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Botschafter für die Energiewende

Treibhausgas reduzieren Botschafter für die Energiewende

Klimaschutzmanager in der Region koordinieren und überblicken Projekte, die zu mehr Energieeffizienz führen. Sie möchten vor allem Bürger für einen bewussteren Umgang mit Energie sensibilisieren und konnten in der Vergangenheit schon einige Erfolge verbuchen.

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Die Energiewende hat Rotorblättter: Windräder bei Lüdersdorf (Teltow-Fläming).

Quelle: Lars Sitiig

Dahmeland-Fläming. „Papa, lass uns Eisbären retten“, sagt die achtjährige Katrin Bleschke manchmal zu ihrem Vater Andreas, wenn mal wieder jemand versehentlich das Licht nicht ausgeschaltet hat. Andreas Bleschke ist Klimaschutzkoordinator des Umweltamtes in Teltow-Fläming und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Energiewende voranzutreiben. „Um das Weltklima in seiner heutigen bekannten Form zu erhalten, sind viele Maßnahmen unterschiedlichster Akteure erforderlich“, sagt er. Jeder Euro, der heute nicht in den Klimaschutz investiert werde, müsse in einigen Jahrzehnten in mehrfacher Höhe für die Anpassung an die Folgen des Klimawandels aufgebracht werden. „Ich erinnere an Sturm- und Hagelschäden, Blitzeis, Trockenperioden, Ernteausfälle, Starkregen, Behandlung bislang nicht heimischer Tropenkrankheiten oder den Umbau von Forst und Landwirtschaft“, zählt Bleschke auf.

Trebbin ist Vorreiter bei Elektromobilität

Der Landkreis Teltow-Fläming verfügt seit 2008 über ein umfassendes Energiespar- und Klimaschutzprogramm, das in den Jahren 2010 und 2015 fortgeschrieben wurde. Seit 2011 ist der Landkreis Mitglied im Klima-Bündnis und seit 2012 anerkannte 100-Prozent-Erneuerbare-Energie-Region. Für etwa die Hälfte der Kommunen wurden bereits Klimaschutzkonzepte erarbeitet. Im Hinblick auf Elektroenergie ist Trebbin Vorreiter: Dort gibt es mittlerweile acht Tankstellen für Elektrofahrzeuge, aber auch in Jüterbog und Niederer Fläming sind solche Ladesäulen geplant. Wind- und Solarenergie sowie Biomasse stellen im Kreisgebiet – bislang nur im Elek-trizitätsbereich – rein bilanziell 100 Prozent des benötigten Stroms her, weiß Andreas Bleschke: „Der Strom wird leider nicht immer zu den Zeiten bereitgestellt, wenn er gebraucht wird.“ Je nach Sonnenstand und Windangebot wird zu viel oder zu wenig produziert. „Wir sind nicht energieautark. Speicher und Netze müssen in Zukunft ausgebaut werden“, fordert Bleschke. Im Wärmesektor werden 16 Prozent der benötigten Energie aus Biomasse und Holz gewonnen.

Als Klimaschutzkoordinator versucht er, Fördermittel zu beantragen sowie Wirtschaft, Öffentlichkeit und Bürger zu sensibilisieren. Er koordiniert einzelne Maßnahmen, wie etwa das 2012 initiierte Energiesparmodell, an dem sich elf Schulen in Teltow-Fläming beteiligten und mögliche Energiesparmaßnahmen für ihre eigenen Gebäude ermittelten. Dieses Vorhaben reduzierte seit seiner Einführung den Kohlendioxidausstoß im Kreis um mehr als 300 000 Kilogramm pro Jahr und führte zu einer jährlichen Kostensenkung in Höhe von 100 000 Euro. Durch die Sensibilisierung der Beschäftigten in der Kreisverwaltung und den Austausch alter Geräte wurden zudem seit 2012 rund 133 000 Kilogramm Kohlendioxid und 40 000 Euro Kosten gespart. Dafür ist der Landkreis 2014 mit dem Energieeffizienzlabel der Deutschen Energie-Agentur (Dena) ausgezeichnet worden.

Klimaschutzmanager auch auf kommunaler Ebene

Klimaschutzmanager sind aber auch auf kommunaler Ebene tätig, so wie Erik Berge, der für die Kommunen Niederer Fläming, Dahme und Jüterbog zuständig ist. Aktuell beschäftigt er sich damit, geeignete Dächer mit Photovoltaik-Anlagen auszustatten, um einen weiteren Beitrag zur Energiewende zu leisten. „Eine solche Anlage ist in Wahlsdorf für das Freibad angedacht,“ erläutert er. „Der Strom für das Bad wird zur Hälfte den Eigenbedarf für das Bad abdecken, die Finanzierung ist aber noch nicht geklärt.“ Der Klimaschutzbeauftragte befasst sich zudem mit der Umsetzung der Energiekonzepte und erstellt regelmäßig Bilanzberichte.

Für die kommunalen Verwaltungsgebäude erfasst Berge beispielsweise die Verbrauchsdaten und ermittelt so den Handlungsbedarf. „Heizungen, bei denen Leitungsverluste vermieden werden sowie gute Dämmungen und neue Fenster sind wichtige Ansatzpunkte für den Klimaschutz“, sagt er. Und er versucht auch, dieses Thema in den Köpfen der Menschen zu verankern. Ein Energie-Infohäuschen in Jüterbog etwa gibt Tipps zum Sparen von Energie; mehrere Bibliotheken des Landkreises wurden mit Energiemessgeräten zum kostenlosen Verleih ausgestattet. Ein weiteres wichtiges Thema zur Einsparung von Energie ist der Einsatz von LED-Lampen. Berge überblickt, wo in den Kommunen alte Straßenbeleuchtungen durch Leuchtdioden ersetzt werden müssen.

Königs Wusterhausen hat komplett auf LED-Lampen umgestellt

Das Thema LED wird auch im Landkreis Dahme-Spreewald großgeschrieben. Dort wurde bereits die Sporthalle des Friedrich-Schiller-Gymnasiums in Königs Wusterhausen komplett auf diese Beleuchtungsart umgestellt, drei weitere im Landkreis sollen folgen. Um die Umsetzung dieser Maßnahmen kümmert sich Dietmar Licht, Leiter des Amtes für Gebäude- und Immobilienmanagement mit der Klimaschutzkoordinatorin Jennifer Alf. Sie analysieren, welche Kreis-Gebäude nach und nach energetisch saniert und mit Fassaden- und Dachdämmungen sowie mit Erdwärme ausgestattet werden sollen. Der Landkreis hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 den Kohlendioxid-Ausstoß der kreiseigenen Gebäude um 50 Prozent zu reduzieren. Jetzt schon wird in diesen Gebäuden nur noch „grüner“ Strom genutzt. Die Beratung von Schulen und Bürgern und die Beantragung von Fördermitteln sind zudem wichtige Aufgaben für Dietmar Licht. Ohne Jennifer Alf könnte er diese Aufgaben nicht stemmen. Licht sagt: „Ein Klimaschutzkoordinator ist zwingend erforderlich.“

Von Melanie Höhn

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