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Mercedes besorgt wegen Pannen am BER

Mieses Geschäft Mercedes-Airport-Center Mercedes besorgt wegen Pannen am BER

Der geplante Großflughafen BER  in Schönefeld (Dahme-Spreewald) sorgt immer wieder für Negativ-Schlagzeilen. Darüber ist man bei Mercedes besorgt. Der Autobauer hat für 22 Millionen Euro ein Autohaus am BER gebaut. Da noch keine Flieger abheben, entgeht Mercedes auch ein Teil des Geschäfts.

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In der Schönefelder Mercedes-Niederlassung werden derzeit hauptsächlich junge Gebrauchtwagen verkauft.

Quelle: Uta Schmidt

Schönefeld. Von der Aussichtsplattform des neuen Mercedes-Airport-Centers in Schönefeld aus hat der Direktor der Mercedes-Benz Niederlassung Berlin, Jürgen Herrmann, perfekte Sicht auf den künftigen Hauptstadtflughafen BER. Terminal, Tower, Bahnhof und Piers liegen fast zum Greifen nah – und sind doch so weit. „Wir verfolgen die aktuellen Nachrichten über die Entwicklungen in der Flughafengesellschaft und auf dem Airport nicht nur mit großem Interesse, sondern auch mit zunehmender Sorge“, sagt der regionale Mercedes-Chef.

Niederlassungsleiter Jürgen Herrmann hat von der Aussichtsplattform des Mercedes-Centers freie Sicht auf den neuen Flughafen.

Quelle: Uta Schmidt

Der Manager übernahm im Januar die Führungsaufgabe in der Niederlassung Berlin. Da war das neue Autohaus in Schönefeld, in das rund 22 Millionen Euro investiert worden waren, noch keine zwei Monate alt. Und schon schoben sich erste dunkle Wolken vor den funkelnden Mercedes-Stern. Der Grund: Das Mercedes-Airport-Center war auf den „Valet Parking Service“ für den neuen Flughafen und die dazugehörige Wartung und Pflege von Fluggastfahrzeugen ausgerichtet.

Das Center in Zahlen

Auf insgesamt 13.000 Quadratmetern Grundfläche bietet des fünfgeschossige Mercedes-Airport-Center einen 2500 Quadratmeter großen Showroom und 7150 Quadratmeter Nutzfläche. Dort ist Platz für mehr als 100 Ausstellungsfahrzeuge.

Angeboten werden unter einem Dach alle Vertriebs- und Servicedienstleistungen. Neuer Schwerpunkt ist in Schönefeld das Angebot an jungen Gebrauchtwagen.

Nach Inbetriebnahme des BER und der Eröffnung des Mercedes-Benz-Terminals sollen gut 100 neue Arbeitsplätze in der Region entstehen.

„Der Fluggast hätte am Mercedes-Point im BER parken, sein Auto abgeben und in 20 Meter Entfernung mit seinem Gepäck einchecken können. Mit dieser Dienstleistung wollten und wollen wir am neuen Berliner Flughafen ein Alleinstellungsmerkmal bieten“, sagt Herrmann. Die Fahrzeuge von Passagieren sollen im neuen Autocenter gepflegt und gewartet werden. Auch wenn dieser Service für Fluggäste am alten Flughafen Schönefeld nach wie vor angeboten wird, der Bedarf gehe aufgrund des Fehlens der entsprechenden Fluggesellschaften gegen Null, so Herrmann.

Der Berliner Flughafen BER in Schönefeld aus der Luft. Seit 2006 wir der neue Hauptstadtflughafen gebaut. Mitte Juni 2012 sollte dort der Flugbetrieb aufgenommen werden, doch technische und organisatorische Probleme verzögerten die Eröffnung auf (bisher) unbestimmte Zeit hinaus.

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Zudem sollte das neue Mercedes-Center zum Taxi-Kompetenzzentrum für rund 5000 Taxis der Marke Mercedes-Benz in Berlin und Brandenburg werden. Aber aufgrund des weiterhin ausstehenden Eröffnungstermins des BER lassen Taxiunternehmen der Hauptstadtregion ihre Fahrzeuge lieber weiter im Betrieb Berlin-Kreuzberg warten. So läuft sieben Monate nach der Eröffnung des schicken Service-Gebäudes an der Autobahnabfahrt Schönefeld-Nord der Werkstatt-Betrieb noch „auf Sparflamme“, wie der Niederlassungschef sagt. Von den vorgesehenen 62 Mitarbeitern sind derzeit täglich nur 18 im Einsatz. Mehr als 700 Fahrzeuge werden monatlich bisher gescheckt. „Das hat den Vorteil, dass wir uns sehr viel Zeit für unsere Kunden, ihre Wünsche und ihre Fahrzeuge nehmen können“, sagt Herrmann.

Die Werkstatthalle ist mit der modernsten Technik ausgerüstet. Strom- und Druckluftleitungen reichen von der Decke an die Arbeitsplätze. „Wir haben keine störenden Säulen mehr, um die wir laufen müssen. Die Hebebühnen sind komplett versenkbar“, beschreibt Werkstattleiterin Mandy Grahl die Ausstattung. Die 34-jährige Wirtschaftsingenieurin ist Chefin von 30 Beschäftigten und nutzte die ungewöhnliche Möglichkeit, die Werkstatt nach ihren Vorstellungen mitzugestalten. „Das war für mich Pionierarbeit. Die Arbeitsbedingungen sind hervorragend“, sagt sie.

Damit der Stern in Schönefeld weiter strahlt, ging das Management in den vergangenen zwei Monaten mit einem großen Angebot an jungen Gebrauchtwagen neue Wege. Kunden haben eine große Auswahl an Fahrzeugen mit bis zu 10.000 gefahrenen Kilometern und einem Alter bis 18 Monaten. Mit der Flotte von derzeit 140 Fahrzeugen, die das Parkdeck bevölkern, wende man sich an die „extrem preissensiblen Kunden“ der Region, so Herrmann. Dies sei ein Zusatzangebot zum traditionellen Neufahrzeugverkauf, das auf einen großen Interessentenkreis deutschlandweit gestoßen sei. Bis Ende des Jahres sollen 1000 Autos verkauft sein.

Gerade zu Beginn der Urlaubssaison dürfte auch der neue Zubringerdienst vom Autohaus zum Flughafen Schönefeld für Fluggäste zunehmend interessant werden. Bei Werkstattwartung könnten Kunden ihr Fahrzeug sicher im Autohaus parken und auf den Shuttle von und zum Flughafen umsteigen. Gleichzeitig ist das Autohaus mit seinem großen Angebot an Fahrzeugen und Zubehör, mit Aussichtsterrasse, Restaurant, Kaffeebar und Konferenzbereich eine attraktive Adresse. Auch wenn sich die monatlichen Kosten dafür im sechsstelligen Bereich bewegen und die Werkstattkapazität erst zu einem Drittel ausgelastet ist, hegt der Niederlassungschef keinen Zweifel an der Standortentscheidung für Schönefeld: „Das Investment war und ist richtig. Wenn der BER endlich öffnet, schreiben wir schwarze Zahlen. So lange halten wir durch.“

Von Uta Schmidt

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