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Beschluss zur Schulerweiterung ist vertagt

Schulzendorf Beschluss zur Schulerweiterung ist vertagt

Bürgermeister scheitert mit Vorschlag einer Schulerweiterung um sechs Klassenräume in der Gemeindevertretung.

Die Diskussion wurde in die Ausschüsse verwiesen, die Entscheidung vertragt. Die Zeit drängt, da die Situation an der Grundschule angespannt ist – Klassenräume fehlen, Funktionsräume abgeschafft.

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Die Grundschule soll erweitert werden. Unklar ist bislang, wie groß der Erweiterungsbau werden soll. Dazu wollen die Gemeindevertreter nun in den Ausschüsse beraten.

Quelle: Oliver Becker

Schulzendorf. Der Beschluss zur Erweiterung der Grundschule in Schulzendorf ist vertagt. Die Schulzendorfer Gemeindevertreterversammlung lehnte den Vorschlag des Bürgermeisters mehrheitlich ab und verwies das Thema in die Ausschüsse. Wie bereits im Ortsentwicklungsausschuss angerissen, wollte der Bürgermeister eine Erweiterung der Schule um sechs Klassenräume beschließen lassen, scheiterte jedoch bei der Abstimmung. Die Zeit drängt, da die Situation an der Schule angespannt ist und Kapazitäten fehlen. Zimmer des Horts werden aus Platzmangel mitbenutzt. Funktionsräume wurden bereits zu Klassenräumen umfunktioniert.

Sechs Räume sind zu wenig

„Wir planen eine Schulerweiterung mit sechs Räumen“, sagte Schulzendorfs Bürgermeister Markus Mücke (parteilos). „Da die Gemeindevertreter aber offensichtlich mehr Räume favorisieren, wurde mein Antrag abgelehnt“, sagte er. „Man mochte sich aber nicht entscheiden, eine Planung in Auftrag zu geben, weil man noch einmal darüber sprechen möchte“, so Mücke.

„Wir waren alle von dem Vorschlag überrascht. Es wurde zwar über die Erweiterung in den Ausschüssen gesprochen, nicht aber über die Anzahl“, sagte Winnifred Tauche (Linke). Aus Sicht der Elternkonferenz brauche es acht bis zehn neue Räume. „Wir sehen das auch so. Wenn wir eine Vierzügigkeit haben wollen, dann reichen die vom Bürgermeister vorgeschlagenen sechs Räume aus. Wir brauchen aber auch noch Funktionsräume, weil diese teilweise abgeschafft wurden“, so Tauche.

Es gebe zum Beispiel keinen Computerraum mehr, Fachkabinette für Physik und Chemie seien nicht mehr vorhanden oder zusammengelegt worden. „Wenn wir jetzt viel Geld in die Hand nehmen und anbauen, dann fangen wir nicht mit sechs Räumen an, um am Ende festzustellen, dass das zu wenig ist“, sagte sie.

Planung muss vorangetrieben werden

Mit den Eltern müsse gesprochen werde, was sie von den Vorschlägen halten. Nun sei es wichtig, die Planung voranzutreiben. Denn aus Kostengründen könne erst nach Abschluss der zwei Großprojekte Kita und Hort mit dem Bau begonnen werden. „Das muss anhand einer Konzeption geschehen und nicht im Schnellschussverfahren“, sagte die Linken-Politikerin.

„Es ist nicht wirklich klar, wie viele Klassenräume wir brauchen“, sagte Joachim Kolberg (CDU). Die Kinderzahlen würden ständig variieren. „Bislang wurden uns in jeder Sitzung des Ortsentwicklungsausschusses andere Zahlen vorgelegt, so das wir von nichts Belastbarem ausgehen können“, sagte der CDU-Mann. Nun könne nicht jeder einen Vorschlag aus dem Hut zaubern, wie der Bürgermeister auf der letzten Sitzung der Gemeindevertretung. „Die Zahlen müssen von Fachleuten überprüft sein. Daher war ich erstaunt, dass Herr Mücke mit dieser Beschlussvorlage kommt“, so Kolberg.

Zuverlässige Kinderzahlen benötigt

Man kalkuliere für die Zukunft mit einer vierzügigen Schule, was eine Erweiterung um sechs Klassenräume bedeutet. Vier Funktionsräume stünden heute nicht mehr zur Verfügung, weil sie als Klassenräume genutzt werden. Das müsse rückgängig gemacht werden. Auch im Hort werden drei Räume von der Schule als Klassenzimmer genutzt. „Hier muss es auch einen Ausgleich geben“, sagte Kolberg. Insgesamt müsse davon gerechnet werden, dass noch mehr Familien mit Kindern nach Schulzendorf ziehen und es damit ein Mehrbedarf gebe.

Das Thema Schulerweiterung solle daher noch einmal in den Ausschüssen beraten und die fachliche Meinung der Elternkonferenz miteinbezogen werden. „Wir hoffen, dass wir dann eine halbwegs verlässliche Zahl an Kindern und benötigten Räumen bekommen“, sagte er. CDU und Linke wollen daher einen Vorschlag einbringen, der sich für eine Erweiterung um zehn Räume ausspricht.

„Ich hätte erwartet, dass man uns im letzten Ausschuss darauf vorbereitet, wie man auf die Zahl von sechs Räumen kommt“, sagte Andreas Körner (Grüne). Wichtig sei es, von einer Dreizügigkeit auf eine Vierzügigkeit zu kommen. Die Zahl von 23 Kindern pro Klasse dürfe nicht überschritten werden. Derzeit würde die Schule aus allen Nähten platzten. „Wenn jetzt im Ritterschlag gebaut wird, können wir davon ausgehen, dass dort auch junge Familien mit Kindern hinziehen. Wir brauchen deshalb mindestens sechs weitere Unterrichtsräume, die auch für Förderunterricht oder Teilungsunterricht geeignet sind“, sagte Körner.

Anbau wird Gemeinde finanziell belasten

„Wichtig ist, dass die Planung jetzt vorankommt, denn die Schüler stehen quasi auf der Türschwelle“, sagte er. Die finanzielle Belastung für die Schulerweiterung sei groß. „Eine Erweiterung von sechs bis acht Räumen, ist ein Bau – auch wenn man diesen modular umsetzt – der den Gemeindehaushalt strapazieren wird“, sagte der Grünen-Politiker. Man müsse sehen, ob dafür ein neuer Kredit aufgenommen oder die Grundsteuer angepasst werden müsse. Körner schätzt die Kosten für den neuen Anbau auf über einer Million Euro.

Das Thema Schulerweiterung wird nun im Sozialausschuss und Ortsentwicklungsausschuss beraten, bevor es erneut in der Gemeindevertretersammlung behandelt wird.

Von Oliver Becker

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