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Dahme-Spreewald Bündnis gegen Rechts löst sich auf
Lokales Dahme-Spreewald Bündnis gegen Rechts löst sich auf
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00:17 14.04.2017
Das Bündnis gegen Rechts bei einer Demo im Jahr 2009 . Links im Bild Frank Rauhut, Mitbegründer der Gruppe, die sich nun auflöst. Quelle: Gerlinde Irmscher.
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Königs Wusterhausen

Das Bündnis gegen Rechts (BgR) hat seine Auflösung beschlossen. Mitbegründer Frank Rauhut teilte mit, dass es zuletzt immer weniger aktive Mitglieder gegeben habe. Zudem seien „Stiefelnazis“ in Königs Wusterhausen kaum noch wahrnehmbar. Damit sei die Aufgabe des Bündnisses erfüllt, nämlich die Stadt vor neofaschistischen Umtrieben zu schützen. Bürgermeister Lutz Franzke (SPD) zeigte sich am Montag überrascht von der Nachricht. „Ich finde es schade, wenn die Hauptakteure meinen, die Stadt brauche sie nicht mehr“, sagte er in einer ersten Reaktion.

Gründung im Jahr 2008

Im Jahr 2008 war das BgR gegründet worden. In den Jahren der politischen Umstrukturierung nach dem Fall der Mauer wuchs die rechte Szene in Königs Wusterhausen stark an. Hakenkreuzschmierereien und braune Aufkleber seien an der Tagesordnung gewesen, so Rauhut. Es habe sogar Mordanschläge auf junge Antifaschisten gegeben. In dieser Situation habe die „Autonome Antifa KW“ die Initiative ergriffen und demokratische Kräfte zusammen gerufen, um Widerstand gegen einen angekündigten Nazi-Aufmarsch zu organisieren. Aus dieser Versammlung heraus habe sich damals das BgR gegründet. Allerdings ohne Statut und Satzung. Als juristische Person fungierte der „Förderverein für Demokratie gegen Neofaschismus Königs Wusterhausen“, der drei Jahre später im Jahr 2011 gegründet wurde.

Abspaltung der Autonomen

„Die Methoden des Widerstands waren für viele neu und mussten erst erprobt werden“, berichtet Rauhut. Zwei Jahre später geriet das Bündnis gegen Rechts in eine Krise. Die Autonomen spalteten sich ab und wechselten nach Berlin. Damit sei dem BgR vor allem viel Wissen verloren gegangen. „Viele von denen waren mit den Leuten aus der rechten Szene zur Schule gegangen, kannten sie von früheren Konfrontationen, wussten von deren Basen und Anführern“, erinnert sich Rauhut. Deswegen habe man auch nach der Abspaltung weiter den Kontakt zur organisierten Antifa in Berlin gesucht. „Das stieß bei manchem Jugendpolitiker in KW auf erhebliche Ablehnung, war aber doch richtig“, sagt Rauhut.

Das BgR hat in den Jahren seit seiner Gründung an vielen Aktionen teilgenommen. Besonders eng sei der Kontakt zu der Gruppe „Zossen zeigt Gesicht“ gewesen. Wo immer Nazis aufmarschierten, zeigte sich auch das BgR.

Protest gegen Namen Schütte-Lanz für Gewerbepark

2010 protestierte das BgR in der Stadtverordnetenversammlung von Königs Wusterhausen gegen den Namen des Gewerbeparks „Schütte-Lanz“ in Zeesen. Der Mann habe nicht nur mit Begeisterung Bomber-Luftschiffe gebaut, sondern sei ein einflussreicher Nazi gewesen, hieß es zur Begründung.

Nun stellen das Bündnis gegen Rechts und der Förderverein für Demokratie und gegen Neofaschismus ihre Tätigkeit ein. Bei Gründung des Bündnisses vor fast zehn Jahren trug Königs Wusterhausen oft den Beinamen „Browntown“. „Auf diese Idee würde heute niemand mehr kommen“, so Rauhut stolz.

Von Andrea Müller

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