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„Bleienten“ sichern Betrieb des Freibades

Briesen „Bleienten“ sichern Betrieb des Freibades

13 Briesener lassen sich derzeit zu Rettungsschwimmern ausbilden, neun von ihnen haben die Prüfung mittlerweile erfolgreich absolviert. Hintergrund der Initiative ist der Wunsch, das kleine Freibad im Ort zu erhalten. Weil es schwieriger wurde, Rettungsschwimmer zu finden, haben sich die Männer und Frauen freiwillig gemeldet, um sich ausbilden zu lassen.

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Für die Prüfung zum Rettungsschwimmer müssen unter anderem Rettungsaktionen nachgestellt und trainiert werden.

Quelle: Karen Grunow

Briesen. Es ist eine so außergewöhnliche wie grandiose Idee: Weil die Briesener um den Erhalt ihres schönen kleinen Freibads bangen, für das sich von Sommer zu Sommer die Suche nach den benötigten Rettungsschwimmern immer komplizierter gestaltet, haben sie sich nun selbst dazu ausbilden lassen. Neun von 13 Teilnehmern haben mittlerweile die Prüfungen bestanden.

„Die Idee ist die goldene“, sagt Oliver Theel, Hauptamtsleiter der Verwaltung des Amtes Schenkenländchen, während er bei einigen Prüfungen zuschaut. Lange sei um eine Lösung für das 1977 entstandene Freibad gerungen worden. „Wir haben mit unserem Bürgermeister Ralf Kunze zusammengesessen und überlegt, was wir machen können, um das Schwimmbad zu retten“, erzählt Virginie Hoppe. Kunze hat ihnen zugeraten zu der so verrückt klingenden Idee, einfach selbst Rettungsschwimmer zu werden. Anfang Juni war das. Virginie Hoppe, Susann Fischer, Dörte Schulz und die anderen vom Dorfclub gingen durch ihren Ort, sprachen ihre Nachbarn an. 20 meldeten sich. 13 blieben, denn die intensiven Trainings nebst Theorie, das muss man neben dem beruflichen und familiären Alltag erst einmal gestemmt kriegen. Doch die 13 zogen und ziehen es durch. Die Gemeinde Halbe hat die Kosten für die Kurse übernommen.

„Briesener Bleienten“ mit Unterstützern und  Trainer Sascha Swade (r)

„Briesener Bleienten“ mit Unterstützern und Trainer Sascha Swade (r.).

Quelle: Karen Grunow

Alle unterstützen sich gegenseitig

Torsten Weber und Marcus Hoppe waren die ersten, die das Rettungsschwimmabzeichen in Silber bestanden. Die 74-jährige Regina Meinas schaffte das bronzene. „Die älteste, die ich je ausgebildet habe. Respekt!“, sagt Sascha Swade vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Berlin. „Ich habe selten eine so hochmotivierte Truppe erlebt wie in Briesen.“ Zwölf Trainingseinheiten mit ihm mussten alle absolvieren. Darüber hinaus übte jeder fleißig. Anfangs hatte das Wasser nur 16 Grad. Da kam Heike Schütze, die sich während der Trainings auch schon mal um die Kinder der angehenden Retter kümmerte, mit heißem Tee und Kaffee ans Becken. „Unser Engel“, sagt Susann Fischer. Überhaupt, sie schwärmt, sei dieses Miteinander eine tolle Motivation. Auch bei der Prüfung achten alle aufeinander, zählen mit, beobachten die Zeiten. Als Virginie Hoppe nach langem Zögern komplett das 25-Meter-Becken durchtaucht und am anderen Ende erst den Kopf aus dem Wasser reckt, applaudieren alle. Jede von einer oder einem bestandene Etappe der aufwendigen Prüfungen bringt alle ihrem Ziel näher, während der Sommermonate das Freibad öffnen zu dürfen.

Rettungsschwimmer dürfen Prüfungen zum Seepferdchen durchführen

Hauptamtsleiter Theel hat das längst schon abgenickt, er ist nun aber mal aus Neugier vorbeigekommen und fiebert auch mit. Ein Rettungsschwimmer mit Silberabzeichen und als Assistenz einer mit bronzenem werden gefordert, um ein Bad wie das Briesener öffnen zu können. Woche für Woche wird nun ein neuer Einsatzplan erstellt, je nach Verfügbarkeiten der Rettungsschwimmer, die ihre verantwortungsvolle Aufgabe alle ehrenamtlich übernehmen. Sie dürfen dann auch selbst die Prüfungen zum Seepferdchen durchführen.

„Briesener Bleienten“ nennen sich die Frauen und Männer übrigens. Dabei ist von Bleischwere oder Langsamkeit gar nichts zu sehen, als Virginie Hoppe und die anderen mit kraftvollen Zügen durch das Becken gleiten. Sie sind wieder in ihrem Element, die Briesener.

Info: Heute ist das Freibad von 14 bis 17 Uhr, an diesem Freitag von 15 bis 20 Uhr und am Samstag und Sonntag jeweils von 14 bis 19 Uhr geöffnet.

Von Karen Grunow

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