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Bildung als Schlüssel gegen Rechtspopulismus

Lesung in Wildau Bildung als Schlüssel gegen Rechtspopulismus

Wir leben in gefährlichen Zeiten: 71 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sind die Rechtspopulisten auf dem Vormarsch. Woran das liegt und wie man Fremdenhass bekämpfen kann, darüber diskutierten MTV-Moderatorin Wana Limar und Landrat Stephan Loge in der Hochschulbibliothek Wildau.

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Stephan Loge, Wana Limar, László Ungvári und Günter David (v.l.) bei der Podiumsdiskussion.

Quelle: Josefine Sack

Wildau. Die Welt retten konnten Wana Limar, Stephan Loge und László Ungvári am Mittwoch nicht. Gleichwohl nahmen die MTV-Moderatorin, der Landrat des Kreises Dahme-Spreewald und der Wildauer Hochschulpräsident die Diskussionsrunde „Mein Kampf gegen Rechts“ in der Bibliothek der Technischen Hochschule zum Anlass, um mal darüber zu reden, was schief läuft in diesem Land.

Der Titel der Veranstaltung, organisiert von der Kreis- und Fahrbibliothek, geht zurück auf das in diesem Jahr erschienene gleichnamige Buch. Darin schildern elf Menschen ihre Erfahrungen mit Fremdenhass und rechter Gewalt.

Anspielung auf Donald Trump

Hochschulpräsident Ungvári begrüßte die Gäste zu „dieser ernsten Veranstaltung an einem sehr denkwürdigen Tag – dem Tag des Mauerfalls, aber auch dem Tag des Sieges eines Demagogen, der Mauern bauen will“. Er spielte damit auf den frisch gewählten US-Präsidenten Donald Trump an.

In der Tat hätte das Datum für die Lesung passender nicht sein können. Auf den 9. November fallen Ereignisse, die die Geschichte nachhaltig geprägt haben. Das dunkelste Kapitel begann an jenem Tag im Jahr 1938 mit den Novemberprogromen.

Alltagserfahrungen mit Rassismus

Und heute? 71 Jahre nach Kriegsende sind die Rechtspopulisten erneut auf dem Vormarsch. Wana Limar schockieren die aktuellen Entwicklungen. Als Kind afghanischer Einwanderer weiß sie, was es bedeutet, diskriminiert zu werden. Ihre Alltagserfahrungen mit Rassismus beschreibt sie in „Mein Kampf gegen Rechts“. Da ist etwa der Junge aus der Parallelklasse, der die junge Wana und ihre Mitschüler als „Kanakenklasse“ beschimpft oder die Religionslehrerin, die nach den Anschlägen vom 11. September fragt, woran man einen Terroristen erkenne.

„Was macht Deutschsein aus? Darüber müssen wir uns erst einmal unterhalten“, fordert die Autorin, die sich in der Hamburger Organisation „Visions for Children“ für Flüchtlingskinder einsetzt. Längst sei Deutschland ein Einwanderungsland, so Limar. Das beweisen allein die Zahlen. Die sozialen Netzwerke sprechen eine andere Sprache: Als „Gelumpe“ oder „Viehzeug“ werden hier Migranten verunglimpft.

Der Schlüssel liegt in der Bildung

Die große Frage: Was treibt die Verfasser solcher Schmähungen an? „Sind jene, die da klatschen und Merkel an den Galgen hängen wollen, einfach nur dumm?“, fragt David Günter vom Bundesprogramm „Demokratie leben“, der durch den Abend führt, in die Runde. Alle Talkgäste sind sich einig: Der Schlüssel liegt in der politischen Bildung. Doch ganz so einfach ist es nicht: „Die Vermittlung von Erfahrungen kommt zu kurz“, meint Landrat Loge (SPD). Es gebe kaum noch Zeitzeugen aus der Nazizeit. „Ich mache mir vor allem Sorgen um die jüngeren Generationen.“

Was also tun in Zeiten, in denen sich Hass breit macht und Flüchtlingsheime brennen? Keine Lösung, aber immerhin einen Ansatz hat ein junger Mann aus dem Publikum parat: „Wir brauchen Vorbilder, die ihre Stimme erheben gegen die Unwissenden und wir müssen als Gemeinschaft aktiv werden.“

Von Josefine Sack

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