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Bohrloch neu verstöpselt

Märkisch Buchholz Bohrloch neu verstöpselt

In Märkisch Buchholz soll einmal Erdgas gefördert werden. Aber erstmal wurde jetzt ein Bohrloch neu verstöpselt. Am Freitag wurde der Verschluss erfolgreich eingesetzt – in 2500 Meter Tiefe. Die Lagerstätte ist an dieser Stelle langfristig verschlossen. Zwei andere Bohrlöcher verschwinden ganz.

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Projektleiter Gunnar Assmann (l.) und Ingenieur Hagen Küchler vor dem Bohrloch, das am Freitag den neuen Stöpsel bekommen hat.

Quelle: Frank Pawlowski

Märkisch Buchholz. Dieser Drahtseilakt war absolute Präzisionsarbeit. In Märkisch Buchholz ist am Freitag ein Gas-Bohrloch neu verstöpselt worden, das 2500 Meter tief in der Erde steckt. In den kommenden zwei Tagen beobachten die Spezialisten der Firma Engie noch, ob auch wirklich alles dicht ist. Dann ist die mehrtägige Operation beendet.

Eingriff mit stählernem Seil

Der Eingriff erfolgte mit einem stählernen Seil, an dem zunächst Werkzeuge befestigt waren. Mit ihnen wurde der alte Stöpsel entfernt und das Rohr gereinigt. Es hat einen Durchmesser von zehn Zentimetern. Der zuständige Ingenieur Hagen Küchler und seine Leute konnten dabei selbst nicht in die Tiefe blicken. „Der Druck in der Bohrung ist unser Auge“, erzählt er. Das Bohrloch, durch das Wasser in die Gaslagerstätte zurück gepumpt werden sollte, wird vorerst nicht mehr gebraucht. Bei Bedarf kann der neue Stöpsel aber wieder herausgezogen werden.

Alte Bohrlöcher haben ausgedient

Die beiden anderen alten Bohrlöcher in dem Märkisch Buchholzer Erdgasfeld werden hingegen für immer verschlossen. „Das soll noch in diesem Jahr geschehen“, sagt Engie-Projektleiter Gunnar Assmann. Die Anlagen sind mehr als 30 Jahre alt und durchaus noch in Schuss. Aber für eine mögliche künftige Gasförderung seien sie nicht mehr geeignet. Statt dessen sollen einmal zwei neue Bohrlöcher in den Boden getrieben werden. Doch das ist Zukunftsmusik.

Unternehmen stellt Antrag für Gasförderung

Eine endgültige Entscheidung darüber, ob in Märkisch Buchholz jemals Erdgas gefördert wird, ist noch nicht gefallen. Das Unternehmen will die Anträge dafür noch in diesem Jahr stellen. Frühestens in zwei Jahren, schätzt Gunnar Assmann, könnten die Bohrungen beginnen. Das hänge aber vom Ausgang des Genehmigungsverfahrens ab und davon, ob Engie tatsächlich grünes Licht für die Investition gibt. Assmann hält das für wahrscheinlich. Das Förderfeld in Märkisch Buchholz sei wertvoll, weil neben Erdgas auch Flüssiggase gewonnen werden können, die sich sofort vermarkten lassen. „Das ist etwas Besonderes“, sagt Assmann. Außerdem kann ein benzinähnliches Gemisch gefördert werden, das allerdings noch verarbeitet werden muss. Engie will es an Raffinerien liefern.

Pläne für ein Gewerbegebiet

Das Unternehmen plant in Märkisch Buchholz zudem den Bau einer Aufbereitungsanlage und will an der Leibscher Chaussee vor den Toren der Stadt ein Gewerbegebiet erschließen. Engie selbst will von dort aus die Flüssiggase vertreiben. Es stehen aber noch Flächen für weitere Unternehmen zur Verfügung. Vor allem Handwerksbetriebe sollen angesiedelt werden. Das Gewerbegebiet wird der Stadt übergeben, die mit Engie eine Kooperation vereinbart hat.

Kritik und Zuspruch für das Gas-Projekt

Die Aktivitäten des Unternehmens haben aber auch Kritiker auf den Plan gerufen. Eine Bürgerinitiative kämpft gegen die geplante Gasförderung. In Gunnar Assmanns Büro in der Friedrichstraße ist der Andrang jedoch überschaubar. „Neulich kamen mal drei Leute an einem Tag. Das war viel“, erzählt er. Manchmal schaut auch nur kurz jemand herein und will wissen, wann es endlich los geht. Dieses Interesse freut Assmann. Er leitet daraus ab, dass es durchaus auch Zuspruch gibt in der Region.

Fracking-Frage stellt sich nicht

Die zwischenzeitliche Fracking-Diskussion sieht es als beendet an. „Diese Frage stellt sich hier nicht“, betont er. Das Märkisch Buchholzer Gas müsse nicht aus dem Boden herausgepresst werden. Es schießt regelrecht von selbst zu den Sonden. Am neu verstöpselten Bohrloch in einem Waldstück außerhalb der Stadt sollen die Arbeiten am Mittwoch weitgehend beendet sein.

Von Frank Pawlowski

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