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Badwiese in Eichwalde: Die Bürger sind dran

Varianten-Debatte Badwiese in Eichwalde: Die Bürger sind dran

Die Eichwalder Gemeindevertreter haben die Weichen für eine frühzeitige Beteiligung der Bürger am Bebauungsplan „Lindenstraße/Am Zeuthener See“ gestellt. Darin geht es auch um die künftige Gestaltung der Badewiese im Ort. Vorschläge werden nun ausgelegt.

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Im Sommer ist die Badewiese ein beliebter Ausflugsort für Familien.

Quelle: Uta Schmidt

Eichwalde. Die Debatte um den Bebauungsplan „Lindenstraße/Am Zeuthener See“ in Eichwalde nimmt erneut an Fahrt auf. Am Dienstagabend stellten die Gemeindevertreter die Weichen für die frühzeitige Beteiligung der Behörden und Bürger im Planungsverfahren. Betroffene können nun konkret mitreden, wie die Fläche an der Badewiese in Zukunft für Freizeit und Tourismus gestaltet werden soll.

Die Voraussetzungen für die Uferplanung auf diesem „Filetgrundstück“ am Zeuthener See wurden bereits 2007 mit dem Kauf des Grundstücks Lindenstraße 4 und einer Bauruine aus der Zwangsversteigerung durch die Gemeinde geschaffen. Im Jahre 2013 beschlossen die Gemeindevertreter die Aufstellung eines Bebauungsplanes für dieses gemeindeeigene Grundstück, mit dem zu erwartende Konflikte zwischen einer Bade- und Freizeitnutzung sowie dem benachbarten Wohngebiet möglichst minimiert werden können. Architekt und Stadtplaner Stefan Bolck entwickelt seitdem im Auftrag eines Investors, der rund eine halbe Million Euro auf dem Gelände investieren und die Fläche pachten möchte, Ideen für die Gestaltung der Badewiese mit neuen Fahrradständern, der Errichtung eines Strandkiosks, von Umkleideräumen und Ferienwohnungen, Boots- und Fahrradverleih mit neuen Steganlagen, einem öffentlichen Uferwanderweg und vielem mehr.

Anregungen und Kritik an diesen Plänen kamen in den vergangenen Monaten bereits von Gemeindevertretern, Anwohnern und Nutzern wie dem örtlichen Anglerverein. Die Gemeinde ließ daraufhin ein zusätzliches Lärmgutachten erarbeiten, in dessen Ergebnis neue Wohnungen in unmittelbarer Nachbarschaft der Badewiese abgelehnt wurden. Jetzt stehen drei Varianten zur Diskussion, die unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten dieser beliebten Grünfläche am Zeuthener See aufzeigen. Sie reichen vom Aufbau von Lärmschutzvorrichtungen über die Anlage eines Uferparks bis hin zur Errichtung von Wirtschaftsbauten. Die Planer favorisieren einen „Uferpark mit Badewiese“. Alf Hamann (Wie-Fraktion) machte keinen Hehl daraus, dass er eine Variante mit den geringsten Eingriffen in den öffentlichen Grünraum bevorzugt.

Nach den Ausführungen von Stefan Bolck können im weiteren Bebauungsplanverfahren Vorschläge der Varianten miteinander kombiniert werden. „Wir haben zwar eine Vorzugsvariante, sind aber ergebnisoffen“, so der Planer. Bürgermeister Bernd Speer (parteilos) erhofft sich in den nächsten Wochen eine offene Diskussion zu diesem nicht unumstrittenen Thema. „Wir gehen mit drei Varianten an den Start, um die Diskussion anzuregen.“ Eine neue Auslegungsrunde werde anberaumt, nachdem Bürger und Behörden ihre Vorschläge abgegeben haben. „Hier ist noch nichts festgezurrt. Wir beschließen jetzt lediglich die erste Auslegung, nicht den Plan selbst“, stellte Martin Kalkoff (Linke) vor den Bürgern klar.

In der Einwohnerfragestunde hatte zuvor Patrick Erley aus der Lindenstraße ein Statement der Bürgerinitiative „Pro Linde“ verlesen. Die Anwohner befürchten demnach, dass mit der Gestaltung der Fläche keine Entspannung, sondern zusätzliche Lärm- und Gefahrenquellen entstehen. „Pro-Linde“ fordert seit Jahren mehr Ruhe und Sicherheit an der Badewiese. Kritik kommt ebenso vom Anglerverein Eichwalde, der ein 80 Quadratmeter großes Grundstück am See gepachtet hat. Dessen Vertreter verwies auf die Existenzgefährdung des Vereins, wenn es zu einer Verlegung der Steganlagen kommen sollte. Der Schwebezustand auf dem Grundstück mache außerdem Investitionen unmöglich.

Bereits zu Beginn der Badesaison im Mai hatten die Gemeindevertreter die Badewiesensatzung verändert und deutlich sichtbar für die Nutzer ausgehängt, um zu mehr Ruhe und Ordnung beizutragen. Die Satzung wurde mit einem Beschluss der Gemeindevertretung am Dienstagabend erneut verschärft: Beschlossen wurde ein Betretungsverbot zwischen 22 und sechs Uhr für jedermann. Ein Antrag der CDU-Fraktion, wonach die Gemeinde künftig die Möglichkeit von Videoüberwachung und Revierfahrten an der Badewiese prüfen sollte, wurde zur Abstimmung in den Fachausschuss verwiesen. Martin Kalkoff (Linke) dazu: „Bisherige Überwachungen haben gezeigt, dass das immer eine teure Angelegenheit mit geringem Nutzen ist“.

Von Uta Schmidt

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