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Boom-Gemeinde Bestensee ohne Spielplatz

Eltern verärgert Boom-Gemeinde Bestensee ohne Spielplatz

Bestensee (Dahme-Spreewald) ist eine Boom-Gemeinde. Allerdings eine ohne einen öffentlich zugänglichen Spielplatz. Das ärgert viele junge Familien. Deswegen möchte man nun handeln. Doch es ist gar nicht so einfach. Es scheiterte bisher nicht etwa an den Kosten, sondern vielmehr an „tollenden Kindern“. So mancher aktueller Standort-Favorit dürfte den Eltern aber kaum gefallen.

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Kinder schauen in Bestensee in die Röhre: Für sie gibt es keinen Spielplatz.

Quelle: dpa-tmn

Bestensee. Die Gemeinde wächst. Dies nicht nur, weil viele Menschen vor allem aus Berlin zuziehen, sondern weil junge Bestenseer Familien Kinder bekommen. Die Einwohnerzahl der Gemeinde steuert inzwischen gemeinsam mit dem Ortsteil Pätz auf die Grenze von 10 000 zu.

Doch wer junge Leute mit Kindern haben und halten will, braucht gute Bedingungen für sie. Bestensee steht bei der Versorgung mit Kita-Plätzen recht gut da. Das Kinderdorf, aber auch die neu zu schaffenden rund 100 Plätze in der Pätzer Waldkita sorgen dafür. Ähnlich ist es im Schulbereich. Die Grundschule soll aufgestockt werden. Dazu wird die private Schule Villa Elisabeth für gefächerte Ausbildungsmöglichkeiten der jungen Generation sorgen. Was aber viele Eltern in Bestensee beklagen, sind fehlende Spielplätze.

Im Ortsteil Pätz gibt es gleich zwei Spielplätze

Während im Ortsteil Pätz gleich zwei sehr schöne im Angebot sind – einer am Strand, der andere in der Ortsmitte – hat Bestensee rein gar nichts zu bieten. „In der Tagesbetreuung haben wir sehr hochwertige Spielplätze“, so Bürgermeister Klaus-Dieter Quasdorf (parteilos), der zugleich einräumen muss, dass diese nicht für eine öffentliche Nutzung zulässig sind. Seiner Meinung nach liege dieses Manko aber nicht nur an den Kosten für wenigstens einen öffentlichen Spielplatz.

Mit dem  Spielplatz am Pätzer Strand kann Bestensee   nicht mithalten

Mit dem Spielplatz am Pätzer Strand kann Bestensee nicht mithalten. Dort gibt es nicht einen öffentlichen Spielplatz.

Quelle: Andrea Müller

„Anlieger haben oft kein Verständnis, wenn Kinder beim Tollen lachen, schreien oder laut rufen“, erläutert Quasdorf. „Es gab ganz großen Widerstand am Wustrocken“, sagt Quasdorf. Das Spielplatz-Projekt dort sei der Gemeinde regelrecht um die Ohren gehauen worden. Darum sei man jetzt am Überlegen, in der Nähe des Generationenwaldes oder am Weinberg einen Platz zum Spielen für die jüngsten Bestenseer zu errichten. Da gäbe es in unmittelbarer Nähe keine Anlieger. Allerdings müssten die Eltern mit ihren Kindern einen etwas längeren Anmarsch in Kauf nehmen.

Zwei Standorte in Bestensee im Gespräch

Ein anderer Standort liegt zwischen Paul-Gerhardt-Straße und Bachstraße. Das wäre näher an der Ortsmitte. Gemeindevertretung und Bürgermeister werden das diskutieren und eine Entscheidung treffen. Quasdorf ist es wichtig, dass der Platz nach dem Bau angenommen und genutzt wird. „Wir haben teures Lehrgeld bei der Errichtung der Skaterbahn bezahlt“, erinnert er sich an die Zeit vor vier Jahren. Gemeinde und Sponsoren hatten damals rund 10 000 Euro in die Hand genommen. „Richtig in Betrieb war die Bahn aber nur am Eröffnungstag“, muss der Bürgermeister heute konstatieren. Das soll sich auf keinen Fall wiederholen, denn dieses Mal will Bestensee deutlich mehr Geld ausgeben und gute Spielgeräte an einem Platz konzentrieren. 50 000 bis 70 000 Euro will die Gemeinde für den Spielplatz mit Abenteuercharakter ausgeben. Gebaut werden soll der bis 2017/2018. Das dies eine dringende Aufgabe ist, die erledigt werden muss, darüber ist man sich im Dorf einig. Pätz hatte vom Vermögen der ehemaligen DDR-Parteien profitiert und Geld aus diesem Topf erhalten. Die beiden von diesen Geldern errichteten Spielplätze sind kleine Fantasie- und Abenteuer-Oasen. „Denen wollen wir in nichts nachstehen“, verspricht der Bestenseer Bürgermeister.

Bei einer aktuellen MAZ-Umfrage hatte ein Drittel der Teilnehmenden angegeben, dass ein Spielplatz eines der dringenden Themen im Ort überhaupt ist. Im aktuellen Haushalt der Gemeinde Bestensee allerdings sind dafür noch keine finanziellen Mittel eingestellt.

Von Andrea Müller

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