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Bindower Brücke bis Frühjahr einspurig

Sperrung für Lkw-Fahrer bleibt bestehen Bindower Brücke bis Frühjahr einspurig

Die wochenlange Sperrung der Bindower Brücke ist zwar vorbei. Dennoch ist die Überführung gerade nur ein einspurig befahren werden. Im Frühjahr soll sie wieder freigegeben werden. Aber Lkw-Fahrer müssen noch einige Jahre warten bis sie wieder drüber fahren dürfen

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Ampeln regeln den Verkehr an der halbseitig gesperrten Bindower Dahme-Brücke noch bis zum nächsten Frühjahr.

Quelle: Franziska Mohr

Bindow.  „Nach der wochenlangen Sperrung im Sommer bin ich schon froh, dass die Bindower Brücke jetzt wenigstens einspurig wieder befahrbar ist“, sagt der Galluner Holger Bierrath, der täglich nach Friedersdorf zur Arbeit fährt. Aber die Ampel nerve, betont der Mechaniker. Ähnlich äußert sich auch die Bindowerin Karin Gösel, die sich im Auto an der Ampel gerade eine Zigarette ansteckt. „Langsam hat man sich an die einspurige Fahrerei gewöhnt“, sagt sie. Weitaus weniger gelassen zeigt sich ein Lkw-Fahrer, der sich mit seinem Laster trotz der deutlich ausgeschilderten Beschränkung auf 16 Tonnen dennoch in die Schlange an der Ampel einreiht. „Die haben eine Macke, ich kann doch nicht jahrelang kilometerlange Umleitungen fahren. Das bezahlt mir kein Kunde“, empört sich der Mann, der aus Angst vor der Verkehrsbehörde seinen Namen nicht preisgeben möchte.

Und tatsächlich werden Brummi-Fahrer nach Angaben von Wolfhart Patrik, zuständiger Dezernatsleiter im Brandenburgischen Landesbetrieb für Straßenwesen, noch mindestens knapp drei Jahre die weiträumige Umleitung über Gussow beziehungsweise die Autobahn nehmen müssen. Patrik schätzt, dass das laufende Planfeststellungsverfahren für den Neubau direkt neben der alten Brücke spätestens im Mai nächsten Jahres abgeschlossen ist. „Der Neubau dauert anschließend noch mindestens zwei Jahre“, warnt der erfahrene Fachmann vor übertriebenen Erwartungen. Gegenwärtig ist der Bauingenieur schon zufrieden, dass die Sanierung des alten Brückenbaus, der bereits mehr als 60 Jahre auf dem Buckel hat, seiner Vollendung entgegengeht. „Im Wesentlichen fehlt nur noch der Farbanstrich, den allerdings können wir witterungsbedingt erst im Frühjahr auftragen“, sagt der Dezernatsleiter. Bis dahin aber müsse die rund 60 Meter lange Bindower Brücke verhüllt und damit nur einspurig befahrbar bleiben. Im Frühjahr wird sie nach Angaben des Cottbuser Landesbetriebes wieder für beide Richtungen freigegeben. Die Begrenzung der Tonnage auf 16 Tonnen aber bleibt. Für Lkw-Fahrer gibt es also keine Entwarnung. Eine höhere Belastung lässt die alte Stahlkonstruktion der insgesamt 450 Tonnen schweren Brücke nicht zu. Ansonsten hätten die Bauleute die Stahlträger und die Fahrbahnplatte komplett erneuern müssen. „Die Brücke bleibt eben eine alte Dame, auch wenn wir ihr jetzt sehr viel Make-up verpasst haben“, sagt Baufachmann Patrik schmunzelnd.

Die Überführung wurde 1945 von der SS gesprengt und erst sechs Jahre später, 1951, von Bauarbeitern mit teilweise noch vorhandenen Bauelementen wieder aufgebaut. Seit 2009 steht sie unter Denkmalschutz. Ein Umstand, für den Dezernatsleiter Patrik nur wenig Verständnis zeigt. „Wir haben im Land Brandenburg so viel sanierungsbedürftige Brücken und Straßen, wo überall das Geld fehlt. Hier aber kann es offenbar nicht teuer genug sein“, stellt Patrik erbost fest. So habe die Generalüberholung der Bindower Brücke bereits über eine Million Euro verschlungen. Und ständig werde es teurer. Erst gestern sei wieder ein Nachtrag für das Einziehen neuer Nieten fällig gewesen.

Auch Heidesee-Bürgermeister Siegbert Nimtz, selbst Bindower, ist alles andere als glücklich über die Situation. Daher brachte er das Problem jüngst auch bei einem Gespräch mit Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) zur Sprache. Er will, und dies längst nicht nur im Interesse der Heideseer, unbedingt eine Beschleunigung des Verfahrens erreichen. „Die Brückenarbeiten hätten viel früher beginnen müssen. Schon 1989 stand fest, dass die Brücke saniert werden muss. Hätte man damals sofort begonnen, wäre der Zustand nie so schlimm geworden.“

Von Franziska Mohr

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