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Biwak der Männer mit Gardemaß

Schlossfest in Königs Wusterhausen Biwak der Männer mit Gardemaß

Alle zwei Jahre findet in Königs Wusterhausen das Schlossfest statt, in diesem Jahr am 5. September. Parallel feiern die „Langen Kerls“ ihr 25-jähriges Bestehen. 1990 wurde die einstige Riesengarde des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. als Verein wiederbelebt. Zu diesem Jubiläum veranstalten die Männer ein dreitägiges Biwak auf dem Schlossgelände.

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Die „Langen Kerls“ waren einst die Riesengarde des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I.

Quelle: Gerlinde Irmsche

Königs Wusterhausen. Spielend erreichen einige der Herren, die am 5. September zum Schlossfest in Königs Wusterhausen unterwegs sein werden, die 2,30-Meter-Marke: Das liegt zum einen an sehr hohen Mützen, vor allem aber daran, dass diese Männer selbst schon eindrucksvoll groß sind – „Lange Kerls“ eben. Die einstige Riesengarde des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. wurde vor 25 Jahren als Verein wiederbelebt, und das soll zum Schlossfest groß gefeiert werden. Denn der König war dem Ort stets besonders verbunden, weilte schon als Kronprinz gern hier. „Die ,Langen Kerls’ hatten angeboten, ihr Jubiläum hier zu feiern“, freut sich Claudia Baronick, die bei der Stadt für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing zuständig ist und gemeinsam mit Pressesprecherin Uschi Schlecht und weiteren Mitarbeitern zum engeren Kern des Organisationsteams für das alle zwei Jahre stattfindende Schlossfest gehört. Das wird mit einem historischen Festumzug am Vormittag beginnen und dann bis zum späten Abend das gesamte Stadtzentrum mit Musik und zahlreichen Aktionen beleben.

Mit Feldküche und Zelten

„Die ,Langen Kerls’ kommen mit Feldküche und Zelten und werden auch einen Feldgottesdienst und Exerzierübungen abhalten“, so Baronick. Bereits am Vorabend des Schlossfestes werden die hochgewachsenen Grenadiere im Schlossgarten ihr dreitägiges Biwak aufbauen. „Wir erwarten auch viele Gastvereine, die sich ebenfalls der Zeit des 18. Jahrhunderts verschrieben haben“, erklärt Mike Sprenger, stellvertretender Vorsitzender des eigentlich in Potsdam beheimateten Vereins der „Langen Kerls“. „Das sind auch alles Historiendarsteller“, sagt er über die besonderen Gäste, die zum Teil sogar aus Italien anreisen werden. Noch laufen die Anmeldungen, aber zu rechnen sei mit mindestens 150 perfekt kostümierten Grenadieren verschiedener Regimenter, Perückenmachern, Schneidern, Schmieden und Waffenmeistern, die allesamt nicht nur mit Kleidung, sondern auch mit dem Biwak ein möglichst authentisches Bild jener Zeit bieten wollen. „Beim Biwak versuchen wir, so weit wie möglich auf die historischen Details zu achten“, so Sprenger. Die Schlossfest-Besucher dürfen dann auch ins Biwak und mal am Suppenkessel über dem Feuer schnuppern. Mike Sprenger ist dankbar, dass „wir überhaupt im Schlossgarten unser Biwak aufbauen dürfen“. Aber schließlich hat auch die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten am 5. September etwas zu feiern: Vor 15 Jahren ist das schmucke Schloss nach langer Restaurierung wiedereröffnet worden.

Fest-Besucher können am Nachmittag vor dem Schloss den großen Schritt wagen und sich vom Soldatenkönig höchstpersönlich mittels „Liebstenschein“ trauen lassen. Diese waren einst gedacht für die „Langen Kerls“, die möglichst mit ebenfalls großgewachsenen Frauen Beziehungen eingehen sollten. „Mit dem Schein galten sie dann ein Jahr lang als verheiratet, damit wurden solche Beziehungen legalisiert“, erklärt Claudia Baronick.

Mike Sprenger gibt den König

Den König mimt übrigens Mike Sprenger. Die Uniformen der Grenadiere wären für ihn zu groß, denn er entspricht nicht ganz dem geforderten Gardemaß von mindestens sechs preußischen Fuß, also 1,88 Meter. 24 solcher Soldaten-Darsteller hat der Verein derzeit. „Aber wir haben nicht einen langen Kerl aus Königs Wusterhausen“, bedauert Sprenger. Dabei ist der Verein hier aktiv, es gibt Kooperationen mit der Königs Wusterhausener Awo-Kita „Klein & Groß“, von der einige Kinder zur Eröffnung des Schlossfestes mit den passenden barocken Tänzen auftreten werden.

Doch ein solches Biwak wie es für das erste September-Wochenende geplant ist, gab es trotzdem erst einmal in der Stadt, 2010 war das. „Das ist schon etwas sehr Besonderes“, freut sich Stadtsprecherin Uschi Schlecht.

Von Karen Grunow

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