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Bahnstrecke bei Jüterbog und Schönefeld bleibt

Demontage der Schienen gestoppt Bahnstrecke bei Jüterbog und Schönefeld bleibt

Die Schienen auf der stillgelegten Eisenbahnstrecke zwischen Jüterbog und Schönefeld werden nun doch nicht demontiert. Die gesamte Strecke der einstigen Königlichen Militäreisenbahn stehen unter Denkmalschutz. Der Betreiber, die Erlebnisbahn, wollte die Schienen verwerten, um die Erhaltung der Gebäude entlang der Strecke zu finanzieren.

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Alexander Struck auf dem Gleis bei Werder.

Quelle: Martina Burghard

Werder. Seit mehr als 20 Jahren rollt kein Zug mehr über die Gleise bei Werder, 1996 wurde die Strecke stillgelegt. Danach kamen die Draisinen, aber auch damit ist es vorbei, denn die Nachfrage war zu gering, als dass die Erlebnisbahngesellschaft die gesamte Strecke der einstigen Königlichen Militäreisenbahn (KME) für Touristen wirtschaftlich betreiben konnte.

Aus wirtschaftlichen Gründen sollten deshalb die Schienen abgebaut und verkauft werden, um unter anderem die Gebäude entlang der Strecke Zossen-Jüterbog zu erhalten (die MAZ berichtete). Mit dem Abbau war bereits begonnen worden. Das wiederum beunruhigte einige Stadtverordnete. Alexander Struck (WSJ) meldete sich jüngst im Jüterboger Wirtschaftsförderungs- und Stadtmarketingausschuss zu Wort und forderte den Erhalt der Trasse. Tatsächlich ist der Schienenabbau gestoppt, denn die KME-Strecke steht seit etwa 15 Jahren unter Denkmalschutz. Die Schienen seien Kernstück des Denkmals, sagte der zuständige Amtsleiter der Kreisverwaltung Teltow-Fläming Norbert Jurtzik auf MAZ-Nachfrage. Darüber habe es bereits gerichtliche Auseinandersetzungen gegeben. Darüber hinaus gab es Gespräche mit den Betreibern der Erlebnisbahn und der Stadtverwaltung. In dem aktuellen Plangenehmigungsverfahren, das vom Landesamt für Bauen und Verkehr bearbeitet wird, will der Kreis den Denkmalstatus nicht ändern.

Dass die Strecke darüber hinaus nach wie vor als gewidmet gilt, dürfte Alexander Struck beruhigen. „Mich interessiert auch, was in zehn oder 20 Jahren hier passiert“, sagt der Stadtverordnete. „Wir müssen alle Möglichkeiten nutzen, die der Tourismus bieten kann. Dafür haben wir zu wenig. Vielleicht entwickelt sich noch was.“ Die Bahn schließt jedenfalls nicht aus, dass auf dem Abschnitt irgendwann wieder Züge fahren.

Die Bahnstrecke Zossen-Jüterbog wurde in den 1870er Jahren für militärische Zwecke bis Kummersdorf-Gut errichtet, später bis Jüterbog erweitert. Vor 118 Jahren wurde der Bahnhof Werder-Zinna in Betrieb genommen. Dort entstehen zurzeit Ferienwohnungen, sie sind demnächst fertig.

Zurzeit kann man mit der Draisine von Zossen nach Jänickendorf und wieder zurück fahren. Eine Strecke ist 25 Kilometer lang. Vielen Ausflüglern ist das zu anstrengend, außerdem fehlt im südlichen Bereich die touristische Infrastruktur. Doch Tagesgäste wollen auch in den Pausen oder am Umkehrpunkt etwas erleben. Deshalb werden zukünftig mehr Veranstaltungspakete angeboten und der Bahnhof Schönefeld wird zukünftiger Endpunkt sein. Im vorigen Jahr wurden auf der Strecke Zossen–Jänickendorf 20 000 Fahrgäste gezählt, die sich mit Muskelkraft auf den Weg von Zossen nach Mellensee, Rehagen, Sperenberg, Kummersdorf-Gut, Schönefeld und Jänickendorf machten.

Von Martina Burghardt

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