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Dahme-Spreewald Biber ertrinkt qualvoll nach Böller-Attacke
Lokales Dahme-Spreewald Biber ertrinkt qualvoll nach Böller-Attacke
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15:56 28.12.2015
Toter Biber kurz vor Weihnachten. Quelle: Anett Harnisch
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Königs Wusterhausen

Die Parkordnung des Königs Wusterhausener Schlosspark ist so streng, dass selbst ein Naturschutzgebiet seinen Tieren und Pflanzen kaum mehr Sicherheit bietet. Man darf dort nicht Fahrrad fahren, keine Blätter von den Bäumen reißen, und auch nicht mit Feuer hantieren. Trotzdem ist kurz vor Weihnachten der womöglich einzige Biber getötet worden, der auf dem Gelände gelebt hat: und zwar durch einen Böller, den jemand ins Wasser der Parklandschaft geworfen hat.

Gefunden hat den Biber die Königs Wusterhausenerin Anja H. Sie sei mit ihrem Kind durch den Park spaziert und habe eine Gruppe von etwa zehn Jugendlichen gesehen, die Knallkörper auf Enten warfen, erzählt sie. Einige Meter weiter fand sie den toten Biber am Ufer. Wann genau er starb, und wer ihn aus dem Wasser fischte, ist unklar.

Was aber feststeht, ist die Todesursache. Denn Anja H. setzte sich mit dem Naturschutzbund Nabu in Verbindung, der wiederum das Berliner Leibnitzzentrum für Zoo- und Wildtierforschung informierte. Der tote Biber landete umgehend auf den Seziertisch der Veterinär-Pathologin Gudrun Wibbelt, und die stellte fest, dass dem sechs Monate alten Biber-Weibchen beide Trommelfelle geplatzt waren. Leber und Gehirn zeigten laut Obduktionsbericht „eine schockbedingte Stauung der Blutgefäße“. „Das Jungtier muss einer enormen Druckwelle ausgesetzt worden sein“, so die Tiermedizinerin. In der Folge ertrank das Biber-Mädchen jämmerlich.

Die Naturschützer zeigen sich betroffen von dem Vorfall. Der Nabu erwägt eine Anzeige gegen Unbekannt – immerhin unterliegen Biber einem strengen Europäischen Artenschutz.

Beim Landesumweltministerium spricht man von einem „sehr bedauerlichen Vorfall, der sich so nicht widerholen darf“, bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten überlegt man mögliche Schritte – auch wenn die Stiftung zuletzt ihre eigenen Bäume aufwendig gegen Biberfraß schützen musste.

Ob die Bäume im Schlosspark künftig weiterhin abgezäunt und mit Verbissmittel behandelt werden müssen, wird sich erst zeigen. Bisher habe man nur von einem Biber Kenntnis gehabt, der im benachbarten Mühlenfließ lebte und sich zuweilen auch auf dem Parkgelände herumtrieb, sagt der Sprecher der Stiftung, Frank Kallensee. Es sei gut möglich, dass es sich bei dem jetzt getöteten Biber-Mädchen um dieses Tier handelt.

Biber sind in der Region selten anzutreffen. In ganz Brandenburg schätzt man den Bestand auf etwa 3000 bis 4000 Tiere. Wer Biber fängt, verletzt oder tötet, muss mit einer Strafe von bis zu 65 000 Euro rechnen.

Das Landesumweltministerium mahnt angesichts des Vorfalls zum vorsichtigen und verantwortungsvollen Umgang mit Silvesterböllern. „Wie dieser Fall zeigt, können Wild- und Haustiere leicht durch Feuerwerkskörper Schaden nehmen“, sagt Sprecher Hans-Joachim Wersin-Sielaff.

Auch unabhängig von dem toten Tier hätten die Böller nicht gezündet werden dürfen. In Königs Wusterhausen und den meisten anderen Orten gilt abgesehen vom 31. Dezember und 1. Januar Knallverbot.

Von Oliver Fischer

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