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Dahme-Spreewald Axel Petermann stellt sein Buch „Der Profiler“ vor
Lokales Dahme-Spreewald Axel Petermann stellt sein Buch „Der Profiler“ vor
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08:09 04.04.2016
Axel Petermann las in Wildau aus seinem neuen Buch. Quelle: Philip Ziche
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Wildau

An einem Bremer Bahndamm fand man sie. Vergewaltigt, gewürgt und mit einem Messer in der Brust. Die 17-jährige Carmen Kampa war auf dem Weg von der Disco nach Hause gewesen – und sollte nie dort ankommen. Später werden Passagiere eines Zuges aussagen, zwei rangelnde Gestalten gesehen zu haben, manche wollen Schreie gehört haben. Aber es kam keine Hilfe, und Carmen Kampa wurde ihrem tödlichen Schicksal überlassen. Der Fall schlug 1971 Wellen. Damals war Axel Petermann Neuling bei der Mordkommission. Heute ist der 63-Jährige in Pension und beschreibt in seinen Büchern seine Arbeit als Profiler. Am Freitag präsentierte er im EWE-Kundencenter in Wildau den etwa 60 Zuhörern sein drittes Buch, „Der Profiler“.

Der Fall Carmen Kampa war Petermanns erste Berührung mit Mord. Damals gab es den Beruf des Profilers noch nicht. Den führte Petermann selbst Anfang der 2000er Jahre in Deutschland ein, als er mit Hilfe des FBI die Dienststelle „Operative Fallanalyse“ einrichtete. Im Gegensatz zur herkömmlichen Polizeiarbeit geht die Fallanalyse nicht den am Tatort gefundenen Spuren nach, sondern beschäftigt sich mit dem Täter-Profil.

40 Jahre war Petermann bei der Mordkommission in Bremen tätig; bis 2014 war er Leiter der „Operativen Fallanalyse“. Sein erstes Buch „Auf der Spur des Bösen“ erschien 2010. Neben seinen schriftstellerischen Tätigkeiten berät Petermann Drehbuchautoren des „Tatort“. Der Fall des ehemaligen Frankfurter Ermittlerteams Steier (Joachim Król) und Mey (Nina Kunzendorf) „Der Tote im Nachtzug“ basiert auf einem realen Fall, den er bearbeitet hat. Über seine Bücher sagt er: „Es ist mir wichtig, authentisch zu sein, detailliert und gut zu beschreiben. Ich möchte die Handlungen der Täter nicht werten. Das soll der Leser selbst tun.“

Die Arbeit der Fallanalytiker stelle keine Konkurrenz zur traditionellen Arbeit dar, sagt Petermann. Vielmehr sei es eine Ergänzung, die die Ermittlungen erleichtern kann. Das größte Problem ist dabei allerdings, das der Analytiker, oder auch Profiler, nur selten am „frischen“ Tatort arbeitet, sondern sich mit der Dokumentation der Kriminaltechnischen Untersuchung zufrieden geben muss. Dabei, so Petermann, müsse man „die Spur hinter der Spur finden“, Indizien deuten, die auf die Motive des Täters hinweisen.

Aus zwei Fällen liest Petermann vor. Der eine ist der von Carmen Kampa, bei dem anderen wurde eine junge Frau übel zugerichtet und erhängt auf dem Dachboden gefunden. Immer wieder unterbricht Petermann seinen Lesefluss, erklärt, verdeutlicht. Er hat sogar die alte Schreibtischlampe aus seinem Büro mitgebracht, der Atmosphäre wegen. Das Publikum ist interessiert und stellt häufig Zwischenfragen. Der Fall des erhängten Mädchens ereignete sich 1995, aufgeklärt wurde er 2009. Petermanns Ausführungen, wie er sich mit der Familie des Opfers trifft, lassen die Zuhörer still und betroffen zurück. Wie die Mordfälle ausgehen, verrät er jedoch nicht.

Im Jahre 2011, 40 Jahre nach der Tat, konnte der Fall Carmen Kapa, inzwischen ein „Cold Case“, aufgeklärt und endgültig zu den Akten gelegt werden. Auch das ist Axel Petermann ein Anliegen: „Die Verbrechen sollen nicht vergessen werden. Die Opfer sollen nicht vergessen werden“, sagt er.

Von Philip Ziche

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