Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Börek und Tischtennis

Interreligiöser Austausch Börek und Tischtennis

Die einen brachten kulinarische Spezialitäten aus ihrer Heimat mit, die anderen stellten eine Tischtennisplatte auf und öffneten ihren Kirchturm. Bei einem interreligiösen Austausch trafen sich etwa 50 Christen und Muslime am Sonnabend in Wildau. Einige der Teilnehmer machten dabei Dinge, die sie nie zuvor gemacht hatten.

Wildau 52.3260146 13.6265615
Google Map of 52.3260146,13.6265615
Wildau Mehr Infos
Nächster Artikel
Ich habe die Absicht, eine Mauer zu errichten

Eine Runde Tischtennis – ein wenig gebräuchliches Spiel in der arabischen Welt.

Quelle: Heidrun Voigt

Wildau. In der Idylle an der Wildauer Friedenskirche bot sich am Samstag ein Bild, das ein bisschen an den Garten Eden erinnerte. Unter alten Bäumen, neben wildem Wein und Geißblatt gab es ein üppiges Buffet mit orientalischen Spezialitäten wie Börek und Manakish, aber auch Apfelkuchen, Kartoffelsalat und viel frisches Obst und Gemüse. Muslime und Christen saßen an langen Tischen und ließen es sich schmecken. Zu einem Tag der interreligiösen Begegnung waren etwa 50 Gäste aus Berlin-Neukölln in die Kirchengemeinde Zeuthen/Wildau gekommen, um gemeinsam einen schönen Tag zu verbringen und sich kennenzulernen.

„Die Polizei hat uns einen Bus mit Fahrer kostenlos zur Verfügung gestellt, dafür sind wir sehr dankbar“, sagte Elisabeth Kruse, die Beauftragte für interreligiösen Dialog und interkulturelle Arbeit im evangelischen Kirchenkreis Neukölln. Zu diesem Kirchenkreis gehören auch die Gemeinden Wildau und Zeuthen. Die Idee zu dem Treffen hatte Neuköllns Integrationsbeauftragter Arnold Mengelkoch. Elisabeth Kruse und Pfarrerin Cornelia Mix haben unter dem Motto „Wir sitzen alle in einem Boot“ die Initiative umgesetzt.

Das erste Mal Tischtennis

Zuerst besuchten die Gäste die Martin-Luther-Kirche in Zeuthen, bestiegen deren Turm und hörten ein Orgelkonzert. Dann ging es in den Wildauer Kirchgarten, wo die Pfarrerin mit Helfern aus der Gemeinde alles vorbereitet hatte.

Muslimische Frauen verrichten ihr Mittagsgebet im Gemeindehaus Wildau. Etliche bestiegen den Kirchturm. Einige probierten sich im Tischtennis aus, darunter Farzana Unger. „Es ist das erste Mal, dass ich spiele“, sagte sie. Die Pakistanerin lebt seit 16 Jahren in Deutschland und war eine von den zehn Stadtteilmüttern, die mit ihren Kindern nach Wildau gekommen waren.

„Die Stadtteilmütter besuchen Frauen mit Migrationshintergrund, helfen ihnen, sich hier zurecht zu finden und vermitteln konkrete Hilfen in deren Muttersprache“, erläuterte Mümüne Güccük. Die junge Türkin ist Ansprechpartnerin für das Modellprojekt, dessen Träger das Diakoniewerk Simeon ist. Die Stadtteilmütter erhalten eine Ausbildung und werden bei ihrem Einsatz sozialpädagogisch begleitet.

Wünsche auf Papierschiffchen

Neben den Stadtteilmüttern und Mitgliedern der Kirchengemeinde nahm auch eine Flüchtlingsfamilie an dem Treffen teil. Familie Salib aus Ägypten etwa, die seit zwei Jahren auf den Bescheid zu ihrem Asylantrag wartet. Die Salibs schrieben wie die anderen ihre Wünsche auf ein Blatt Papier und falteten daraus Schiffchen. „Es ist gut, dass man seine Wünsche so äußern kann, dann hat man sie immer vor Augen“, sagte Romanda Salib.

Mit Wildaus Ortschronistin Irmgard Hornung ging es über den TH-Campus und die Schwartzkopff-Siedlung Richtung Dahme. Dort setzten Muslime und Christen ihre Wunsch-Schiffchen ins Wasser. Anschließend fuhren sie mit dem Polizeibus nach Teupitz, wo sie eine Dampferfahrt machten. Pfarrerin Cornelia Mix verabschiedete die Gäste herzlich und lud sie ein wiederzukommen.

Von Heidrun Voigt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Dahme-Spreewald

Wie wichtig sind Ihnen Bio-Lebensmittel?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg