu reden. Deshalb verzichten „Captain Delta“ auf einen Abschiedsauftritt in ihrer Heimat.

Im Sommer saßen Robin Wulff und Band-Frontmann Sven Schenk auf Wulffs Terrasse in Bestensee zusammen und berieten über die Zukunft der Gruppe. Es war klar, dass die Mitglieder den eingeschlagenen Weg des Berufsmusiker-Daseins so nicht würden gehen können. „Dass wir die Trennung da schon in Betracht ziehen, war nicht geplant”, erinnert sich Schenk, der als Kusumu-Gründer und Sänger beider Bands nun den größten Schnitt macht. „Aber Robin fragte danach.” Und er trug den Gedanken mit. Sven blickt nach vorne: „Ich will weiter kreativ arbeiten, aber ob ich das mit Musik verbinde, weiß ich noch nicht.” Erst mal stehe das Masterstudium an.

Helen Wagner und Peter Meixner, beide nun Absolventen der TH Wildau, werden „als Ausgleich” weiter Musik machen, aber Zeit und Kraft in ihr berufliches Vorankommen stecken. „Eine Perspektive haben”, benennt die 26-jährige Wildauerin ihre Priorität. Wulff, der jüngst das Veranstaltungsmanagement der „Villa am See – Klubhaus und Hafen” übernommen hat, will beides: „Die Musik bleibt ganz oben”, sagt der 29-Jährige. „Ich überlege noch, ob solo oder mit anderen zusammen.” Dann ergänzt er: „Meine Familie ist froh, dass ich weiter Musik mache – und einen Job habe.”

Ihr Konzert-Ritual, bei dem die Bandmitglieder wie Fußballer einen engen Kreis bildeten, sich an den Schultern fassten und aufeinander einschwörten, gibt es nicht mehr. „Captain Delta“ verabschieden sich mit freundschaftlicher Umarmung.

Von Tanja Kasischke

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