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Besuch im Strandbad ist teurer geworden

Neue Mühle Besuch im Strandbad ist teurer geworden

Mit dem Beginn der Saison hat die Stadt Königs Wusterhausen die Eintrittsgelder für ihr kommunales Strandbad in Neue Mühle moderat erhöht. Die Stadtverordneten konnten dem aber erst im Nachtrab zustimmen. Bürgermeister Lutz Franzke entschuldigte sich dafür bei ihnen.

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Paul, Pia und Clara (v. l.) haben Spaß im Strandbad.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Neue Mühle. Die Beliebtheit des Strandbades Neue Mühle in der Küchenmeisterallee mit der großen Rutsche und dem Spielplatz ist bei den Besuchern ungebrochen. Daran haben nach Angaben von Schwimmmeisterin Karola Werner auch die dort mit Beginn der Saison kassierten höheren Eintrittspreise nichts geändert.

Erwachsene müssen jetzt drei Euro, anstatt bisher 2,50 Euro bezahlen, während sich für Kinder der Preis von 1,20 Euro auf 1,50 Euro erhöht. Außerdem wurde die Altersgrenze für den kostenpflichtigen Eintritt von bisher sechs Jahren auf drei Jahre gesenkt. Für Schulklassen und Kitagruppen aber blieb der Eintritt konstant. Er liegt nach wie vor bei 80 Cent pro Person. Auch die Saisonkarten kosten wie bisher 27 beziehungsweise 60 Euro. „Die Stammgäste haben die höheren Preise selbstverständlich bemerkt, die meisten aber empfinden sie nach wie vor als moderat“, sagt Bademeisterin Werner. Das gilt vor allem für die Berliner, die im Strandbad Grünau acht Euro und für Kinder fünf Euro bezahlen müssten. 2015 wurden im Bad in Neue Mühle immerhin 12 500 große und kleine Gäste begrüßt.

Abgeordnete verärgert über Vorgehen der Stadtverwaltung

„Das Bad mit den schönen Wiesen ist top gepflegt, die Toiletten sind immer sauber“, lobt die Lehrerin Karin Beyer, die gern mit ihren Kindern nach Neue Mühle fährt.

Die Abgeordneten des Stadtparlaments waren in dieser Woche allerdings schon verärgert, dass die neuen Eintrittsgelder bereits kassiert werden, obwohl ihr Votum dazu noch aussteht. Bürgermeister Lutz Franzke (SPD) versuchte daher gleich beim Aufrufen des Tagesordnungspunktes den Groll der Abgeordneten zu mildern, in dem er sich, wie so häufig in den vergangenen Monaten, die berühmte Asche auf sein Haupt streute. Er entschuldigte sich bei den Stadtverordneten und begründete das Übergehen mit einem Kommunikationsfehler zwischen zwei Fachbereichen. Als Ausgleich bot er an, dass der bisher überzahlte Beitrag einem sozialen Projekt in der Stadt zugutekommt.

16 zu elf Stimmen für die Preiserhöhung

In der Diskussion sagte die Abgeordnete Birgit Uhlworm (Unabhängige Frauenliste): „Diese Preiserhöhungen von 20 bis 25 Prozent widersprechen dem Ziel einer familienfreundlichen Stadt. Die Stadt erzielt dadurch pro Saison Mehreinnahmen von lediglich etwa 5000 Euro.“ Uhlworm verlangte eine namentliche Abstimmung und forderte alle Fraktionen auf, die Mitglied des Bündnisses für Familie sind, dagegen zu votieren. Die Linken schlossen sich ihrer Argumentation an. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Ludwig Scheetz nahm Franzkes Entschuldigung an, forderte die Rathausspitze aber erneut auf, endlich ihr Controlling stärker in den Fokus zu rücken. Peter Dreher (CDU) verwies darauf, dass die aktuellen Preise in Neue Mühle im Vergleich zu anderen Freibädern noch immer im unteren Drittel lägen. „Der Ärger über den Formfehler der Stadt ist größer“, sagt er.

Letztlich stimmten 16 Abgeordnete für die neuen Nutzungsentgelte im Strandbad und elf dagegen bei einer Enthaltung.

Der Vorlage lag eine Vergleichsliste mit den Nutzungsentgelten in zwölf anderen Freibädern bei, die sich von Berlin-Weißensee bis Caputh erstreckten. Das nächstgelegene Freibad in Miersdorf mit seinen Bademeistern war aber nicht dabei. Dort werden schon seit über vier Jahren keine Eintrittsgelder mehr erhoben. „Die Personalkosten dafür wären höher als die damit erzielten Einnahmen“, begründet die Zeuthener Kämmerin Sabine Weller diese Entscheidung. Die Erfahrungen der Gemeinde mit dem freien Eintritt seien gut.

Von Franziska Mohr

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