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Dahme-Spreewald Bauprojekt gegen den Willen der Anwohner
Lokales Dahme-Spreewald Bauprojekt gegen den Willen der Anwohner
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00:18 11.06.2017
36 Wohneinheiten sollen auf dem Areal an der Walter-Rathenau-Straße in Schulzendorf entstehen. Quelle: Foto: Uta Schmidt
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Schulzendorf

Grünes Licht für ein Bauprojekt in Schulzendorf: Auf der letzten Gemeindevertreterversammlung wurde der Bebauungsplan für das Areal an der Walther-Rathenau-, der Illgen- und der Goethestraße gegen die Einwände der Anwohner beschlossen. Ein privater Investor will dort acht separat stehende Stadtvillen mit jeweils zwei bis drei Etagen und drei bis fünf Wohneinheiten bauen lassen. Insgesamt sollen auf 8000 Quadratmetern 36 Wohneinheiten entstehen.

Anwohner befürchten mehr Verkehr und Lärm

Die Anwohner hatten im Vorfeld eine Petition eingereicht. Darin kritisieren sie den mehrgeschossigen Wohnungsbau wegen möglicher Sichtbeeinträchtigungen. Sie verweisen auf ein verstärktes Verkehrsaufkommen, mehr Lärm und Beeinträchtigungen der Lebensqualität für Mensch, Tiere und Pflanzen. Kritisiert wird die Art und Weise der durch die Gemeindevertretung erfolgten Abwägung.

„Die Einwände der Anwohner sind unzureichend berücksichtigt und pauschal zurückgewiesen worden“, sagte Reinhard Bolduan, betroffener Anwohner, in der Sitzung. Die geplante Bebauung widerspreche dem Ortsbild nach dem Flächennutzungsplan von 1992, der eine ländliche Wohnsiedlung mit Gartencharakter ausweise.

Wohnungen werden benötigt

„Alte Bebauungspläne und lange zurückliegende Vorhaben zur Ortsentwicklung von Schulzendorf spielen bei dem aktuellen Bebauungsplan keine Rolle“, sagte Herbert Burmeister (Linke), Vorsitzender der Gemeindevertretung. Die Argumente seien sorgfältig abgewogen worden. „Wir brauchen neuen Wohnraum“, sagte Burmeister.

„Die Gemeindevertretung hat die Kritik als nicht gerechtfertigt zurückgewiesen“, sagte Schulzendorf Bürgermeister Markus Mücke (parteilos). Bei Baugrundstücken bis 20 000 Quadratmetern sei eine biologische Einschränkung für Flora und Fauna nicht gegeben. „Insofern waren die Beispiele mit den Vögeln und Hummeln, die von den Petenten angeführt wurden, nicht zielführend“, sagte Mücke. Sie hätten andere Möglichkeiten zu überleben. Dieses Bauprojekt sei dabei nicht hinderlich. Der Bauherr werde nun einen Architekten mit der Planung beauftragen und Baugenehmigungen einholen.

Wohnraum für Familien und Paare

„Wir wollen, dass mehr Familien und Paare nach Schulzendorf kommen können, um nicht in einem Haus, sondern einer Wohnung zu wohnen“, sagte Winnifred Tauche (Linke). „Uns war wichtig, dass die Bedenken der Anwohner berücksichtigt werden. Deshalb wird zu der einen Seite, wo einer der Petenten wohnt, auch nur zweistöckig gebaut“, so Tauche. Der Unmut der Anwohner sei verständlich. Mit Entscheidungen der Kommunalpolitik könne man es aber leider nicht allen Recht machen.

„Die vorgebrachten Bedenken wurden bereits im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens geprüft“, sagte Andreas Körner (Grüne). Die Auswirkungen auf Flora und Fauna seien alle abgewogen worden. Natürlich führe jede Baumaßnahme zu Versiegelungen mit Folgen. Diese seien aber vertretbar. Dafür werde es Ausgleichsmaßnahmen geben. „Die Gemeinde will Mietwohnungsbau haben. Der Vorteil überwiegt“, sagte Körner.

Abwägung nach Recht und Gesetz

„Alles ist nach Recht und Gesetz abgelaufen“, sagte Joachim Kolberg (CDU). Die beteiligten Institutionen – darunter Nachbargemeinden und Umweltamt – hätten sich nicht negativ zum Bauvorhaben geäußert. Daher sei davon auszugehen, dass das Verfahren im weißen Fleck weitergeführt werde. „Drei Wohnblöcke sollen dreistöckig gebaut werden und an der Walther-Rathenau-Straße entstehen.

Bei den übrigen Gebäuden ist man den Anwohnern entgegengekommen und hat die zunächst dreistöckige Planung auf zwei Stockwerke begrenzt“, sagte der CDU-Mann. Auch seien die Abstände zu den Grundstücksgrenzen erweitert worden. Außerdem habe man den Haupteingang zum Gelände, der zunächst bei der Schule sein sollte, in die Walther-Rathenau-Straße verlegt. „Schulzendorf braucht Wohnungen. Da muss man Kompromisse eingehen“, sagte Kolberg.

Von Oliver Becker

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