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Dahme-Spreewald Ausverkauftes Kabarett-Haus
Lokales Dahme-Spreewald Ausverkauftes Kabarett-Haus
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00:17 01.03.2017
Lehmann bringt in seiner Lieblingsrolle, dem arbeitslosen Sachsen Uwe Wallisch, das Publikum in Königs Wusterhausen zum Lachen. Quelle: Uta Schmidt
Königs Wusterhausen

Erik Lehmann aus Dresden gehört zur Nachwuchsgarde der politischen Kabarettisten in der Bundesrepublik. Am Samstagabend konnten sich die Besucher des Kulturkinos Capitol in Königs Wusterhausen von der Bühnenpräsenz und Wandelbarkeit des 33-jährigen Künstlers überzeugen, den es direkt nach dem Abitur auf die Kabarettbretter verschlug und der dort inzwischen mit sieben verschiedenen Programmen große Erfolge feiert.

„Nur wenige Tage nach der Programmankündigung waren die knapp 150 Karten ausverkauft“, verriet Kinochef Wolfgang Jurk. Erik Lehmann ist nicht nur durch seine Auftritte in der „Dresdner Herkuleskeule“ und der „Leipziger Pfeffermühle“ bekannt. Auch in Königs Wusterhausen hat er schon zweimal gastiert. Nun kann er auf ein Stammpublikum zählen.

Das Publikum im Capitol-Kino hatte seinen Spaß mit dem Dresdner. Quelle: Uta Schmidt

Und das kam auf seine Kosten: Mit seinem Soloprogramm „Uwe Wallisch – Der Frauenversteher“ zündete Lehmann ein geistreiches, wortgewaltiges Pointenfeuerwerk. Dabei schlüpfte der Dresdner in mehrere Kostüme und Rollen, parlierte überzeugend in verschiedenen Dialekten. Als arbeitsloser Sachse Uwe Wallisch wetterte er in Trainingsjacke und mit braver Scheitelfrisur über Erlebnisse im Jobcenter und als Förster Schorsch aus dem Bayrischen Wald über die Sinnhaftigkeit von EU-Förderprogrammen beim Anlegen eines Waldspielplatzes. Als Milliardär Herr von Klatsche philosophierte er über die Spendenrechnungen und als Berliner Marko über die Notwenigkeit von Patientenverfügungen.

Dabei bezog Lehmann immer wieder das Publikum in sein Bühnenprogramm mit ein. Nach dem unterhaltsamen Anfangsgeplänkel nahm sein Programm schnell an Fahrt auf – mitten hinein in die politischen Problemzonen unserer Zeit, im Land, in Europa und der Welt. Er nahm geschlossene Bibliotheken, Schulen und Ärztehäuser in seiner Heimat ebenso aufs Korn wie die Folgen des Drohnenkriegs im Nahen Osten.

„Du bist doch eh nur der Arsch“

Zum Kabinettstück wurde die Schilderung einer Ferienreise der Schwester Marina, die mit Hartz-IV-Budget und dem Fiat Punto nach zehn Jahren Urlaubspause an die Cote d’Azur zu einem Campingplatz aufbricht, 9,50 Euro in der Raststätte für eine Bockwurst berappen soll und nach 18 Stunden Fahrt ein Desaster beim Zeltaufbau erlebt. Fazit des Uwe Wallisch im breiten Sächsisch: Du bist doch nur der Arsch. Immer wieder brachte er vergnüglich auf den Punkt, wie sich die Welt gegen den sogenannten kleinen Mann verschworen hat.

Verblüffend, wie Lehmann sprachlich und darstellerisch den Spagat zwischen seinen Rollen meistert, etwa zum philosophierenden Milliardär in smarter Seidenweste. Den verfolgt die Frage: Wann ist der Mensch reich? Da helfen offenbar auch keine 15 Milliarden. Bei einer Spende von täglich einer Million Euro sei er nach 41 Jahren Pleite und könne dann nichts Gutes mehr tun. Wer will das schon?

Nächster Termin ist schon geplant

„Meine Lieblingsrolle ist schon der Uwe Wallisch, aber ich merke immer mehr, dass der Milliardär vielen von uns aus dem Herzen spricht“, beschreibt Lehmann seine Arbeit. Die Fans in Königs Wusterhausen müssen nun nicht wieder zwei Jahre auf die Wiedersehen warten. Lehmann plant zum Jahresende einen Duoabend mit seinem Autoren Philipp Schaller.

Jürgen Mertner aus Wildau genoss den Kabarettabend. „Ich gehöre zum Stammpublikum von Kabarettveranstaltungen im Kulturkino und habe den Künstler schon vor vier Jahren erlebt. Er ist seitdem weiter gereift.“ Auch Dieter Negendank gefiel der Abend gut. „Schön, dass es solche Veranstaltungen auch in unserer Stadt gibt“, sagte er.

Von Uta Schmidt

Einen historischer Moment war das für die Wildauer Ortschronisten, die sich vor 20 Jahren als Gruppe zusammenfanden. Zum ersten Mal bekamen sie eine Spende. Sie wurde am Freitag im Volkshaus überreicht. Die Freunde war groß. Aber die Jubilare sind nicht wunschlos glücklich.

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