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Dahme-Spreewald Bahnhof soll keine „Angstzone“ werden
Lokales Dahme-Spreewald Bahnhof soll keine „Angstzone“ werden
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18:09 27.03.2018
Am Bahnhof Königs Wusterhausen patrouillierten am Dienstag Polizisten. Ihre Präsenz soll neuerliche Schlägereien verhindern. Quelle: Frank Pawlowski
Königs Wusterhausen

Dienstagmittag am Bahnhof Königs Wusterhausen. Die Polizei rückte mit einem Transporter und einem Streifenwagen an. Beamte patrouillierten auf dem Vorplatz und im Bahnhofsgebäude. Der Einsatz hat nicht direkt mit einem Vorfall zu tun, der dort gerade passiert ist. Im Gegenteil. Mit der Aktion sollen Vorfälle wie vor einer Woche verhindert werden.

Bei einer Massenschlägerei am Bahnhof Königs Wusterhausen mit mehr als 40 Personen waren vorigen Mittwoch zwei Menschen verletzt worden. Nur wenige Wochen zuvor hatte es dort schon eine wüste Massenschlägerei mit Holzlatten gegeben. „Wir nehmen das zum Anlass, um stärker präsent zu sein. Wir möchten nicht, dass sich das wiederholt“, sagte der Leiter der Polizeiinspektion Königs Wusterhausen, Polizeioberrat Christian Hylla, am Dienstag der MAZ.

Polizisten kontrollieren stichprobenartig Ausweise

In die Schlägereien waren stets Flüchtlinge verwickelt, einmal gerieten sie mit zwei Deutschen aneinander. An drei Tagen in der Woche sind besonders viele Flüchtlinge in der Stadt. Sie besuchen Integrationskurse in Königs Wusterhausen, allein acht Bildungsreinrichtungen sind hier ansässig. Nachmittags reisen die Teilnehmer mit Bahn und Bussen zurück in die Unterkünfte. Gelegentlich eskaliert in den Gruppen ein Streit, kommt es zu Handgreiflichkeiten. Zuletzt gingen Syrer und Afghanen am Bahnhof aufeinander los.

Mit den Kontrollen will die Polizei nun ein Zeichen setzen. Zum Auftakt am Dienstag war der Erste Polizeihauptkommissar Dietmar Börner mit seinen Kollegen vor Ort. Sie kontrollierten stichprobenartig Ausweise, überprüften Identitäten. „Wir stellen nicht alle Asylbewerber und Flüchtlinge unter Generalverdacht. Die meisten verhalten sich friedlich“, betonte Börner.

Unruhestifter ausfindig zu machen, ist jedoch schwierig. Angehörige von Nationalitäten halten meist zusammen, selbst die Vernünftigen unter ihnen würden nicht gegen ihre Landsleute aussagen, so die Erfahrung. Hinzu kommt, dass Flüchtlinge die Polizei aus ihren Heimatländern als gewalttätig kennen. „Dass wir ihnen helfen wollen, verstehen viele nicht“, sagte Börner. Deshalb setzt die Polizei zugleich auf Aufklärung. Die Bildungsträger der Integrationskurse würden die Flüchtlinge über die Aufgaben der Polizei hierzulande informieren und ihnen Verhaltenstipps geben. So solle ihnen verständlich gemacht werden, dass es besser ist, bei der Aufklärung mitzuhelfen, statt bei einer Schlägerei mitzumischen.

Bahnhof soll keine „Angstzone“ werden

Auf dem Bahnhofsvorplatz blieb es am Dienstag bis zum Nachmittag ruhig. Einige irritierte Passanten fragten bei den Polizisten nach, was denn los sei. Es gab immer wieder auch ein positives Echo. „Es haben sich schon mehrere Leute bei uns bedankt“, berichtete Börner. Die Verunsicherung in der Bevölkerung sei nach den Vorfällen der zurückliegenden Wochen sehr groß. Es habe etliche Anfragen bei der Polizei gegeben. Dabei ist Bahnhof Königs Wusterhausen laut Polizeichef Christian Hylla kein ausgewiesener Kriminalitätsschwerpunkt. „Natürlich gibt es immer wieder mal Eigentumsdelikte oder kleine Schlägereien, aber bei weitem nicht in dem Ausmaß wie an anderen Bahnhöfen.“

Die Kontrollen werden in den kommenden Wochen fortgesetzt. Der Bahnhof sei ein symbolträchtiger Ort, an dem sich die Wege von Reisenden, Einwohnern und von Flüchtlingen kreuzen. „Das soll keine Angstzone werden“, sagte Dietmar Börner.

Von Frank Pawlowski

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