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Dahme-Spreewald Bezahlbare Wohnungen für Flüchtlinge sind rar
Lokales Dahme-Spreewald Bezahlbare Wohnungen für Flüchtlinge sind rar
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05:40 11.11.2016
Deutschkurs in der Unterkunft in Egsdorf: Jeden Freitag pauken die Bewohner Vokabeln und Grammatik. Quelle: Josefine Sack
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Egsdorf

Feierabend hat Jacqueline Olm so gut wie nie. Seit gut eineinhalb Jahren engagiert sich die Schwerinerin als eines von circa 25 aktiven Mitgliedern in der „Flüchtlingshilfe Schenkenländchen“. Schon als ehrenamtliche Helferin, zunächst in den Gemeinschaftsunterkünften in Pätz und später in Massow, klingelte ihr Handy nahezu ununterbrochen: Anfangs fehlte es an allem, an Kleidung, Kosmetikartikeln, Küchenutensilien.

Im Dezember vorigen Jahres zogen die ersten Asylsuchenden in die Unterkunft nach Egsdorf, in das ehemalige Freizeit- und Gästehaus am Lebersee. Seither ist Jacqueline Olm hauptamtlich, im Auftrag der Arbeiterwohlfahrt, für die Neuankömmlinge vor Ort im Einsatz.

Unterstützung nach der Aufenthaltsgenehmigung

Auch wenn in dem Heim mittlerweile Alltag eingekehrt ist, weniger zu tun gibt es deshalb nicht. „Nur die Aufgaben haben sich verändert“, sagt Jacqueline Olm. Die Flüchtlinge sind angekommen, haben sich mehr oder weniger eingelebt. Die wichtigsten Behördengänge hinter sich gebracht.

Hinter Olm und der Egsdorfer Heimleiterin Gesine Liersch liegt viel Bürokratie – doch ihr Einsatz hat sich gelohnt. Viele Bewohner, die eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten haben, konnten mittlerweile in eigene Wohnungen ziehen, brauchen aber weiterhin Unterstützung. „Allein die Wohnungssuche gestaltet sich schwierig“, weiß Jacqueline Olm.

Aktuell sind in Egsdorf 44 Personen untergebracht, hauptsächlich Familien und Alleinerziehende mit Kindern. Die meisten Bewohner stammen aus dem Irak, Syrien, Afghanistan und Pakistan. 19 der 44 Bewohner haben eine Aufenthaltserlaubnis und könnten ab sofort in eigene Wohnungen ziehen.

Flüchtlinge im Schenkenländchen

367 Flüchtlinge leben aktuell im Amt Schenkenländchen.

Die meisten Asylsuchenden sind in der Gemeinschaftsunterkunft in Massow untergebracht. Die ehemalige Reha-Klinik im dortigen Gewerbegebiet bietet Platz für 450 Personen.

In Massow sind derzeit 323 Geflüchtete untergebracht.

Vergleichsweise klein ist die Unterkunft im Teupitzer Ortsteil Egsdorf mit 58 Plätzen. Aktuell leben dort 44 Flüchtlinge.

600 Asylsuchende hat der Landkreis seit Jahresbeginn aufgenommen. Insgesamt sind in Dahme-Spreewald 1745 Flüchtlinge untergebracht, 1259 leben in Unterkünften, 467 in Wohnungen.

Doch wenn es um geeigneten, das heißt bezahlbaren Wohnraum geht, sieht es schlecht aus im Schenkenländchen. Nach wie vor sucht die Flüchtlingshilfe daher Paten, die die wenigen Wohnungsinserate im Blick haben und die neuen Mitbürger etwa zu Besichtigungen und Terminen mit Vermietern begleiten. Ist erst einmal eine Wohnung gefunden, fängt die eigentliche Arbeit erst an: „Der Umzug und das ganze Drumherum, vom Stromanbieter bis hin zu Versicherungen, das alles muss ja organisiert werden“, sagt Olm.

Glückliche Momente

Während die vielen Alltagshürden die Neuankömmlinge, aber auch ihre Helfer oft frustrieren, gibt es auch Momente, in denen es vorangeht und an die sich die Schwerinerin gern zurückerinnert. So gelang es ihr, einem Syrer nach Monaten des Wartens dabei zu helfen, seine Familie nach Deutschland zu holen. Mittlerweile lebt die Familie in Berlin, wo der Vater, ein gelernter Gastronom, Arbeit als Koch im Hilton-Hotel gefunden hat. Der Kontakt mit den neuen Mitbürgern gibt ihr viel, sagt Olm: „Freundschaften sind entstanden, ich lerne viel über andere Kulturen und habe mir schon das ein oder andere Kochrezept abgeschaut.“

Von Josefine Sack

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