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Dahme-Spreewald Badestelle verkommt zum Schiffsfriedhof
Lokales Dahme-Spreewald Badestelle verkommt zum Schiffsfriedhof
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05:20 10.08.2016
Seit mehr als zwei Jahren sorgen die drei rostigen alten Schiffe an der Gussower Badestelle für Ärger. Im Sommer sind die Schiffsdecks ein gefährlicher „Abentuerspielplatz“, besonders für Kinder. Quelle: privat
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Gussow

Nach einem Badeunfall am Gussower Badestrand ist die Diskussion um die drei alten Schiffe, die dort seit Jahren vor sich hingammeln, erneut entbrannt. „Die Badestelle ist nicht nur ein Schandfleck, hier ist Gefahr im Verzug“, warnt Ralf Barthel.

Ende Juli verhedderte sich der Gussower beim Schwimmen in einer Drahtschlaufe, an der ein maroder Feuerlöscher und ein Liegestuhl befestigt waren. Barthel hatte Glück, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Er konnte sich befreien. Nur ein paar Schrammen am Bein erinnern noch daran. Barthel ist überzeugt, dass der Schrott in der Dahme von den rostigen Bootswracks stammt. Nach eigenen Angaben war er nur knapp drei Meter von den Schiffen entfernt, als er sich verletzte. „Den Schrott muss jemand ins Wasser geworfen haben“, sagt Barthel. Ob die Gegenstände tatsächlich von den maroden Schiffen stammen, lässt sich nicht nachweisen. Fest steht aber, es ist nicht das erste Mal, dass die Gussower unweit der Boote loses Gerümpel im Wasser finden.

Gefahr auf dem Steg

Immer wieder missachten zudem Kinder und Jugendliche das „Betreten verboten“-Schild, klettern über den einsturzgefährdeten Steg hinauf zu den Wracks und springen vom Bug aus in die Dahme. Es sei pures Glück, dass es noch keine schwerwiegenden Unfälle gegeben habe, sagt der Gussower Ortsvorsteher, Mario Thiede. „Mehr als zwei Jahre sehen wir diesem Desaster entgegen“, schimpft er. Sowohl Thiede als auch seine Amtsvorgängerin, Sigrid Nitsche, haben mehrfach an sämtliche Behörden appelliert, den Eigentümer dazu zu bewegen, seine rostigen Schiffe zu entfernen. Bislang ohne Erfolg.

Tatsächlich ist die rechtliche Lage am Badestrand in Gussow mehr als verfahren. Denn solange die Boote schwimmfähig sind und keine Betriebsflüssigkeiten austreten, ist man in der Unteren Wasserbehörde des Landkreises weiterhin machtlos. Als vor gut zwei Jahren rund um die Schiffe eine verdächtige Flüssigkeit entdeckt worden war, wurden sogar Wasserproben entnommen. Doch der Verdacht, wonach es sich um gefährliche Flüssigkeiten aus den Schiffen gehandelt habe, bestätigte sich nicht.

Auch die Gemeinde hat keine rechtliche Handhabe gegen den Eigentümer. Trotz mehrerer Aufforderungen sei dieser nicht bereit, die Schiffe zu entfernen, teilte der Heideseer Bürgermeister Siegbert Nimtz auf Anfrage mit. „Uns sind die Hände gebunden.“ Es gab bereits Überlegungen, die Liegewiese, die der Gemeinde gehört, einzuzäunen. „Aber das wäre zu teuer und wenig erfolgversprechend“, so Nimtz. Der ungesicherte Steg auf dem benachbarten Grundstück wäre trotz Zauns weiter zugänglich. Sowohl die Gemeinde als auch die zuständige Behörde des Kreises versicherten, dass sie den Zustand in Gussow aufgrund des aktuellen Vorfalls nochmals prüfen wollen.

Dringende Klärung

Weil die Schiffe ganz normal an einer Bundeswasserstraße liegen, verweist Nimtz auch an das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Berlin (WSA). Die Behörde ist für die Sicherheit auf der Dahme zuständig. Doch damit das WSA rechtlich eingreifen darf, muss dort eine „konkrete Gefahrensituation“ vorliegen. „Diese Voraussetzung ist im vorliegenden Fall zumindest noch nicht gegeben, so dass Zwangsmaßnahmen gegen den Eigentümer bisher rechtlich nicht begründet werden können“, erläutert Sachbereichsleiter Stefan Sühl. Dennoch habe man den Eigentümer bereits kontaktiert und „zur Klärung der örtlichen Situation und zur Beendigung der bis dato unberechtigten Nutzung bundeseigener Wasserflächen“ aufgefordert.

„Nach mehrfacher erfolgloser Kontaktaufnahme wird zurzeit geprüft, ob der Beseitigungs- beziehungsweise Räumungsanspruch des WSA Berlin auf gerichtlichem Wege durchgesetzt werden kann“, teilte Sühl weiter mit.

Der aus Mittenwalde stammende Eigentümer bestritt eine Mitschuld am jüngsten Badeunfall. Auch sei er nicht dafür verantwortlich, dass sich Unbefugte trotz des Hinweisschilds immer wieder Zutritt zu den Schiffen verschafften, verteidigte er sich gegenüber der MAZ.

Von Josefine Sack

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