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Bezahlbarer Wohnraum fehlt

Eichwalde Bezahlbarer Wohnraum fehlt

Die Nachbargemeinden Zeuthen, Eichwalde und Schulzendorf haben ein gemeinsames Problem: fehlenden Wohnraum. Bei einem Diskussionsforum in Eichwalde wurde nun über Defizite und Lösungsmöglichkeiten diskutiert.

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Die Gemeindevertreter Jonas Reif aus Zeuthen, Andreas Körner aus Schulzendorf und Jörg Jenoch aus Eichwalde (v. l.) hatten zum Diskussionsforum Experten aus der Wohnungswirtschaft und aus Pflegeprojekten eingeladen.

Quelle: Uta Schmidt

Eichwalde. Die Nachbargemeinden Zeuthen, Eichwalde und Schulzendorf verbindet ein gemeinsames Problem: Es fehlt an bezahlbaren Mietwohnungen für junge Familien, Singles und Senioren. Und dabei wächst die Bevölkerung rasant, nach Landesprognose von derzeit 36 000 auf 39 000 im Jahre 2030. „Bezahlbares und generationengerechtes Wohnen“ nannten deshalb die Fraktionen von B90/Grüne und der Wählerinitiative Eichwalde (WIE) ein Diskussionsforum in Eichwalde, bei dem Gemeindevertreter aus den Gemeinden sowie Experten mit Bürgern ins Gespräch kamen, um Defizite und Lösungsmöglichkeiten in Sachen sozialer Mietwohnungsmarkt auszuloten.

„Als Randgemeinden von Berlin sind wir vom knappen Wohnraum besonders betroffen. Nach unseren Schätzungen brauchen wir in den nächsten 15 Jahren weitere 1000 Wohnungen, vor allem altersgerechte und barrierefreie. Denn der Trend ist in allen drei Gemeinden der gleiche: Die Bevölkerung wird immer älter“, so Schulzendorfs Gemeindevertreter Andreas Körner (Grüne). Die Gemeinden und Verwaltungen würden in den Kommunen jeweils vor den gleichen Herausforderungen stehen und Fragen beantworten müssen, wie der Wohnraum aussehen und wie er entstehen könne.

Wiwo-Chef erläutert Probleme

Antworten hat bereits die Stadt Wildau mit ihrer Wohnungsbaugesellschaft Wiwo gefunden. Geschäftsführer Frank Kerber erläuterte die Vorgaben nach der Brandenburger Förderrichtlinie zur Schaffung von Sozialwohnungen sowie Probleme durch die Belegungs- und Mietpreisbindung. Viele Wohnungssuchende fielen schon durchs Raster, wenn etwa die Einkommensgrenze für Singles bei 12 000 Euro im Jahr liege. Er schilderte aber auch die Hürden für Wohnungsunternehmen bei der Schaffung von Wohnraum. Soll es mehr Sozialwohnungen geben, müsse der Gesetzgeber das Baurecht modifizieren und die Zuschüsse für Investoren wie Kommunen erhöhen. Dennoch machte Kerber den Nachbarkommunen Mut, die Gründung von kommunalen Wohnungsgesellschaften auf den Weg zu bringen. Er bot an, zunächst Mietwohnungen über einen Geschäftsbesorgungsvertrag mit der Wiwo bauen und verwalten zu lassen.

Jonas Reif (Grüne) aus Zeuthen bestätigte diese Überlegungen. Mit den 326 kommunalen Wohnungen in Zeuthen würde die Gemeinde schon jetzt Einnahmen von 640 000 Euro erwirtschaften, aber nur einen Teil davon wieder in die Erhaltung investieren. Die Gemeinde würde über geeignete Flächen für den mehrstöckigen Mietwohnungsbau vor allem in Miersdorf verfügen.

Eichwalde ist nicht an Bevölkerungszuwachs interessiert

Während in Zeuthen und Schulzendorf Baugebiete für den Mehrfamilienhausbau ausgewiesen werden könnten, gibt es in Eichwalde kaum noch freie Flächen für den sozialen Mietwohnungsbau. „Wir setzen auf einen Mix, um den Bau von bezahlbaren Mietwohnungen zu ermöglichen“, so Jörg Jenoch (WIE). Dieser reiche von der Bereitstellung von Immobilien für gemeinnützige Investoren über die Verdichtung mit Mehrgeschossern bis zum Erwerb von Wohnungen für die Kommune aus Privatbesitz. Die Gemeinde hat bereits ein Projekt „Wohnen am Chopinplatz“ entwickelt, in das künftig Fördermittel aus dem Infrastrukturministerium fließen könnten. Bürgermeister Bernd Speer (parteilos): „Unsere drei Nachbargemeinden sind zwar generell vergleichbar, bei diesem Thema aber auch wieder nicht. Wir in Eichwalde wollen möglichst viel Grün erhalten und streben nur eine verträgliche Verdichtung an. An noch mehr Wohnungen und einem Bevölkerungszuwachs sind wir nicht interessiert“. Das kritisierten bauwillige Investoren in der Runde. „Mir wurden drei Projekte zum Bau von 64 Wohnungen nicht genehmigt“, sagte Holger Schmidt über den „Ärger mit dem Bauordnungsamt“.

Von Uta Schmidt

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