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Bürgerinitiative hilft Geflüchteten anzukommen

Zeuthen Bürgerinitiative hilft Geflüchteten anzukommen

Seit 2015 haben die Helfer unzählige Formulare ausgefüllt, die Neuankömmlinge bei Arzt- und Behördengänge begleitet. Das kostete die Helfer Kraft und Zeit. Trotzdem sind sie dankbar für die neuen Freundschaften, die entstanden sind. Und ein bisschen stolz auf das, was sie erreicht haben.

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Arbeitstreffen der Helferinnen Anette Sticker, Marina Wulff, Birgit Bucher und Swantje Rosenboom (v. l.).

Quelle: Josefine Sack

Zeuthen. „Jetzt erst recht“ – so lautet die Devise von Anette Sticker, Marina Wulff, Birgit Bucher und Swantje Rosenboom. Die Frauen aus Zeuthen gehören zum Helferkreis der Bürgerinitiative „Willkommen im nördlichen Dahmeland“, kurz: Wind.

Als sich die Gruppe von knapp 50 Ehrenamtlern im November 2015 gründete, war die Flüchtlingskrise in aller Munde. Schätzungsweise 180 000 Menschen reisten trotz Schnees und Kälte nach Deutschland ein – in einem Monat. Ein Dreivierteljahr später kommen nicht mehr so viele. Doch für die Helfer von Wind geht die Arbeit jetzt erst richtig los. „Die Geflüchteten unterzubringen und zu versorgen, ist das eine“, sagt Anette Sticker. Jetzt heißt es Deutschkurse und Behördengänge organisieren, die Menschen in Wohnungen und Arbeit vermitteln.

Skepsis nach den jüngsten Anschlägen

Keine leichte Aufgabe in diesen Zeiten: Auch in Zeuthen ist man nach den Anschlägen von Ansbach und Würzburg skeptisch geworden, wenn es darum geht, den Geflüchteten zu helfen. Swantje Rosenboom, Sprecherin der Initiative, berichtet, dass Unternehmen in der Region, die anfangs noch begeistert waren von der Idee, gut ausgebildeten Flüchtlingen eine Arbeit zu geben, plötzlich zögern. „Gerade jetzt heißt es für uns dranbleiben“, sagt Rosenboom, die selbst im Ausland gelebt hat und Arabisch spricht. Heilpraktikerin Birgit Bucher ärgert, dass „in Deutschland alle darüber reden, die Sicherheitsmaßnahmen zu verstärken“ – anstatt den Flüchtlingen ein Ziel zu geben, sie wirklich zu integrieren. „Man kann nicht erwarten, dass Ehrenamtler in den nächsten zehn Jahren staatliche Aufgaben übernehmen“, so Bucher.

Jeder kann mitmachen:

Patenschaften: Es werden weiter Unterstützter gesucht, die Geflüchteten helfen, die sprachlichen und bürokratischen Hürden im Alltag zu überwinden (patenschaft@wind-hilft.de).

Ausbildung und Arbeit: „Wind“ bereitet Geflüchtete auch auf Behördengänge und Vorstellungsgespräche vor. Gesucht werden Helfer, die sich einbringen und tagsüber Zeit haben.

Sprache: Der erste Schritt, um sich kennenzulernen, ist die Verständigung. Gesucht werden Helfer beim Deutschlernen.

Die Helfer treffen sich regelmäßig im Forschungszentrum Desy in Zeuthen.

Infos gibt es bei Swantje Rosenboom und Reiner Will (E-Mail: kontakt@wind-hilft.de) oder unter www.wind-hilft.de

In Zeuthen gibt es keine Unterkunft. Wind hilft in den Heimen in Waßmannsdorf, Wernsdorf, Pätz, Egsdorf und Massow. Seit 2015 haben die Helfer unzählige Formulare ausgefüllt, die Neuankömmlinge bei Arzt- und Behördengänge begleitet. Elf Familien konnten in Wohnungen umziehen. Sechs Männer haben Arbeit gefunden. Ein Iraner fängt demnächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Freien Universität in Berlin an. Das alles kostete die Helfer Kraft und Zeit. Trotzdem sind sie dankbar für die neuen Freundschaften, die entstanden sind. Und auch ein bisschen stolz, die Flucht von Millionen Menschen „nicht nur am Fernsehen zu verfolgen“, wie Birgit Bucher es formuliert, sondern teilzuhaben und mit anzupacken.

Von Josefine Sack

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