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Banken verweigerten Kredit für Solar-Projekt

Finanzierung einer Photovoltaikanlage Banken verweigerten Kredit für Solar-Projekt

Rainer Thieme aus Bestensee hat auf seinem Dach eine Photovoltaikanlage. Sie hat ihn samt Speicher rund 27 000 Euro gekostet. Eigentlich wollte er dafür Fördergelder von der Bank für Wiederaufbau (KfW) nutzen, doch Banken lehnten dies ab. Sie wollten ihm lieber ihre eigenen Kredite verkaufen. Rainer Thieme vermutet einen Fehler im System.

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Rainer Thieme vor seinem Haus mit Photovoltaik Anlage in Bestensee.

Quelle: Andrea Müller

Bestensee. Auf dem Dach seines Einfamilienhauses in Bestensee befindet sich seit einigen Tagen eine nagelneue Photovoltaikanlage. Rainer Thieme hat dafür rund 27 000 Euro samt Speicher bezahlt. Eigentlich hatte er vor, Fördergelder der Kreditbank für Wiederaufbau (KfW) zu nutzen. Doch an die kam er nicht heran. Der Grund: Er muss andere Geldinstitute wie Sparkassen und Banken als Mittler nutzen. Die allerdings wollten ihm lieber ihre eigenen Kredite verkaufen.

Begonnen hatte Thiemes Banken-Odyssee mit einer Informations-Veranstaltung zu Photovoltaik-Anlagen im Februar dieses Jahres in Bestensee. Man stellte das „100 Dächer Solar-Programm“ vor. „Das klang gut“, sagt Thieme. „Ich war danach davon ausgegangen, dass wir Unterstützung von der KfW bekommen.“ So holte er Angebote ein, machte sich schlau. Er baut mit seiner Familie auf erneuerbare Energien. Deswegen hatte er in seinem neuen Haus schon eine Anlage installieren lassen, die Erdwärme nutzt. „Jetzt waren wir nur noch vom Strom abhängig“, so der Bestenseer. Nach seinen bisherigen Erfahrungen hat seine Familie einen Jahresverbrauch von 7000 Kilowattstunden. „Mit der geplanten Anlage ist das abzudecken“, erläutert Thieme. Er ging zu seiner Bank, er ging zur Mittelbrandenburgischen Sparkasse (MBS), sprach bei der Berliner Volksbank vor, schrieb Internet-Banken an, um die Gelder von der KfW zu bekommen. „Aber ich bekam nur Absagen“, sagt Thieme und zeigt einen dicken Stapel von Schreiben vor. Insgesamt hat er 24 Banken kontaktiert – ohne jeden Erfolg. „Hier ist eindeutig ein Fehler im System“, kommentiert dies Thieme.

Kfw-Vertreter spricht von „ungewöhnlichem Fall“

Robert Heiduck, Sprecher der MBS , sagt, dass der Betrag von 27 000 Euro unterhalb der Mindestgrenze dessen liegt, was die Sparkasse brauche, um kein Minusgeschäft einzugehen. „Dazu kann uns keiner zwingen“, so Heiduck.

Anja Smolarek von der Berliner Volksbank betont, dass die Berliner Volksbank als regionale Genossenschaftsbank selbstverständlich auch Kredite der KfW vermittelt. Allerdings sei die Anzahl der verschiedenen Programme stark gestiegen, weswegen es sein könne, dass nicht alle zu jeder Zeit bearbeitet werden können. „Als Genossenschaft können wir mit Blick auf die wirtschaftlichen Interessen aller Mitglieder keine Einzelgeschäfte eingehen, die nicht kostendeckend sind“, sagt sie.

Katja Holzer von der Berliner Sparkasse , die laut „Finanztest“ KfW Kredite vermittelt, verweist auf die MBS als zuständige Sparkasse für Rainer Thieme.

Von der IngDiBa heißt es: „ Die Beantragung eines KfW-Darlehens ist über unser Haus – wie bei vielen anderen Kreditinstituten – nur in Verbindung mit einem Bankdarlehen möglich.“

Wolfram Schweickhardt, Pressesprecher der KfW, zeigt sich erstaunt über die Probleme. Die KfW habe im letzten Jahr mehrere 100 000 solcher Kredite vergeben. Für das Dächer-Programm seien es seit 2013 immerhin rund 19 000 Kredite gewesen. „Das ist ein ungewöhnlicher Fall“, meint Schweickhardt. Er räumt allerdings ein, dass Rainer Thieme keinen Anspruch darauf habe, dass Banken ihm ein KfW-Darlehen vermitteln. „Die Geldinstitute sind dazu nicht verpflichtet“, sagt er und empfiehlt Thieme, sich an den Ombudsmann beziehungsweise die Schiedsstelle im Info-Center der KfW zu wenden. Im Nachhinein allerdings noch an die Gelder zu kommen, hält Schweickhardt für nahezu ausgeschlossen.

Rainer Thieme hat inzwischen eine andere Bank gefunden, die ihm das Geld für die Anlage für den Strom vom Dach geliehen hat. Der Gemeinde Bestensee empfiehlt er, solche Info-Veranstaltungen nur durchzuführen, wenn gesichert ist, dass die Banken da überhaupt mitziehen.

Von Andrea Müller

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