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Dahme-Spreewald Blick in die Geschichte
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12:18 25.11.2015
Bernd Haenecke, Peter Macky und Holger Wedekind (v. l.) durchforsten alte Dokumente. Quelle: Karen Grunow
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Halbe

Nun hat Bahnhofsbesitzer Peter Macky den Beweis. Der Kaiser war tatsächlich im Halber Kaiserbahnhof, kam mit großer Entourage Anfang November 1913 aus Berlin nach Halbe gereist, um in den Wäldern jagen zu gehen. Macky ließ sich jetzt von Bernd Haenecke erzählen, was der von seinem Vater Willi weiß. Der nämlich durfte als achtjähriger Junge die Jagdgesellschaft begleiten und erinnerte sich zeitlebens bildreich an dieses große Erlebnis. „Opa musste Pferd und Wagen anspannen. Und der kleine Willi musste mit“, berichtete Haenecke.

Die Decke im Gefolgesaal des Kaiserbahnhofs ist schon restauriert. Quelle: Karen Grunow

Seitdem Peter Macky den Bahnhof erworben hat, kramt er immer wieder nach Beweisen, dass wenigstens einer der Kaiser Halbe per Bahn besucht haben mag – warum sonst sollte der schmucke Bau denn diesen außergewöhnlichen Namen tragen? Holger Wedekind, Gedenkstättenlehrer in der Halber Bildungsstätte des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge, hat deshalb nun Macky und Haenecke zusammengebracht. Zum ersten Mal saßen der Bestenseer Haenecke, dessen Familie seit Generationen in Halbe lebte, und der Neuseeländer Macky beisammen. „Ich habe meinem Vater immer ganz viel zugehört“, sagte Haenecke. Als Rentner habe Willi angefangen, die Halber Chronik zu überarbeiten und die Geschichte seiner Familie zu verfassen. 1996, im Alter von 91 Jahren, veröffentlichte er einen Text im vom Heimatverein Königs Wusterhausen herausgegebenen Heimatkalender über jenen 8. November 1913, an dem der Kaiser zur Jagd in die Dubrow kam und der kleine Willi später im Feldlager der Jäger von erhitztem Schwarzbier ganz benommen wurde.

„Es macht mein Gebäude noch spannender“, freut sich Peter Macky über den Kontakt zu Bernd Haenecke, der für den an der Halber Geschichte interessierten Holger Wedekind seit Jahren ein ganz wichtiger Kontakt ist. „Sein Vater war eigentlich ein einfacher Mann, was der erlebt hat, reicht für zwei oder drei Leben“, erzählt der Pädagoge. Mit großer Begeisterung lese er stets alles, was Bernd Haenecke ihm an Texten seines Vaters bringt, über das Interesse an der Historie hinaus seien jene Artikel vor allem auch sprachlich sehr schön und eingängig.

Prachtvoll: Kuppel im Kaisersaal des Bahnhofs. Quelle: Karen Grunow

Peter Macky reist nun wieder zurück in seine Heimat Neuseeland, er hat in den vergangenen Tagen mit großer Freude die Fortschritte bei der Sanierung und Restaurierung des Bahnhofsgebäudes begutachtet.

Klaus Ricken vom Restauratorenkollektiv Schwarzer/Ricken zeigt und schildert, worauf Macky, die Fachleute und Denkmalpfleger sich für die Restaurierung der Decken- und Wandmalereien einigen konnten. „Ursprünglich wollten wir eine farbliche Ergänzung durch eingefärbte Putze, keine Ergänzungen der Malerei“, sagte er. Das Fragmentarische sollte sichtbar bleiben, ähnlich wie es die beiden Restauratoren Hartmut Schwarzer und Ricken mit ihrem Team schon am Neuen Museum in Berlin realisieren konnten. „Wir haben uns dann aber doch entschieden, eine komplette Restaurierung mit allen Oberflächen zu machen.“ Rund 25 Prozent der Oberflächen, schätzt er, waren gänzlich verloren. Dadurch, dass der Kaiserbahnhof jedoch jahrzehntelang als Wohnhaus genutzt worden war, wurden die prachtvollen Deckendekore unter eingezogenen Decken verborgen und so geschützt. Noch bis Januar, schätzt Restaurator Ricken, werden die Spezialisten in Vestibül, Gefolgesaal und Kaisersaal beschäftigt sein. Stuckateur Richard Gomula hat im Vestibül seine kleine Werkstatt, fertigt dort die Stäbe für die Rippen der Gewölbe.

Während mit der von Architekt Stefan Zappe betreuten Sanierung alles läuft, stocken noch immer die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn. Von der möchte Peter Macky ein kleines Grundstück neben dem schmucken Bau erwerben, um dort einen Neubau mit Küche und Toiletten für das im Kaiserbahnhof geplante Café einzurichten. Aber er ist angesichts der derzeitigen Fortschritte zuversichtlich, dass sich bis zu seiner Rückkehr im Frühjahr auch da endlich etwas bewegt.

Von Karen Grunow

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