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Biber beunruhigen Bestenseer

Anwohner sehen Gefahren für Auto- und Bahnverkehr und fürchten Überflutungen Biber beunruhigen Bestenseer

In Bestensee sorgen Biber für Unruhe. Anwohner fürchten, dass wegen der Biber-Knabbereien Grundstücke überflutet werden könnten. Auch um Bahnstrecken und Straßen sorgen sich die Bestenseer. Umweltschützer beharren aber darauf, dass der Biber geschützt werden muss.

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Ein mit Papier beklebtes Holzschild steht seit Kurzem an der Bestenseer Puschkinstraße. Unter Berufung auf das Bundesnaturschutzgesetz soll es Spaziergänger davon abhalten, den „Lebensraum des streng geschützten Bibers“ zu beeinträchtigen. Die Strafandrohung für Zuwiderhandlungen hat es in sich: bis zu fünf Jahre Haft oder 50.000 Euro Geldstrafe.

Die Tiere aufzuscheuchen, ihr Biotop zu beschädigen oder zu zerstören, ist kein läppisches Vergehen, sondern eine Straftat. Darauf weist Heinz-Georg Heidenreich hin, der im Umweltamt des Landkreises Dahme-Spreewald für den Artenschutz zuständig ist. „Biber genießen den höchsten Schutzstandard“, berichtet er.

Vielen ihrer menschlichen Nachbarn ist die Biberfamilie, die sich am Graben zwischen dem Kleinbestener See und dem Seechen niedergelassen hat, nicht geheuer. „Mehrere Baumstämme, die am Ufer stehen, sind bereits angefressen“, hat der Bestenseer Günter Axthelm bemerkt. „Wenn sie fallen, könnten sie Autofahrer oder Passanten treffen oder sogar auf den Gleisen oder der Oberleitung der Eisenbahn landen“, befürchtet er. „Nicht auszudenken, wenn es dadurch zu einem Zugunglück käme.“ Außerdem, so Axthelm, hätte die Biberburg das Wasser immens aufgestaut. Statt früher 30 Zentimeter stehe es jetzt mehr als einen Meter hoch.

„Wessen Schutz ist wichtiger – der des Bibers oder der des Menschen?“, fragt Bürgermeister Klaus-Dieter Quasdorf und gibt selbst die Antwort: „Wenn Grundstücke überflutet werden oder dem Bahnverkehr Gefahren drohen, besteht Handlungsbedarf.“

Ein Eingriff in die Biberwelt sei nur bei massiven Beeinträchtigungen möglich, macht Torsten Woitke, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Dahme-Notte klar. Der Wasserstand sei zwar hoch, steige jedoch zurzeit nicht weiter.
So schätzt es auch Heinz-Georg Heidenreich ein. „Es handelt sich dort um einen Grundwasseranstieg“, sagt er. Sollten die Keller von Anwohnern durch Feuchtigkeit bedroht sein, habe das mit den wendigen Vierbeinern nichts zu tun. „Wir verstehen die Sorgen der Leute dort und sind regelmäßig vor Ort, um die Lage zu beobachten“, fügt er hinzu.

In besonderen Gefahrenlagen, etwa wenn großflächige Überflutungen drohen, sei es möglich, Biberpopulationen umzusetzen. Dafür müssten an hohe Hürden gekoppelte Sondergenehmigungen eingeholt werden. Der Wasserstau in Bestensee, zu dem die Nagetiere offenbar nur unmaßgeblich beitrugen, erfülle diese Kriterien nicht. „Ihnen reicht eine 70 bis 80 Zentimeter hohe Wassermulde, um in ihren Bau zu schlüpfen“, erläutert der Experte. Diese Höhe liege unterhalb der Gefahrengrenze. Abgesehen vom hohen Schutzstatus der Nager sei eine Umsiedlung wenig wirkungsvoll. „Verschwinden welche, kommen in kürzester Frist andere“, ergänzt er. Zudem verbeißen die Alten die Jungen und Jungbiber suchen sich neue Reviere. Vor allem aber, merkt Heidenreich an, sei eine Gefährdung des Auto- und Bahnverkehrs auszuschließen, da Bäume, die im Extremfall umstürzen könnten, weit von Straße und Bahnlinie entfernt stünden.

Der Bestenseer Axthelm hat noch eine andere Sorge. Er weist darauf hin, dass das Warnschild der Naturschützer vom Straßenrand aus nicht zu lesen sei. „Wer wissen will, was darauf steht, muss so nah herantreten, dass er den Biber schon stören könnte“, vermutet er.

Von Klaus Bischoff

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