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Beim neuen Busfahrplan zählt jede Minute

Freidorf Beim neuen Busfahrplan zählt jede Minute

Mit dem neuen Busfahrplan, der ab Dezember gelten wird, verbessern sich die Fahrzeiten und Anbindungsmöglichkeiten im Schenkenländchen erheblich. Allerdings gibt es Einbußen: In Freidorf muss eine Schulbushaltestelle verlegt werden. Eltern sorgen sich nun, denn der künftige Standort ist alles andere als optimal.

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Etwa hierher soll die Freidorfer Schulbushaltestelle verlegt werden. Eltern und der Ortsbeirat sorgen sich um die Sicherheit der Kinder.

Quelle: Karen Grunow

Freidorf. Bis Jacob in die Schule kommt, vergehen noch ein paar Jahre. Seine Mutter Sabrina Pautz hat trotzdem aufgemerkt, als sie hörte, dass die Bushaltestelle vor der Freidorfer Feuerwehr entfernt und verlegt werden soll. Wie andere Eltern im Dorf auch findet sie den künftigen Haltepunkt zu gefährlich. Er soll an dem Platz, wo Dorf- und Oderiner Straße aufeinandertreffen, eingerichtet werden. Dort gibt es nur einen engen Bürgersteig, zu schmal für einen Regenschutz, und ein Stückchen weiter eine kaum einsehbare Kurve. An der Feuerwehr dagegen sind Fahrradständer, ein Buswartehäuschen und ausreichend Platz vorhanden.

Ortsbeiratsmitglieder Elga Friedrich und Ilka Noack, Mutter Aileen Thom und Sabrina Pautz mit Jacob (vl) an der bisherigen Haltestelle

Ortsbeiratsmitglieder Elga Friedrich und Ilka Noack, Mutter Aileen Thom und Sabrina Pautz mit Jacob (v.l.) an der bisherigen Haltestelle.

Quelle: Karen Grunow

„Wir haben uns dagegen ausgesprochen“, berichtet Ilka Noack. Im Frühjahr haben sie und die anderen Mitglieder des Ortsbeirats von der geplanten Verlegung der Haltestelle erfahren und sich in der Gemeinde Halbe dagegen eingesetzt. Bettina Golibersuch, Mutter dreier auf den Schulbus angewiesener Kinder, hatte sich auch an die Regionale Verkehrsgesellschaft (RVS) gewandt. „ Es wurde argumentiert, dass es hier Beschwerden gab“, erzählt sie. Das bestätigt Thomas Mock, Leiter der Mittenwalder RVS-Niederlassung. „Die Straße ist in einem desolaten Zustand“, sagt er. Anwohner hätten sich mokiert, dass ihre Häuser wackelten, wenn ein Bus vorbeiführe. Da der Bus an der Feuerwehr nicht wenden kann, muss er noch einige hundert Meter weiter über die holprige Straße bis zur Wendeschleife am Ortsausgang fahren. Dreieinhalb Minuten Fahrtzeit werden pro Strecke eingespart, wenn dieser Weg entfällt, rechnet Mock vor. Das sei erheblich, denn „wir werden ab Dezember ein grundsätzlich neues Konzept realisieren, da zählt jede Minute“. Der anstehende Fahrplanwechsel soll mehr und häufigere Verbindungen zwischen den einzelnen Ortschaften des Schenkenländchens bringen; die Busse sollen nach den Fahrtzeiten der Züge in Groß Köris und Halbe getaktet werden. „Wir wollen die Reisezeiten für die Schüler der weiterführenden Schulen verbessern“, erläutert Mock.

Testphase mit neuem Haltepunkt

Für Oliver Theel, Hauptamtsleiter der Verwaltung des Amtes Schenkenländchen, ist das ein „sehr großer Schritt nach vorn“. Doch trotz dieser Freude über den angekündigten Ausbau zeigt er Verständnis für die Sorge der Freidorfer. „Es ist schade für diesen Standort“, sagt er. Auch in Groß Köris wird es künftig eine Einschränkung geben, denn über die sanierungsbedürftige Zugbrücke dürfen aufgrund ihres Gewichts keine Busse mehr fahren. Für die Kinder, die den Hort jenseits der Brücke besuchen, will die Gemeinde nun selbst eine Stichlinie einrichten. Für die Freidorfer Schulkinder wird es vermutlich sogar schon nach den Herbstferien ernst, denn die RVS plant bereits vor dem Fahrplanwechsel eine Testphase mit dem neuen Haltepunkt. Idee ist, auf der anderen Seite des Platzes, wo sich eine Wiesenfläche befindet, ein Buswartehäuschen zu errichten. Das jedoch muss die Gemeine Halbe realisieren, die allerdings im Haushaltssicherungskonzept steckt. „Wir werden auf jeden Fall in absehbarem Zeitraum eine Lösung schaffen“, verspricht Theel.

Von Karen Grunow

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