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Bedrohtes Traditionsgewerbe

Ein Bestenseer Lederrestaurateur sucht neue Werkstatt Bedrohtes Traditionsgewerbe

In Bestensee bangt ein Lederrestaurateur um das Überleben seines Betriebs. Weil sein Mietvertrag auslief musste er mit seiner Firma umziehen. Doch auch in der neuen Werkstatt kann Jörg Rosenthal nicht lange bleiben. Die Zukunft seines Traditionsgewerbe ist stark gefährdet.

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Der Schutthaufen hinter Jörg Rosenthal war einmal seine Werkstatt. Er verließ sie trotz gültigen Mietvertrags, weil er glaubte, so Zeit zu gewinnen. Nun läuft ihm die davon.

Quelle: Klaus Bischoff

Bestensee. Jörg Rosenthal ist besorgt und aufgeregt. Seit sieben Jahren übt er in Bestensee das seltene Gewerbe eines Lederrestaurateurs aus und jetzt weiß er nicht mehr, wie es weitergehen soll.

„Alles fing damit an, dass im Sommer zwei Leute vor meiner Tür standen und verlangten: In zwei Wochen musst Du hier raus sein“, erzählt er seine traurige Geschichte. Damit gemeint war die ehemalige Werkstatt des Netzbau-Betriebes, die Rosenthal für seine Lederaufarbeitung gemietet hatte. Dort verlieh er abgetragenen Jacken, durchgesessenen Sesseln oder verschlissenen Autopolstern neuen Glanz.

Sein Mietvertrag besaß noch mindestens bis zum Jahresende Gültigkeit. Blauäugig vertraute der Bestenseer jedoch der Zusicherung, wenn er möglichst bald in die frühere Schlosserei nebenan umzöge, könne er dort noch geraume Zeit weiterarbeiten. „Ich habe meine Sachen rübergeschleppt und für den Rest einen 400 Euro teuren Entsorgungs-Container bestellt“, berichtet er.

Doch viel half ihm das nicht. Vor wenigen Tagen erhielt er die Kündigung für sein inzwischen ohnehin abgerissenes Domizil. Nun ist ihm klar: Auch der Ersatzraum steht ihm nur noch bis zum Jahreswechsel zur Verfügung.

Zu all dem Ärger kommt noch die Kappung der Telefonleitung, die er vom alten in den neuen Raum verlegen ließ. Ein Bagger trennte sie durch. Seitdem ist der Geschäftsmann nur noch per Mobiltelefon zu erreichen.

„Das alte Gebäude war asbestbelastet. Es musste umgehend demontiert werden“, sagt Boris Bronfmann, der einen russischen Investor vertritt. Der will auf dem attraktiv in Seenähe gelegenen Gelände Mietwohnungen, Stadtvillen und Gewerbebauten errichten. „Dass die Industriebrache geräumt werden muss, war lange bekannt“, meint Bronfmann. Der Mieter könne in Ruhe seine Sachen packen, doch mit Fristverlängerung sei nicht zu rechnen.

„Uns liegt für das Gebiet keine Planung vor“, stellt dagegen Bürgermeister Klaus-Dieter Quasdorf fest. Er spricht von verwirrenden Verhältnissen, die auf dem Areal herrschen. „Wir würden es bedauern, wenn die Leder-Werkstatt schließt“, fügt er an. „Unsere Kommune lässt Gewerbetreibende ungern gehen, zumal bei solch einem speziellen Angebot.“

Jörg Rosenthal will auch nicht weg. „Ich möchte mit niemandem Streit“, hebt der 61-Jährige hervor, „sondern einzig und allein hier oder im Umkreis einen bezahlbaren Gewerberaum, gern auch in Gemeinschaftsnutzung.“

Wer Jörg Rosenthal helfen will kann ihn auf dem Handy erreichen: 0152/29284887.

Von Klaus Bischoff

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