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BWL-Studium neben dem Job

Wildau BWL-Studium neben dem Job

Optimal vorbereitet berufsbegleitend studieren, das geht seit 2016 an der Technischen Hochschule Wildau. Zum wiederholten Mal startet dafür nun das Vorsemester, ein kostenloses und unverbindliches Angebot für jeden, der mit einem Studium liebäugelt.

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Mareike Böke gehörte zu den Teilnehmern des im vergangenen Jahr erstmals an der TH Wildau angebotenen Vorsemesters. Mittlerweile studiert die Berufstätige dort neben ihrem Job.

Quelle: K. Grunow

Wildau. Noch hat Mareike Böke gut zwei Wochen Semesterferien. Zeit zum Entspannen, Freunde treffen, bevor es wieder stressig wird und die Industriekauffrau allabendlich nach einem Arbeitstag bei der Berliner Stadtreinigung noch zu Lehrbüchern greifen und Hausaufgaben erledigen muss. Seit Herbst vergangenen Jahres gehört sie zu derzeit 452 Studierenden der Technischen Hochschule Wildau, die ihr Studium parallel zum Job durchziehen.

Gut aufgenommen

„Ich hatte schon einige Zeit vor, neben dem Beruf zu studieren“, erzählt die Zeuthenerin. Dann berichtete ihr ihre Nachbarin Katja Wenger von dem Angebot, an der Technischen Hochschule Wildau bei einem kostenlosen und unverbindlichen Vorsemester den späteren Studienalltag kennenlernen zu können. Die diplomierte Pädagogin Wenger ist am Zentrum für Studienorientierung und Beratung der TH Wildau tätig. Hier informiert sie vor allem jene Interessierten, die ohne Abitur studieren wollen. Zu denen gehört Mareike Böke zwar nicht, sie hatte vor ihrer Ausbildung ein Fachabitur abgelegt. Aber das ist mittlerweile 13 Jahre her. „Um wirklich zu sehen, ob ich das auch alles schaffe, war das Vorsemester ein toller Tipp“, findet sie. An mehreren Samstagen wurde sie vorbereitet auf die Anforderungen des BWL-Studiums, für das sie sich dann entschied. Mathematik-Kenntnisse wurden aufgefrischt, sie erhielt Hinweise für das wissenschaftliche Arbeiten, lernte, dass sie viel Zeit vor allem ins Selbststudium investieren muss und wie sie sich dafür generell ihren Alltag strukturieren sollte. „Wir wurden total gut aufgenommen und an die Hand genommen“, sagt sie. Von ihrer Familie und Freunden erntet sie viel Respekt für ihre Entscheidung. Viereinhalb Jahre statt im regulären Studium drei müssen berufsbegleitend Studierende bis zum Bachelor-Abschluss einplanen. Eine große Herausforderung, die viel Disziplin verlangt. In Mareike Bökes Kollegenkreis gibt es einige, die nebenher studieren. „Das hat auch noch mal Ansporn gegeben“, sagt sie. Ihr Arbeitgeber unterstütze das sehr.

Vorlesungen am Samstag

Trotzdem sei niemand davor gefeit, immer mal wieder ins Grübeln zu kommen. „Da pusht man sich dann gegenseitig und motiviert sich“, erzählt sie über den Zusammenhalt mit ihren Kommilitonen, von denen die meisten so wie sie um die 30 seien. Dass sie außerdem bereits erfolgreich drei Prüfungen gemeistert und eine Seminararbeit eingereicht hat, bestärkt sie nur, dass die Entscheidung für das Studium in Wildau die richtige ist. Für sie nicht nur durch die Nähe zu ihrem Wohnort Zeuthen praktisch: Ihr gefällt, dass Vorlesungen und Seminare samstags stattfinden und nicht wie bei anderen Anbietern werktags am späten Abend.

Zehn Teilnehmer haben Studium begonnen

Zehn der Teilnehmer des im vergangenen Jahr erstmals an der TH angebotenen Vorsemesters haben danach ein Studium begonnen. „Davon waren fünf beruflich qualifiziert“, freut sich Christiane Amede, eine der Ansprechpartnerinnen für das TH-Vorsemester, über den Zuspruch von Frauen und Männern ohne Abitur, die allein durch Berufsausbildung und mindestens zweijähriger Berufstätigkeit die Qualifikation haben, sich für fachnahe Studiengänge einzuschreiben.

Für das nächste Vorsemester, das am 18. März startet, gibt es 50 Plätze. 19 Interessierte haben sich bereits angemeldet. Ein gutes Drittel davon sind beruflich Qualifizierte. Wer sich für das Vorsemester interessiert, muss noch gar keine ausführlichen Bewerbungsunterlagen vorlegen. Eine einfache Anmeldung nebst ausgefülltem Fragebogen reicht. Direkt bis zum 18. März ist das noch möglich. Sogar aus Süddeutschland habe sich jemand angemeldet, erzählt Christiane Amede. Derjenige ist interessiert an dem Studiengang Luftfahrttechnik/Luftfahrtlogistik, den es so nur in Wildau gibt. In diesem Jahr wird erstmals auch ein Physik-Modul angeboten.

Befragung: Vorbereitung ist hilfreich

40 Prozent der Teilnehmer des ersten Vorsemesters entschieden sich letztlich für ein Studium. Eine durchaus gute Quote, denn das Vorsemester soll ja vor allem Hilfestellung sein, um zu sehen, ob ein Studium überhaupt für einen geeignet ist. „Es zeigt, dass eine Vorbereitung stattfindet, die ganz viel Hilfreiches bietet“, merkte Amede letztlich auch durch nachträgliche Befragungen, in denen die meisten der Teilnehmer das Vorsemester als gut bis sehr gut einstuften. Einer, erzählt sie, entschied sich danach, doch eher eine Berufsausbildung anzugehen. Auch das ist ein Erfolg des Angebots, dass die Teilnehmer lernen, was ihnen liegt.

Mareike Böke dagegen hatte „Blut geleckt“, wie sie sagt. Im August kam die Zusage für ihren Studienplatz, im September ging sie auch zur feierlichen Immatrikulation der neuen Studierenden. So ganz nebenbei hat sie mittlerweile auch noch die Freizeitangebote der TH für sich entdeckt: „Schön, dass auch wir den Hochschulsport nutzen können“, freut sie sich. Bei einem Zumba-Kurs hat sie ebenfalls schon einige Leute kennengelernt.

Eine Inforveranstaltung zum Vorsemester findet am 9. März ab 18 Uhr an der TH statt. Bitte anmelden unter college@th-wildau.de. Details unter www.th-wildau.de/vorsemester

Von Karen Grunow

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