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Botschafter für Alphabetisierung

Funktionelle Analphabeten Botschafter für Alphabetisierung

Tim-Thilo Fellmer berichtet in der Stadtbibliothek Königs Wusterhausen über seinen ungewöhnlich Weg aus dem Labyrinth der Buchstaben. Der heute 48jährige hat mit Mitte 20 angefangen lesen und schreiben zu lernen. Heute ist er Kinder- und Jugendbuchautor und Verleger. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht Analphabeten zu ermutigen lesen und schreiben zu lernen. 2009 wurde er vom Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung zum Botschafter für Alphabetisierung ernannt.

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Tim-Thilo Fellmer in der Stadtbibliothek von Königs Wusterhausen.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Königs Wusterhausen. Er werde keinen wissenschaftlichen Vortrag halten, versprach Tim-Thilo Fellmer am Mittwochabend seinen Zuhörern in der Stadtbibliothek in Königs Wusterhausen. Und so war es dann auch. „Es wird sehr persönlich werden und ich wünsche mir, dass wir ins Gespräch kommen“, so Fellmer.

Er zählte lange Zeit zu den aktuell 7,5 Millionen funktionalen Analphabeten zwischen 18 und 64 Jahren in Deutschland – bis er mit Mitte Zwanzig angefangen hat, lesen und schreiben zu lernen. Heute ist der 48-Jährige Kinder- und Jugendbuchautor, Verleger und Referent. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, Analphabeten zu ermutigen, lesen und schreiben zu lernen. Auf Einladung von Antje Marx vom Grund- und Weiterbildungszentrum ist er nach Königs Wusterhausen gekommen. „Sie können mich alles fragen, ob ich antworte, ist dann meine Sache“, richtete er sich in seiner spitzbübischen Art an die Zuhörer.

Fellmer: Rahmenbedingungen für Inklusion stimmen nicht

So ganz ohne Statistik ging es am Anfang dann doch nicht. Auf Zahlen über Analphabetismus folgten Informationen darüber, wo Betroffene Hilfe finden können, bevor es ganz persönlich wurde. Fellmer erzählte davon, dass er sich als Versager fühlte, sich selbst die Schuld gab, unfähig zu sein und sprach darüber, was es mit einem macht, wenn man nicht mitkommt. In dem Zuge berichtete er auch von Tricks, mit denen man verbirgt, nicht lesen zu können. „Analphabetismus ist ein Thema, das uns als Gesellschaft angeht“, sagte Fellmer. Volkshochschulen als Hauptanbieter der Kurse für Erwachsen spielen eine große Rolle. „Ich würde mir allerdings wünschen, dass diese kostenfrei angeboten werden“, so Fellmer.

Auf die Frage, ob Inklusion in den Schulen der falsche Ansatz ist, hatte Fellmer eine klare Antwort: „Die Idee ist super aber die Rahmenbedingungen müssen stimmen und die stimmen einfach nicht.“

Ein Höhepunkt des Abends war die Lesung aus seinem Erstlingswerk „Fuffi der Wusel“, das 2004 erschien. Er brachte die Zuhörer in der Stadtbibliothek damit zum Schmunzeln. „Das Buch hat ganz viel mit dir zu tun, sagte mein Onkel zu mir“, so Fellmer. Nämlich einfach Angst zu haben, anders zu sein, als die anderen.

Von Gerlinde Irmscher

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