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Bestensee Dorfteich sieht wieder Land
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01:15 14.02.2019
Mit Hilfe eines Amphibienbaggers bekommt der Dorfteich in Bestensee neuen Boden unter die Wasseroberfläche. Er wird ausgebaggert, um die ursprüngliche Tiefe wieder herzustellen. Quelle: Andrea Müller
Bestensee

Der Dorfteich von Bestensee wird renaturiert. Gemeinde und die Berlin-Brandenburg Area Development Company (BADC) arbeiten Hand in Hand. Zurzeit sind Mitarbeiter der Firma Ingenieur Wasser und Tiefbau GmbH (IWT) dabei, den Boden des Teiches auszubaggern.

Teich war nur noch einen halben Meter tief

Der riesiger Bagger scheint auf dem Teich zu schwimmen. „Das ist ein Amphibienbagger, wie man ihn für solche Arbeiten benötigt“, erklärt Andreas Knöfde von ITW. Er ist der Mann auf der riesigen Maschine, deren Schaufel sich in den Boden des Gewässers frisst. Der Teich war ungefähr auf eine Tiefe von nur noch 50 Zentimetern zusammen geschrumpft. „Normalerweise sollte er zwischen 80 Zentimetern und zwei Metern tief sein“, so der Baggerführer. Jetzt sei das bald geschafft. Der Mitarbeiter aus Frankfurt (Oder) schätzt, dass sie noch etwa eine Woche baggern werden.

Die schwere Technik ist zu gewichtig für den weichen Boden. Es musste eine Baustraße aus Holzbohlen gelegt werden. Quelle: Andrea Müller

Berg aus Torf

Neben dem Teich hat sich in den letzten Tagen ein riesiger Berg aus Torf aufgetan. Wie Bestensees Bürgermeister Klaus-Dieter Quasdorf (parteilos) sagt, sei dafür extra neben dem Teich eine Grube ausgehoben worden. Ein kleinerer Bagger, der auf Holzbohlen agiert, schiebt die Erdmassen aus dem Teichinneren zusammen. Montag ging nun ein Verbindungsstück zwischen Schaufel und Steuertechnik kaputt. Szyszek Szymczak wechselte es auf die Schnelle aus. Nach Abschluss der Baggerarbeiten sollen dort Bodenproben entnommen werden, um einschätzen zu können, was mit dem Torf geschehen soll. Ist er sauber, könnte er zum Beispiel in der Landwirtschaft oder im Gartenbau Verwendung finden. ist er kontaminiert, so muss er speziell über eine Deponie entsorgt werden.

Szyszek Szymczak musste am Montag ein Bindeglied zwischen Schaufel und Steuertechnik auswechseln. Quelle: Andrea Müller

Ausgleich für Bau des BER

Die ganze Maßnahme läuft mit Hilfe des BADC ab, die Ausgleichsmaßnahmen organisiert als Gegenzug für den Bau des neuen Flughafens BER. Dort wurden viele Flächen versiegelt; dafür soll an anderer Stelle Natur wieder zum Blühen gebracht werden. In Bestensee geht es darum, den alten Dorfteich in der alten Mitte des Dorfes wieder schön zu machen.

Schilf wird zurück geschnitten

Wenn das Ausbaggern abgeschlossen ist, soll auch das Schilf am Ufer deutlich zurück geschnitten werden. Der in den Teich hineingefallene Baum wurde an Land gezogen, Bäume beschnitten. „Im Herbst geht die Maßnahme weiter. Dann kommt noch die Festwiese dran“, kündigt der Bürgermeister an. Die soll aber nicht trocken oder höher gelegt werden, sondern zunächst abgetragen, in den Boden ein Flies eingelegt und dann neu „ausgerollt“ werden. Zuwege sollen gepflastert werden.

Viel ist in diesen Tagen von der Festwiese nicht zu sehen. Alles versinkt im Schlamm. Aber zum Herbst soll hier ein Flies eingelegt werden. Das soll helfen, den Boden trocken zu halten. Quelle: Andrea Müller

Arbeitsabläufe gebündelt

Über die BADC stehen für diese Maßnahmen rund 100 000 Euro zur Verfügung – die Wiese nicht inbegriffen. Die sei Sache der Gemeinde, so Antje Girschick von der BADC. Um wirtschaftlich sinnvoll zu arbeiten, seien aber einige Arbeitsabläufe gleich für beide Maßnahmen gebündelt worden wie etwa die Analytik oder die Munitionsabsuche. Die Kosten der reinen Baumaßnahme beliefen sich laut Girschick auf rund 70 000 Euro.

Immer wieder schauen interessierte Bürger vorbei. Viele bringen ihre Kinder mit, die den schwimmenden Bagger mitten im Dorfteich mit großen Augen bewundern.

Von Andrea Müller

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