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Ausschuss „Sperrung Turnhalle“ gegründet

Zeuthen Ausschuss „Sperrung Turnhalle“ gegründet

Die Gemeindevertretung von Zeuthen einigte sich Mittwoch auf die Gründung des Ausschusses „Sperrung Turnhalle“. Er soll untersuchen, ob die Bürgermeisterin die Halle zu spät sperren ließ und somit das Leben vieler Menschen aufs Spiel setzte. Auch soll hinterfragt werden, warum die Richtlinie nach dem Unglück von Reichenhall in Zeuthen nicht angewandt wurde.

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Die Sporthalle an der Grundschule ist gesperrt. Die Grünen dringen nun darauf, auch den Weg neben dem Dach zu sperren.

Quelle: Andrea Müller

Zeuthen. Zwei Stunden lang beschäftigte sich die Gemeindevertretung von Zeuthen am Mittwoch mit den Vorgängen um die Turnhallensperrung an der Grundschule am Wald. Wichtigstes Ergebnis war die Gründung des Ausschusses „Sperrung Turnhalle“ auf Initiative der Fraktionsgemeinschaft Grüne/FDP sowie der Fraktionen von CDU, Bürger für Zeuthen und Linke.

Zu Beginn stellte Erika Brüsehaber, Amtsleiterin für Ordnungs- und Wohnungsverwaltung, noch einmal in zeitlicher Abfolge die Ereignisse dar. Sie beginnen für die Verwaltung im August mit der Stellungnahme von Kai Billinger und enden mit der Sperrung der Halle am 4. Oktober. Sogleich hakte Nadine Selch (CDU) ein und stellte klar, dass es bereits im Februar eine Besichtigung der Halle gegeben hatte. Bürgermeisterin Beate Burgschweiger (SPD) beantragte dann, den Holz-Spezialisten Mario Koch für Fragen der Abgeordneten zuzulassen. Aufgrund seiner Stellungnahme war die Halle am 4. Oktober für jeglichen Zugang gesperrt worden.

Halle hätte womöglich bereits vor zwei Jahren gesperrt werden müssen

Nach eigenen Aussagen arbeitet Koch seit 20 Jahren auf dem Gebiet. In dieser Zeit habe er drei Hallen sperren lassen und vier saniert. Am Dienstag dieser Woche sei er noch einmal vor Ort gewesen, um die beiden am meisten geschädigten Binder zu untersuchen. „Für den Tragwerksplaner hängen die Binder in der Luft“, habe er feststellen müssen. Allerdings bestehe ein Unterschied zwischen dem rechnerischen Nachweis und der Realität. Während rechnerisch das Hallendach akut einsturzgefährdet sei, werde es wahrscheinlich noch lange stehen. Er schätzte die Empfehlung des Gutachters Henning Pohle vom 8. September als richtig ein. Der hatte schon da vermerkt, dass „Gefahr im Verzug“ sei.

Sven Herzberger, Spezialist für Verwaltungsrecht, machte dann Ausführungen zu dem Rechtsbegriff. Gefahr im Verzug heiße, dass bei nichtbehördlichem Einschreiten der Schaden sofort eintreten wird. Auf Nachfrage von Jonas Reif (Grüne) musste Koch zugeben, dass eine Sperrung wahrscheinlich schon im April erfolgt wäre, hätte er zu diesem Zeitpunkt einen Auftrag von der Gemeinde bekommen. Aufgrund des Holzbefundes hätte die Halle möglicherweise schon 2015 oder 2014 gesperrt werden müssen. Koch verwies auf eine Richtlinie, die 2006 nach dem Turnhalleneinsturz in Bad Reichenhall verabschiedet worden war. Sie sieht vor, dass solche Hallen alle 15 Jahre begutachtet werden. Brüsehaber musste auf Nachfrage eingestehen, dass die Turnhalle in Zeuthen nicht nach 15 Jahren untersucht worden sei. Stattdessen sei sie vom Hausmeister nach Augenschein beurteilt worden. Die Halle wurde vor 20 Jahren errichtet.

Bis zum Schluss blieb die Frage im Raum, ob die Bürgermeisterin die Halle zu spät sperren ließ und so Menschen gefährdete. Das soll nun der Ausschuss „Sperrung Turnhalle“ unter Vorsitz der CDU-Fraktion klären. Die SPD drang darauf, dass der Ausschuss auch dafür sorgen soll, dass die Hallen im Ort regelmäßig geprüft werden.

Von Andrea Müller

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